17.05.2021 - 09:11 Uhr
OberpfalzOberpfalz

Sarkastisch, verträumt, besessen: Die besten Film- und Serientipps

Globale Katastrophen, eine chaotisch-liebenswerte Single-Dame aus London und Weltstars, die „auf Ziegen starren“ – Filme und Serien entführen uns in aufregende Welten. Hier gibt es die besten Tipps für einen spannenden Filmabend.

Horror, Action, herzzerreißendes Drama - die besten Film- und Serientipps.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Serien-Tipps: Exzentrische Psychologen und Londoner Single-Leben

Chernobyl

Es war eine Katastrophe, die die Welt erschütterte und deren Auswirkungen bis heute nachwirken: die Explosion im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986. In insgesamt 5 Episoden greifen die Schöpfer der Serie „Chernobyl“, Craig Mazin und Regisseur Johan Renck, dieses Unglück auf und inszenieren es so realitätsnah, dass man sich dem Grauen kaum entziehen kann. In der Miniserie im Doku-Stil geht es aber nicht nur um den eigentlichen Super-Gau. Die mit dem Golden Globe prämierte Serie erzählt auch von den Untersuchungen und Vertuschungsversuchen in den Monaten und Jahren nach der Katastrophe sowie den Schicksalen der Menschen, die nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihre Gesundheit verloren haben. „Chernobyl“ ist eine atemberaubende Serie, bei der es nicht immer leichtfällt, hinzusehen.

Frasier

Der exzentrische Psychologe und Radiomoderator Dr. Frasier Crane ist Kult. Exzentrisch und alles andere als geplant ist auch sein Leben. Nach seiner Scheidung zieht Frasier zurück in seine Heimatstadt Seattle. Neue Wohnung, neuer Job, neues Glück. Wäre da nicht sein Vater Martin, ein Ex-Polizist, der seit einer Schussverletzung nicht mehr alleine leben kann. Mit Hund Eddie zieht er bei seinem Sohn ein – eine Wohngemeinschaft, die unterschiedlicher nicht sein könnte. Dann wäre da noch Frasiers zwanghafter Bruder Niles – ebenfalls Psychologe, der sich in Martins britische Pflegerin Daphne verliebt. Über 264 Folgen begleiten wir das Leben der Cranes, lachen mit ihnen, fiebern mit ihnen schließen sie in unsere Herzen. Die Sitcom ist ein Ableger der Serie „Cheers“, in der Frasier Crane ursprünglich als Nebencharakter angelegt war. Da sich die Rolle jedoch schnell zum Zuschauerliebling entwickelte, sicherte sich „Frasier“ eine eigene Serie.

Fleabag

Fleabag (Phoebe Waller-Bridge) hat es in der gleichnamigen Dramedy-Serie nicht leicht. Nachdem ihre beste Freundin Boo gestorben ist, mit der sie ein eher schlecht als recht laufendes Café eröffnet hatte, lässt sie auch noch ihr Freund sitzen. Wie soll man mit so viel Unglück umgehen? Fleabag versucht sich im hektischen London mit Sex bei Laune zu halten, trinkt, kauft unnötige Dinge, trifft sich mit ihrer exzentrischen Schwester und führt zahlreiche zynische Gespräche mit sich selbst. Doch die Tragik verschwindet nicht. Fleabag ins Herz zu schließen, ist nicht immer leicht. Bissig, bösartig, (selbst)ironisch – und für die Zuschauer extrem unterhaltsam. 2016 wurde die Serie, die auf einem von Waller-Bridge verfassten Theaterstück beruht, mit sechs Emmys ausgezeichnet. Allerdings gibt es schlechte Nachrichten für alle Fans: Eine dritte Staffel wird es wohl nicht geben.

I am not okay with this

Alles andere als nicht okay ist die Netflix-Serie „I am not okay with this“. Schon nach der ersten Folge kann man nicht genug von der 17-jährigen Syd und ihrem scheinbar normalen Kleinstadtleben bekommen. Während sie auf der Suche nach sich selbst ist, keimen in der Außenseiterin Superkräfte auf, die ihr Leben und das ihrer Freunde auf den Kopf stellen. Über den Cast dürften sich vor allem Fans des Horrorfilms „Es“ freuen, denn gleich mit zwei Hauptdarstellern gibt es ein Wiedersehen: Sophia Lillis und Wyatt Oleff. Lillis scheint wie geschaffen für die Rolle der Syd, die einen trotz ihres eigenwilligen Charakters sofort ans Herz wächst.

Film-Tipps: Starrende Männer und Tragträumer

Komödie

Ein skurriler Streifen mit Starbesetzung – und Kultpotenzial. In „Männer, die auf ziegen starren“ stößt der Kleinstadt-Reporter Bob, gespielt von Ewan McGregor, auf eine unglaubliche Geschichte. Er erfährt von einer Hippie-Eliteeinheit der US-Armee. An Waffen glauben die „Jedi-Krieger“, wie sie sich nennen, nicht. Ihre Stärke: das Übersinnliche. Sie sind dazu ausgebildet, Gedanken zu lesen, Gegenstände mental zu bewegen – und dazu, Ziegen durch bloßes Anstarren zu töten. Der Begabteste von ihnen ist ein gewisser Lyn Cassady (George Clooney), den Bob in Kuwait begegnet. Der Reporter folgt ihm auf einer geheimen Mission quer durch den Irak, um den verschwundenen Gründer der „Jedi-Krieger“, Bill Django (Jeff Bridges), aufzuspüren. Ein irrwitziger Trip durch die Wüste beginnt, bei dem sich nicht nur einmal die Frage stellt: Purer Wahnsinn oder geniale Spezialisten? Der Film von Regisseur Grant Heslov basiert auf dem Bestseller „The Men who stare at Goats“ von Jon Ronson, der in seinem Roman 1979 auf teilweise absurde Versuche der US-Regierung, übersinnliche Phänomene für Kriegszwecke zu nutzen, aufmerksam machte.

Drama

Willkommen in der Welt von Walter Mitty (Ben Stiller), dem unscheinbaren und zurückhaltenden Fotoarchivar des renommierten „Life!“-Magazins. Der Titel des Films „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ passt im ersten Moment so gar nicht. Mittys Leben ist trist. Seine einzige Möglichkeit, dem grauen Alltag zu entkommen, sind seine Tagträume, in denen er heldenhafte Abenteuer erlebt. Als bekanntgegeben wird, dass das Magazin nur noch online erscheinen wird, läuft Walter auch noch Gefahr, seinen Job zu verlieren. Die letzte Print-Ausgabe des Magazins soll eine Aufnahme des bekannten „Life!“-Fotografen Sean O‘Connell (Sean Penn) zieren, doch ausgerechnet dieses Negativ ist verschwunden. Walter nimmt seinen ganzen Mut zusammen und begibt sich für seinen Job auf die Suche nach dem fehlenden Foto und damit auf ein Abenteuer, von dem er sonst nur geträumt hat. Der Film, in dem Stiller sowohl Regie führt als auch die Hauptrolle übernimmt, beschreibt auf wundervoll anrührende Art, wie ein Mann, der bisher im Halbschlaf durch sein Leben schlich, erwacht und zu sich selbst findet.

Horror

Iggy Pop als kaffeesüchtiger Zombie, Bill Murray als abgebrühter Kleinstadt-Cop und ein Apokalypsen-Szenario, das so absurd wirkt, dass man es einfach mögen muss. Der Titel lässt es erahnen: Kult-Regisseur Jim Jarmusch hat sich in „The Dead Don’t Die“ an einen Zombiefilm gewagt. Entstanden ist eine Horrorkomödie voll unterschwelliger Gesellschaftskritik, kleiner Hintertürchen und Meta-Ebenen. Im Zentrum des Films steht das kleine Städtchen Centerville. Nachdem Polar-Fracking die Toten wiedererweckt hat und diese mordend durch die Straßen ziehen, haben die Polizisten Cliff (Murray) und Ronnie (Adam Driver) ein echtes Problem. Hilfe erhalten sie von Tilda Swinton, die als japanophile Bestattungsunternehmerin perfekt in den Streifen passt. Dank hemmungsloser Szeneneinstellungen, kombiniert mit trockenem Witz und dem unschlagbaren Hollywood-Duo Murray und Driver ist der Streifen ein wahres 105-minütiges Independent-Highlight.

Thriller

Es ist die wohl ernsteste Rolle, in der wir Adam Sandler jemals gesehen haben: In „Der schwarze Diamant“ spielt der sonst aus Komödien wie „Kindsköpfe“ oder „Meine erfundene Frau“ bekannte Schauspieler einen charismatischen New Yorker Diamantenhändler. Howard Ratner versorgt die Schönen und Reichen mit den Edelsteinen. Er könnte alles haben – verliert jedoch sein Geld immer wieder aufgrund seiner Spielsucht. Neben diversen Kredithaien, die ihm im Nacken sitzen, verkompliziert seine Geliebte, mit der er sich abseits seiner Ehe trifft, sein Leben. Dann aber fällt ihm ein schwarzer Opal in die Hände, der ihn zumindest seine Geldsorgen nehmen soll. Doch Howard wäre nicht Howard, wenn er nicht auch in dieser Situation einen Fehler begehen würde, der sein Leben endgültig zerstören könnte. Mit dem Streifen erschufen die Brüder Josh und Benny Safdie einen beeindruckenden Film, dessen Geschichte nie anzuhalten scheint. Rasant, gespickt mit derben Dialogen und einem glänzenden Hauptdarsteller, der kaum wiederzuerkennen ist.

Mysteriös, rachsüchtig, kultig - Die besten Film- und Serientipps

Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.