30.06.2021 - 15:33 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Frischzellenkur für marode Oberviechtacher Gemeindestraße

Zwischen dem Industriegebiet und dem Ortsteil Hof haben Baumaschinen die Regie übernommen. Für 254 000 Euro lässt die Stadt Oberviechtach eine 320 Meter lange Gemeindestraße ausbauen. Das Staatliche Bauamt zahlt mit – das hat einen Grund.

Die alte Asphaltdecke ist bereits verschwunden: Die Arbeiten für den Ausbau der Gemeindestraße vom Oberviechtacher Industriegebiet West (im Hintergrund) bis zum Ortsteil Hof laufen seit Ende Mai.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Ein Bagger greift mit seiner Schaufel ins Erdreich, Maschinen dröhnen und Bauarbeiter schwitzen in der Sonne: Der Ausbau der Oberviechtacher Gemeindeverbindungsstraße, die vom Industriegebiet West zur Kreisstraße SAD 42 bei Hof führt, läuft auf Hochtouren. Am 25. Mai hatte die beauftragte Firma Rappl aus Rötz mit den Arbeiten begonnen. Zwei Wochen zuvor – am 11. Mai – hatte der Stadtrat den Auftrag für das Projekt für eine Angebotssumme von 254 000 Euro erteilt.

Die insgesamt 320 Meter lange Straße war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den Erfordernissen des heutigen Straßenverkehrs. "Sie war mittlerweile einfach zu schlecht", beschreibt Stefan Pronold, Leiter des Technischen Bauamts im Oberviechtacher Rathaus. Die Trasse stamme aus den Zeiten der Flurbereinigung und sei entsprechend marode gewesen. Pronold berichtet von gebrochenem Asphalt, einer nicht funktionierenden Entwässerung und gravierenden Mängeln im Unterbau.

"Die Straße war dem Verkehr, der drüberläuft, nicht mehr gewachsen", sagt der Bauingenieur. Auf der Gemeindeverbindungsstraße sind täglich Autos, Lastwägen und auch landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs. Bei einer bisherigen Fahrbahnbreite von 4,80 Metern sei Begegnungsverkehr nur eingeschränkt möglich gewesen. Größere Fahrzeuge mussten beim Entgegenkommen auf das Bankett ausweichen.

Nun wird für den Verkehr mehr Platz geschaffen: Ein Vollausbau beschert der Fahrbahn eine künftige Breite von 6,80 Meter. Die Straße wird bis zur bearbeiteten Oberfläche des Untergrunds, dem sogenannten Erdplanum, abgetragen. Der Oberbau mit einer Schicht aus Frostschutz und Bitumen wird auf 65 Zentimeter erweitert – "der Bestand bisher war lediglich halb so stark", so Stefan Pronold. Vorgesehen ist, dass die Maßnahme bis Ende Juli über die Bühne ist.

Die Baukosten von über einer viertel Million Euro muss die Stadt Oberviechtach nicht komplett mit eigenem Geld bestreiten. Bei der Finanzierung ist das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach mit im Boot und steuert eine Summe von rund 80 000 Euro bei. Der Anlass dafür ist, dass die sanierte Gemeindestraße beim geplanten Ausbau der Teunzer Kreuzung an der Bundesstraße 22 als Teilumleitungsstrecke dienen soll.

Für die restlichen Kosten von 174 000 Euro ist eine weitere "Geldspritze" in Aussicht: 45 Prozent davon – das dürfte rund 78 000 Euro entsprechen – werden aus Mitteln des Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes übernommen.

Die Vorbereitungen dieses Straßenbau-Projekts datieren bis ins Jahr 2020 zurück: Damals im Mai hatte das Ingenieurbüro Weiß aus Neunburg mit den planerischen Arbeiten begonnen. Die Ausschreibung des Vorhabens war heuer im März im Kalender gestanden.

Was an der Teunzer Kreuzung geplant ist, steht hier

Teunz

Fast 1000 Unterschriften sind gegen die Planung für den Umbau der Teunzer Kreuzung gesammelt worden

Teunz

"Die Straße war dem Verkehr, der drüberläuft, nicht mehr gewachsen."

Stefan Pronold, Leiter des Technischen Bauamts der Stadt Oberviechtach

Stefan Pronold, Leiter des Technischen Bauamts der Stadt Oberviechtach

Die Mitarbeiter der Firma Rappl aus Rötz treiben das Projekt voran.
Es geht voran: Die alte Asphaltdecke ist bereits verschwunden: Die Arbeiten für den Ausbau der Gemeindestraße vom Oberviechtacher Industriegebiet West bis zum Ortsteil Hof (im Hintergrund) laufen seit Ende Mai.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.