Mit Impfpass oder Corona-Test auf Zeitreise

Schon von Weitem sichtbar flattert die Ovigo-Fahne auf dem Turm der Burg „Haus Murach“ und kündigte ein besonderes Event an. Die Zeitreise "Schrazeln, Hoymänner und der wilde Hans" lebt wieder auf.

von Elfriede WeißProfil

Nach einem Jahr pandemiebedingter Zwangspause konnte das Theaterensemble Ovigo mit der Zeitreise „Schrazeln, Hoymänner und der wilde Hans“ wieder durchstarten. Allerdings musste vor der „sagenhaften“ Wanderung rund um die Burg das vorgegebene Hygienekonzept eingehalten werden. Wo in normalen Zeiten allein das Ticket Einlass verschafft, waren es nun der Impfpass oder die Bescheinigung über den negativen Corona-Test oder die bereits überstandene Erkrankung sowie die Angabe der Personalien. Die Anzahl der Gäste, die auf 25 beschränkt war, wurde nicht ganz erreicht, und da mehrere Familien anwesend waren, konnten diese ohne Abstand zusammenstehen.

Die coronabedingten Einschränkungen wurden von allen gerne in Kauf genommen, „Hauptsache, es geht wieder los“, meinten die Gäste. In Vertretung des künstlerischen Leiters Florian Wein übernahmen Martina Baumer und Hedwig Pamler den geschichtlichen Part und erwiesen sich als fachkundige Referentinnen der Ortsgeschichte um Burg Murach. Sie spannten den Bogen von der ersten schriftlichen Nennung der auf Granitfelsen erbauten Burg im Jahre 1110 bis zur letzten Bewohnerin, die bis 1960 ihr Quartier im Burginnenhof hatte. Ausgeschmückt wurde der geschichtliche Hintergrund durch allerlei Sagen, in denen Riesen, Schrazeln, Zwerge und Moosweiblein vorkamen, wie sie auch Franz-Xaver Schönwerth in seinen Sagen beschreibt.

In mehreren Stationen auf dem Weg rund um die Burg zeigten die Darsteller Ingrid Schramm, Petra Sommer-Stark und Daniel Adler Szenen aus längst vergangenen Zeiten. Da erschien ein Mann, der vom Diebstahl von drei Äpfeln berichtete, für den der vermeintliche Dieb an den Schweif eines Pferdes gebunden um die Burg geschleift wurde. „Hoy, hoy“ ertönte es aus dem Wald, der Ruf der Hoymänner, die den Wald bewachten. Im Burghof angekommen trat „Eleonore zu Frauenstein“ auf, die kurz vor der Hochzeit stand, und Pfleger „Johann Klement Ehrnlechner“, der von Sorgen und Nöten im Pflegamt berichtete. Der mehrmalige Wechsel der Religion kam ebenso zur Sprache wie der Bau eines Häuschens für eine junge Familie aus den Steinen der Burg.

Mit dem Schlussapplaus bedankten sich die Gäste für die großartige Leistung der Schauspieler, die demonstriert hatten, dass sie durch die Spielpause nichts von ihrer Spielfreude eingebüßt haben.

Gespräch mit OVIGOs künstlerischem Leiter Florian Wein

Oberviechtach
Service:

Theater und Termine

  • Burg Murach: „Schrazeln, Hoymänner und der wilde Hans“
  • Burg Schellenberg: Durch den Grenzwald zu den Granitriesen
  • Burg Thanstein: Von Raubrittern und Revolverhelden
  • Termine und Tickets unter https://ovigo-theater.de/zeitreise

 

 

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