14.05.2020 - 18:29 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Oberpfälzer Polizist scheitert vor Gericht: Tattoo bleibt tabu

Ein jahrelanger Gerichtsstreit um den tätowierten Schriftzug "Aloha" ist vorbei, ein Oberpfälzer Polizist hat ihn verloren. Sein Unterarm muss nun "tattoofrei" bleiben.

Der Oberpfälzer Polizist Jürgen Prichta (rechts) mit seinem Rechtsanwalt Christian Jäckle
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Bayerische Polizisten dürfen auch weiterhin keine sichtbaren Tätowierungen am Unterarm oder am Hals tragen. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Donnerstag entschieden. Es wies die Klage eines 43 Jahre alten Beamten aus dem Landkreis Schwandorf zurück, der inzwischen in Mittelfranken arbeitet.

Der Oberpfälzer Jürgen Prichta wollte sich den Schriftzug "Aloha" auf den Unterarm stechen lassen - als Erinnerung an Flitterwochen auf Hawaii. Das Polizeipräsidium Mittelfranken genehmigte die Tätowierung nicht, weil sie in Verbindung mit einem kurzärmeligen Uniformhemd sichtbar gewesen wäre. Die Klage des Mannes blieb nun in der dritten Instanzen erfolglos. Das Bayerische Beamtengesetz enthalte ein für Polizeivollzugsbeamte "hinreichend vorhersehbares und berechenbares Verbot" von Tätowierungen, erklärte der Vorsitzende Richter Ulf Domgörgen.

Eine äußerlich erkennbare Tätowierung sei nicht mit der Neutralitäts- und Repräsentationsfunktion von Uniformträgern vereinbar. Das individuelle Interesse eines Beamten müsse hinter der Notwendigkeit eines neutralen Erscheinungsbildes der Polizei zurücktreten.

Mehr über Jürgen Prichtas Kampf für sein Tattoo

Oberpfalz

Der nun endgültig unterlegene Kläger war am Donnerstag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Bei einem Gespräch mit unserer Redaktion im vergangenen Herbst hatte der Polizist darauf hingewiesen, dass an einer Tätowierung nichts mehr ungewöhnlich sei: Am Strand sehe man bei jedem Zweiten oder Dritten ein Tattoo. Der von ihm bevorzugte Schriftzug "Aloha" habe nur positive Bedeutungen, er stehe für Liebe, Mitgefühl und Sympathie. "Ich bin mit Tattoo weder ein schlechterer Mensch noch ein schlechterer Polizist", brachte er damals seine Sicht auf den Punkt. Die Richter folgten dieser allerdings nicht, so wie zuvor die Richter am Verwaltungsgericht Ansbach und am Bayerischen Verwaltungsgericht in München.

Damit gilt weiter die Regel, dass Polizisten sich nicht an Stellen tätowieren lassen dürfen, die im Dienst sichtbar sein könnten. An anderen Stellen ist ein Tattoo erlaubt. Auch der Kläger trägt auf Wade und Rücken bereits Tattoos. (dpa/wüw)

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