25.05.2020 - 09:44 Uhr
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Die schönsten Ausflugsziele in der Oberpfalz

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Sommer, Sonne, Strand. Jedes Jahr zur Urlaubszeit strömen Oberpfälzer aus in die weite Welt. Dabei hat auch die Heimat allerlei zu bieten.

Ein Pärchen genießt die Atmosphäre an "Amberger Stadtbrille".
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Sanft plätschert das Wasser am Ufer der Vils. Unter der "Amberger Stadtbrille" spiegeln sich die Halbbögen zwischen dem Neuen Schloss und dem historischen Zeughaus im sanft dahinfließenden Wasser. Amberg hat viele Reize, um Gäste von nah und fern anzulocken. Kein Wunder, denn schließlich gibt es die Stadt seit rund 1000 Jahren. Bereits im Jahr 1034 wurde sie als "Ammenberg" urkundlich erwähnt: Viel Zeit also für eine Stadt, um sich zu entwickeln.

Das ist bereits auf den ersten Blick an der Stadtarchitektur deutlich sichtbar. Eine alte Stadtmauer mit vier Toren umringt die historische Altstadt. Die Zeit für einen Bummel innerhalb und auch außerhalb dieser Mauern sollten sich Besucher auf jeden Fall nehmen. Ganz besonders beeindruckt etwa das Stadttheater, das als eines der schönsten Kleintheater Deutschlands gilt. Im 13. Jahrhundert war das Gebäude noch eine Kirche und gehörte zum Franziskanerkloster. Während der Reformation wurde die Klosteranlage als Pädagogium genutzt, 1626 kehrten die Franziskaner zurück und gestalteten die Kirche im Barockstil. Seit dem 19. Jahrhundert wird an dieser historischen Stätte Theater gespielt.

Schön anzusehen ist auch der Marktplatz mit seinem gotischem Rathaus und das Landratsamt – das frühere kurfürstliche Schloss mit Park. Nur wenige hundert Meter entfernt steht das "Klösterl", ein gotisches Bauwerk, das dereinst ein Bestandteil der kurfürstlichen Residenz war und heute ein Luftmuseum beherbergt.

Ausgesprochen hübsch sind auch die zahlreichen Kirchen der Stadt, etwa die gotische Basilika St. Martin oder die spätgotische Frauenkirche, aber auch das Franziskanerkloster und die Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem Mariahilfberg. Von dort oben hat der Flaneur einen wunderbaren Ausblick.

Wandern in der Vilsecker Mulde

Der Wanderer staunt über den wunderbaren Ausblick auf Vilseck und das Sulzbacher Bergland.

Amberg hat also allerlei zu bieten, doch auch der Landkreis Amberg-Sulzbach braucht sich nicht zu verstecken. So führt zum Beispiel der Vilsecker Muldenweg über Feldwege, durch Hohlwege, Wälder und die weiten Auen der Vilsecker Mulde.

Dieser prächtige Wanderweg beginnt am Marktplatz von Vilseck. Immer der Kennzeichnung "VM" folgend marschiert der Wanderer zunächst durch die Breite Gasse, vorbei an farbkräftigen Ackerbürgerhäusern, die Klostergasse hinauf zur Pfarrkirche mit ihren gotischen Tafelbildern und dem Vierzehn-Nothelfer-Altar. Weiter geht es durch die Grabenstraße, vorbei an einem Weiher bis zum Ortsende.

Von dort geht es durch einen Hohlweg, vorbei an Birken, Ahorn, Kiefern und Kirschbäumen. An einer Wegkreuzung bietet sich bereits ein Abstecher zu einem angeschriebenen Aussichtspunkt an. Die Blick auf Vilseck und zu den Hügelketten des Sulzbacher Berglandes ist einfach überwältigend. Beschwingt geht es weiter auf einem Wiesenweg und dann auf einem Forstweg, immer geradeaus. Beim Hinweisschild des Staatsforstes "Rauher Bühl" hält sich der Wanderer links und folgt für etwa drei Kilometer einem Weg durch einen Kiefernwald. Danach kommt eine Teerstraße, dann ein Parkplatz, dann die Staatsstraße 2166, die der Wanderer vorsichtig überquert.

Dann wird der Wald lichter. Buchen mischen sich unter den Baumbestand, der Wanderer erreicht offenes Gelände. Auf einem kleinen Steg führt der Weg über die Vils, vorbei an Fischteichen und hinein in die Vilsecker Mulde. Bei einem Trafohäuschen biegt der Wanderer links ab und gelangt auf eine Schotterstraße, die durch einen Mischwald und dann über die Frankenohe bis zur Kreisstraße AS 5 führt. Hier biegt er rechts ab, geht etwa 200 Meter eine Straße entlang, an einem Bushäuschen nach links in Richtung der Siedlung Bürgerwald. Parallel zur Bahnlinie geht es auf einem Forstweg weiter. Nach etwa einer halben Stunde erreicht er die Wiesennohe, überquert sie und erreicht die Schmalnohe. Dann trifft der Wanderer erneut auf die Staatsstraße. Auf der gegenüberliegenden Seite folgt er dem Feldweg, an einem Weiher vorbei zurück nach Vilseck.

Kreisfreie Stadt Weiden

Der Marktplatz am Alten Rathaus in Weiden ist ein lebendiger Treffpunkt.

Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach trumpfen auf mit Kultur und Natur. Ebenso die kreisfreie Stadt Weiden. Das Zentrum der Stadt säumt die historische Stadtmauer mit Wehrgängen aus dem 13. Jahrhundert. Der langgestreckte historische Marktplatz lockt mit seinen farbenfrohen Renaissance-Häusern und zahlreichen Cafés und Restaurants. Neben dem Alten Rathaus mit Glockenspiel zieht der Mauermann-Brunnen mit seinen vielfältigen Geschichten zur Oberpfalz Interessierte in seinen Bann.

In der evangelischen Kirche St. Michael aus dem 15. Jahrhundert beeindruckt eine wundervolle Rokoko-Kanzel. Gleich daneben befindet sich das heutige Kulturzentrum mit dem Stadtmuseum, dem Tachauer Heimatmuseum, dem Stadtarchiv und der städtischen Galerie. Die zweitürmige neuromanische katholische Kirche St. Josef wurde um 1900 erbaut und überwältigt mit ihrer Innenausstattung im Jugendstil. Östlich der Innenstadt lädt der Max-Reger-Park seine Besucher zum Verweilen ein. Unter alten Bäumen, zwischen bunten Blumenbeeten oder am Triton-Springbrunnen lässt es sich wunderbar flanieren.

Unterwegs auf dem Fischerberg

Ein beliebtes Ausflugsziel der Weidener ist der Fischerberg im Osten der Stadt. Der Hausberg Weidens ist ein ausgewiesenes und sagenumwobenes Landschaftsschutzgebiet. Die rund 10 Kilometer lange Wanderung auf Feldern und durch Wälder beginnt in dem Örtchen Almesbach. Kurz vor dem staatlichen Agrarzentrum hält sich der Ausflügler links. Nach 100 Metern weist eine waagerechte und senkrechte, rote Markierung auf einen schmalen Pfad, der nach weiteren hundert Metern zu einer Abzweigung führt. Die rote, senkrechte Markierung weist den Weg zur 1,7 Kilometer entfernten "Blockhütte". Der Scheitelpunkt befindet sich einige hundert Meter vor der "Blockhütte" rechts unterhalb des Weges am Steilhang des Teufelsstein, einer gewaltigen Felsnase.

Der Wanderer folgt dem Hauptweg Richtung "Blockhütte", schlägt den Pfad entlang des Baches ein, der parallel zur Staatsstraße fließt und überquert diese vorsichtig. Dann überquert er die Scheiterwiese und macht sich an den Aufstieg Richtung Waldrand. Dort wendet er sich nach rechts Richtung Vierlingsturm und Strobelhütte, die er nach 500 Metern erreicht. Der 1924 errichtete Aussichtsturm auf dem 633 Meter hohen Fischerberg ist eines der Wahrzeichen der Stadt Weiden.

Immer wieder geht es über Stock und Stein. Deshalb ist diese Strecke für Wanderer mit Kinderwägen eher nicht geeignet. Man soll keinen Weg zweimal gehen, heißt es. Für den Abstieg bietet sich deshalb der Weg mit der blauen Kreismarkierung an, die nach etwas mehr als einem Kilometer auf die Markierung "roter Ring" stößt. Diese führt nach rechts bis zum Zollhäusl. Von dort geht es auf breitem Sandweg durch eine schöne Allee in Richtung Weiden.

Mehrtägige Wandertour auf der Neunburger Goldsteig-Runde

Natur pur mit Flüssen, Tälern, Wäldern und Seen: Der Qualitätswanderweg Goldsteig ist ein Erlebnis.

Flüsse, Wälder, Täler, Seen, Burgen. Auf dem Qualitätswanderweg Goldsteig kann der Wanderer die Vielfalt der Oberpfalz erleben. Auf einer Strecke von insgesamt 660 Kilometern verläuft der Goldsteig von Marktredwitz auf dem Burgenweg durch den Oberpfälzer Wald. Nach dem Naturschutzgebiet Prackendorf und Kulz Moos teilt er sich in eine Nord- und Südroute durch den Bayerischen Wald. Wer einige Tage in saftigem Grün verbringen möchte, für den bietet sich die dreitägige Neunburger Goldsteig-Runde an.

Ausgangspunkt dieser Tour ist an der Schwarzachtalhalle in Neunburg vorm Wald. Von hier aus führt der erste Abschnitt Richtung Poggersdorf. Die Haupttrasse des Goldsteigs trifft kurz vor diesem schönen Örtchen auf den Oberpfälzer Seenweg. Auf diesem gelangt der Wanderer Richtung Gütenland – Die ersten 12,5 Kilometer sind geschafft.

Der zweite Tag beginnt mit einem herrlichen Abschnitt des Seenwegs am Ufer des Eixendorfer Stausees und trifft schließlich wieder auf die nördliche Goldsteig-Haupttrasse. Dieser folgt der Wanderer Richtung Schwarzwihrberg. Dabei kann man sich auch gut an der Burgruine des Ortes orientieren. Weiter führt die Tour durch Wälder, über Thanstein und durch das Prackendorfer und Kulzer Moos nach Kulz. Dort angekommen, ist der zweite Abschnitt inmitten 20 Kilometern ursprünglicher Natur geschafft.

Die dritte Etappe beginnt auf dem Goldsteig-Zuweg 9C, dem Steinmoosweg. Hier erwartet den Wanderer eine besonders bezaubernde und friedliche Atmosphäre, denn der Wegrand ist gesäumt von großen, mit Moos bewachsenen Steinen. Nach einiger Zeit trifft der Wanderer auf die Südroute des Goldsteigs. Dieser folgt er, vorbei an Dautersdorf, über das Murnthal und Kröblitz bis nach Neunburg vorm Wald. Hier ist das Ziel nach 21 Kilometern Tagesmarsch erreicht.

Mit dem Fahrrad in drei Tagen durch die Oberpfälzer Wasserwelten

Bier und Brotzeit: Gastronomie und Gastfreundschaft haben in der Oberpfalz eine sehr lange Tradition.

Für Wanderer gibt es in der Oberpfalz viel zu erkunden. Und auch auf dem Fahrrad bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, frische Luft, prächtige Natur und haufenweise Seen und Flüsse hautnah zu erleben. Genug Raum dafür bietet die neue Oberpfälzer Radl-Welt, eine rund 500 Kilometer lange Tour quer durch den Oberpfälzer Wald. Wozu weit reisen? Wer will, kann seine Tour auf mehrere Tage ausdehnen.

Info:

Infos zum Streckenverlauf

Länge: 85,2 km

Dauer: 6 Stunden

Höhenmeter: 323 Höhenmeter

Markierung: Oberpfälzer Radl-Welt, Verbindungsweg Oberpfälzer Radl-Welt

Start: Schwandorf

Einkehrmöglichkeit: Schwandorf, Burglengenfeld, Teublitz, Nittenau, Bruck, Bodenwöhr, Schwarzenfeld.

Ausgangspunkt der Tour ist die Konrad-Max-Kunz-Stadt Schwandorf. Bevor es losgeht, bietet sich eine Führung durch die Historischen Felsenkeller an, denn Bayerns größtes Felsenkellerlabyrinth bietet Einblicke in die Geschichte der Stadt. Mit interessanten Erkenntnissen gefüttert kann es schließlich losgehen. Der Radweg mit der grünen Markierung der Oberpfälzer Radl-Welt folgt zunächst dem Verlauf der Naab bis Burglengenfeld. Von dort aus geht es weiter über Teublitz ins sagenumwobene Regental. Nach einer schattigen Strecke durch den Wald führt die Route am Fluss Regen entlang bis nach Nittenau. Das erste Etappenziel ist erreicht.

Am nächsten Tag geht es weiter über Bruck nach Bodenwöhr. Am Hammersee bietet sich ein gemütlicher Spaziergang an. Aufmerksame Beobachter können dort neben Mosaik-Kunstwerken auch Eisvögel entdecken.

Der letzte Abschnitt führt dann, der orangen Markierung der Oberpfälzer Radl-Welt folgend, zum Murner See. Auch hier im Naturschutzgebiet Charlottenhofer Weihergebiet kann der Radfahrer allerlei Vogelarten entdecken, die in dieser Teichlandschaft zu Hause sind. Über Schwarzenfeld geht es schließlich zurück nach Schwandorf.

Quellenangaben:

Wir danken für Informationen zu Ausflügen, Wanderungen und Radtouren in der Oberpfalz:

- 2020 Buch- und Kunstverlag Oberpfalz in der Battenberg Gietl Verlag GmbH, Regensburg. "Ausflüge in der Region", Hrsg. Wolfgang Benkhardt

- Tourismusverband Oberpfälzer Wald

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