26.12.2019 - 10:36 Uhr
OberviechtachOberpfalz

"Jetzt fangen wir zum Singen an"

Mit einem besinnlichen Adventskonzert stimmen der Oberpfälzer Volksliedkreis und der Oberpfälzer Waldverein auf Weihnachten ein. Vier Ensembles überzeugen das Publikum mit ihrem jeweils eigenen musikalischen Profil.

"Tu auf dich, o Erde!" Die Niedermuracher Sänger vor dem Altar der Stadtpfarrkirche. Im Vordergrund die Geschwister Winterer.
von Georg LangProfil

„Eine Stunde der Einkehr“ wünschte der Vorsitzende des Oberpfälzer Volksliedkreises (OVK) Schwandorf, Leonhard Bayerl, den Besuchern des Adventsingens, das der OVK zusammen mit dem Oberpfälzer Waldverein (OWV) Oberviechtach in der von Günther Flierl stimmungsvoll illuminierten Stadtpfarrkirche anbot.

Die vielen Besucher im vollbesetzten Gotteshaus ließen sich von den Niedermuracher Sängern, den Geschwistern Winterer sowie von den Ensembles „Veehharfen Klang im Schwarzachtal“ und der Stubenmusik „Allerhand Saiten“ auf das „Fest des Friedens“ einstimmen, wie es Leonhard Bayerl in seinen verbindenden Texten ausführte. Das Bedürfnis der Menschen nach „Frieden in der Familie, in der Umwelt, in der Politik“ sei selten so laut gewesen wie heute. Für diesen Frieden müsse man aber auch einstehen.

"Mit den Hirten den Weg des Lichtes gehen!"

Leonhard Bayerl, OVK-Vorsitzender

Leonhard Bayerl, OVK-Vorsitzender

Unter dem Adventskranz, auf dem die vier Kerzen das Weihnachtsfest ankündigten, eröffnete die Gruppe „Allerhand Saiten“ auf einfühlsame Weise das Konzert, bevor die Geschwister Winterer einen gesanglichen Jahresrückblick einleiteten und Gott dankten, dass er „uns vor Not und Leid“ bewahrt habe. Dezidiert adventlich wurde es dann mit dem Rorate der Niedermuracher Sänger: „Tu auf dich, o Erde, und bringe herfür den Heiland der Menschen“ stimmten die drei Sänger unter der Zitherbegleitung von Eva Borutta an, um dann in den weiteren Strophen Stationen der Weihnachtsgeschichte zu thematisieren, die im Folgenden der Veehharfen Klang (Es weihnachtet sehr) und Allerhand Saiten (Almanda) vertieften.

Alle vier Gesangs- und Musikgruppen hatten sich vor dem Altarraum positioniert. Sie bildeten damit eine dichte Interpreten-Einheit, deren Wirkung auf die Besucher nicht ausblieb. Diese lauschten hingebungsvoll den stimmungsvollen und besinnlichen Beiträgen.

Bei den Liedern der Geschwister Winterer war ein Naturbezug und ein jahreszeitlicher Anklang erkennbar, bevor sie mit dem Wechselgesang „Wer klopfet an“ die Tragik der Herbergssuche zu Gehör brachten. In sphärische Bereiche entführte der Veehharfen Klang seine Zuhörer mit dem Stück „Paradeisl“, bei dem ein altbaierischer Vorläufer des Adventskranzes musikalisch zu Ehren kam. Eine Dreieckspyramide aus Äpfeln und Kerzen stimmte die Menschen auf Weihnachten ein. Als Kontrast zu dieser entrückten Sphärenmusik bot dasselbe Ensemble einige Stationen später die „Hirtenmusik“ mit dumpfen und schweren Tönen, bevor sie rigoros forderten „Laßt den Heiland ein!“ und die Niedermuracher Sänger überzeugend feststellten: „Jetzt fangen wir zum Singen an!“

Der gemeinsame vielstimmige Andachtsruf leitete zu den Dankesworten von Dekan Alfons Kaufmann über, der den Besuchern den Schlusssegen erteilte, bevor diese in das bekannte Adventslied „Tauet Himmel den Gerechten“ einstimmten. Die Spenden, die sich nach dem Konzert in den Körbchen ansammelten, kommen dem Oberviechtacher Kindergarten zugute.

Die Veehharfen im Vordergrund - mal sphärisch zart, mal schwer und dumpf - überzeugten mit ihrer klanglichen Bandbreite.

 

 

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