21.09.2021 - 16:38 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Debatte um weitere Solaranlagen: Gutachten soll Klarheit bringen

Die Diskussion um Freiflächen-Photovoltaikanlagen bewegt die Kommunalpolitik auch in Oberviechtach. Einen Erfolg vor Gericht sieht Bürgermeister Rudolf Teplitzky gelassen. Wichtigstes Thema bleibe ein anderes.

Auf einem Feld nahe Hof steht dieses Plakat, das den Protest eines Teils der Anwohner des Oberviechtacher Stadtteils ausdrückt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Der Erfolg der Stadt in der juristischen Auseinandersetzung um das Bürgerbegehren "Gegen Flächenfraß" kommt für Bürgermeister Rudolf Teplitzky nicht überraschend. "Ich habe damit gerechnet, dass es so ausgeht", sagte das Oberviechtacher Stadtoberhaupt zu dem Beschluss des Verwaltungsgerichts Regensburg. Ein Eilantrag gegen die Ablehnung des Bürgerentscheids durch den Stadtrat war vom Gericht abgelehnt worden. Das Hauptverfahren ist zwar noch offen, dass dann die Richter zu einem anderen Urteil kommen, erscheint wenig wenig wahrscheinlich.

Gericht lehnt Eilantrag ab

Oberviechtach

Er habe auf die Bewertung der Verwaltung und weiterer Fachstellen vertraut, sagte Teplitzky am Dienstag den Oberpfalz-Medien: "Jetzt haben wir es schwarz auf weiß." Entsprechend gelassen sieht er dem Ausgang des Hauptverfahrens entgegen. Das Ziel für die Stadt sei indes klar: "Flächen für Industrie und Gewerbe bleiben das Top-Thema. Untergeordnet kommt dann das ganze Thema Energienutzung und Energiegewinnung im Sinne der Klimaneutralität."

Dazu werde die Stadt ihren Beitrag leisten müssen. Wie groß der sein könnte, soll ein Energie-Gutachten darstellen, das der Stadtrat im November in Auftrag geben soll. Dann werde ein Experte im Gremium zu dem Thema gehört. "Das ist bereits fest eingeplant", betonte Teplitzky.

Kompromiss möglich

Der Bürgermeister zeigte sich optimistisch, dass auch mit den Hofern ein verträglicher Kompromiss beim Thema Freiflächen-Photovoltaik geschlossen werden kann. Auch wenn ein Plakat auf einem Feld vor dem Stadtteil den Protest deutlich zeigt. Aus dem Gespräch mit den Anliegern habe er einige Aufgaben mitgenommen. So werde derzeit geprüft, ob die Eingrünung der möglichen, zehn Hektar großen Anlage zum Sichtschutz höher werden kann. "Sehen wird man sie aber immer", weiß Teplitzky. Zweiter Vorschlag, der auf dem Tisch liegt: Die ganze Anlage weiter in Richtung Nordwesten zu verschieben, um den Abstand zum Dorf zu vergrößern. "Wir nehmen die Bedenken ernst", betonte der Bürgermeister. Wenn es weitere Optionen für Gewerbeflächen gäbe, würden auch diese geprüft, so Teplitzky.

Er habe über 130 Gespräche geführt, um an Gewerbeflächen für die Stadt zu kommen. Die sind Mangelware. Da kam der mögliche Deal, den Teplitzky bei einem Bürgerdialog im Juni öffentlich gemacht hatte, wie gerufen: Fünf Hektar Erweiterung des Industriegebiets West, dazu zehn Hektar Freiflächen-Photovoltaik. Dagegen hatte sich im Dorf Widerstand geregt, auch die Unterschriften für das Bürgerbegehren gegen weiteren Flächenfraß durch Photovoltaikanlagen lagen schon auf dem Tisch. Der Stadtrat beschloss zuletzt, die Projekte Gewerbegebiets-Erweiterung und Solaranlage weiter zu verfolgen. Weitere Freiflächen-Anlagen sollen vorerst nicht in Angriff genommen werden, bis das genannte Gutachten dazu weitere Erkenntnisse bringt.

"Werden noch was brauchen"

Beides – Gewerbeflächen und erneuerbare, klimaneutrale Energien – hält Teplitzky für unabdingbar für die Stadt. "Wir werden noch etwas brauchen, egal ob ein Windrad, Solaranlagen oder ein Wasserkraftwerk", meinte der Bürgermeister. Damit die Zukunftsfähigkeit Oberviechtachs zu sichern, sieht er als erste Aufgabe. "Die Entscheidungen trifft aber natürlich letztlich der Stadtrat", betonte das Stadtoberhaupt.

Stadtrat für "Sonnenfeld"

Oberviechtach

"Flächen für Industrie und Gewerbe bleiben das Top-Thema. Untergeordnet kommt dann das ganze Thema Energienutzung und Energiegewinnung im Sinne der Klimaneutralität."

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

 

 

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