09.11.2020 - 08:39 Uhr
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LEO Blog: Leben im Wandel

Unser Leben besteht aus permanentem Wandel. Sommer und Winter, Umzüge, neue und alte Bekanntschaften. Doch wie gehen wir mit diesen Veränderungen um? Das fragt sich auch LEO-Redakteurin Julia Hammer im neuen LEO Blog.

Veränderungen begleiten unser Leben. Die Frage ist nur - wie gehen wir damit um?
von Julia Hammer Kontakt Profil

Sie sind wieder da. Die kalte Luft. Der Nebel am Morgen. Bald der erste Schnee. Der Winter. Und wie jedes Jahr fühlt es sich nach den vielen lauen Sommernächten, den unzähligen Kaffees im Freien und den entspannten Runden im Sonnenschein um den See mit meinem Mops an, als würde diese Jahreszeit zum ersten Mal in meinem Leben anbrechen. Der Gedanke, die kurzärmligen Shirts gegen dicke Pullis und Jacken, die knöchelhohen Chucks gegen gefütterte Stiefel tauschen zu müssen – nein, das fühlt sich nicht richtig an. Merkwürdig … diese Veränderungen.

Ich sitze mit einer Tasse Kaffee an meinem Küchenfenster und beobachte die Menschen, die sich hektisch durch die kalte Morgenluft quälen. Den Kopf geneigt, die Mütze tief ins Gesicht gezogen. Eine Frau hält sich verkrampft an ihrem Thermobecher fest. Anscheinend bin ich nicht die Einzige, der diese Veränderung schwerfällt. Veränderungen, merkwürdig, nicht wahr? Während ich die Leute beobachte, überlege ich, wie viele Veränderungen ich in meinem Leben schon erlebt habe. Es waren zu viele, um sie noch zählen zu können. So wie die meisten von uns. Veränderungen machen Angst – zumindest machen sie uns nervös. Veränderungen bedeuten immer, einen Teil der gewohnten Vertrautheit aufzugeben. Ich erinnere mich noch gut an den letzten Abend Zuhause, bevor ich für mein Studium in eine andere Stadt gezogen bin. Alleine in die Fremde. Ich erinnere mich noch daran, wie nervös ich war, als ich einige Jahre später nach meinem Studium Abschied von der liebgewonnenen Stadt und meinen Studienfreunden nehmen musste, um wieder in die alte Heimat zu ziehen. Wenige Tage später hatte ich meinen ersten Arbeitstag. Ein Neustart unter Unbekannten. Neue Herausforderungen. Neue Veränderungen.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit vor fünf Jahren, als mein Exfreund aus unserer gemeinsamen Wohnung aus – und mein kleiner Hund Mathilda einige Wochen später bei mir eingezogen ist. Eine gewollte Veränderung, die aber nicht weniger nervös machte. Wenn ich an all diese Veränderungen denke, muss ich lächeln. Denn am Ende haben sie sich doch immer gut entwickelt. Ich erinnere mich an einen Bekannten, der mir einst, als ich vor einer großen Veränderung in meinem Leben stand, gesagt hat: Angst, dafür gibt es keinen Grund. Keinen Platz. Keine Zeit. Veränderungen machen uns vielseitiger, schlauer, erfahrender. Wenn du dich darauf einlässt, kannst du jeden Wandel zu etwas formen, das dich glücklich macht. Ja, er hatte recht. Ich beobachte die vorbeieilenden Menschen auf der Straße – und muss lächeln. Er ist also da, der Winter. Dann machen wir das Beste daraus. Wer weiß, was uns alles erwartet.

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