09.11.2021 - 14:41 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Mit dem Jeep durch Schlammtrails: Neuer Verein in Oberviechtach

Adrenalinschub pur: Wenn sich die Offroad Freunde Oberpfalz mit ihren Jeeps durch die Trails wühlen, dann ist keine Böschung zu steil und kein Schlammloch zu tief. Aus der Interessensgemeinschaft hat sich nun ein Verein gebildet.

Es braucht mehrere Anläufe, bis dieser Geländewagen wieder aus dem Schlammloch kommt. Nachdem das Hobby in der Gemeinschaft mehr Spaß macht, hat Markus Dums den Verein Offroad Freunde Oberpfalz gegründet.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Bei uns ist jeder willkommen“, sagt Markus Dums, Initiator und Vorsitzender der Offroad Freunde Oberpfalz. Der 46-Jährige aus dem Oberviechtacher Ortsteil Mitterlangau ist ein Allrad-Enthusiast und auf der Suche nach Gleichgesinnten, denen es ebenso viel Spaß wie ihm macht, mit dem Geländewagen durch Schlamm und Dreck zu pflügen. „Offroad“ ist englisch und bedeutet „abseits der Straße“. Als Dums im Jahr 2015 von Augsburg in die Oberpfalz umzog, vermisste er eine geeignete Strecke für sein Hobby. Gemeinsam mit einem Freund wurde er in Tschechien auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Pilsen fündig.

Im Jahr 2018 wurde eine Interessensgemeinschaft gegründet, die schließlich 460 Interessierte verband. Doch die Homepage ist seit einigen Wochen stillgelegt, nachdem am 23. September 2021 die Gründung der Offroad Freunde Oberpfalz als eingetragener Verein erfolgte. „Das war vor allem aufgrund von Haftungs- und Versicherungsfragen notwendig“, erklärt der Vorsitzende, der die Offroad-Passion schon seit über 20 Jahren pflegt.

40 Gründungsmitglieder

Er freut sich über die 40 Gründungsmitglieder aus ganz Bayern und hofft darauf, dass sich weitere dazu finden: „Der Jahresbeitrag von 15 Euro ist nicht hoch.“ Im Gegenzug warte viel Spaß bei gemeinsamen Aktionen und auch eine Adventfeier in Schorndorf sei für heuer angedacht. Mittlerweile stehen zwei große Flächen im Nachbarland, darunter in Dobrany bei Pilsen, zur Verfügung. Diese werden drei- bis viermal im Jahr für jeweils ein ganzes Wochenende komplett angemietet. „Wir sind einer der wenigen Vereine in Deutschland, die Fahrmöglichkeiten haben“, stellt er stolz fest. Der Vorteil für Mitglieder: Sie profitieren von einem günstigeren Eintritt. „Wir sind nicht fahrzeugbezogen, jeder kann kommen mit was er will“, sagt Dums, ergänzt aber sofort „einzige Voraussetzung ist ein Allradantrieb“. Er transportiert seinen umgebauten Wrangler-Jeep per Hänger zum Privatgelände jenseits der Grenze.

Anfänger willkommen

Auch Anfänger sind willkommen. Für sie wird sogar ein Fahrtraining angeboten. „Man muss keine Erfahrung haben, jeder kann fahren wie er will“, sagt der Vorsitzende. Es gibt auch keine Pflicht zum Offroad-Parcour. Doch gerade für die Mitglieder stelle das Rennen auf Zeit in den abgesteckten Trials einen besonderen Anreiz dar: „Es ist ein Adrenalinschub. Denn jeder will die kürzeste Zeit fahren und sich die Urkunde holen“.

Doch es sind nicht nur die heulenden Motoren die sich durch den Schlamm wälzen, die Treffs punkten auch durch ihre Lagerfeuerromantik und die Übernachtung im Zelt. Immer öfters reisen ganze Familien an, die einfach nur Spaß am Abenteuer und der Kameradschaft haben. „Bei uns sind Kind und Kegel immer dabei“, sagt Dums und bezeichnet es als „Pfadfinder-Feeling“, für welches er auch bereits seinen Sohn (8) begeistern kann. „Wir machen auch Jugendförderung“, erklärt er. Die Jugendlichen dürfen mit dem Quad kostenlos am Gelände fahren, „und können so neben einer Menge Spaß auch eine erste Fahrpraxis erleben“. Übrigens: Auch Dams kam schon als Bub mit dem Hobby seines Vaters in Berührung – und als Erwachsener davon nicht mehr los.

Neben den Offroad-Veranstaltungen bietet der Verein ein Portal für Reiselustige, die Länder abseits der Autobahnen mit dem Geländewagen entdecken möchten. „Es sind immer einige in irgendwelchen Ländern unterwegs. Gleichgesinnte finden sich leicht zusammen und können gemeinsam etwas unternehmen“, sagt der Vorsitzende und berichtet, dass die Termine über Whatsapp-Gruppen verbreitet werden. Vor allem Osteuropa, wie Rumänien, Polen und Russland stehen hier hoch im Kurs.

Team gefragt

Nach der Corona-Pandemie ist es angedacht, den Stammtisch in abwechselnden Wirtshäusern wieder aufleben zu lassen. „Alles freiwillig, für Mitglieder gibt es keine Pflichten im Verein“, bekräftigt Markus Dums. Er freut sich, dass die Offroad-Szene nun auch in der Oberpfalz wächst, denn alleine macht ihm sein Hobby nur halb so viel Spaß. Und schließlich ist es auch ein Stück Sicherheit, in der Gruppe unterwegs zu sein. Teamarbeit ist angesagt, wenn sich ein Fahrzeug festgefahren hat, es eine Panne gab oder eine Bergungsaktion notwendig ist. „Uns ist noch nichts passiert“, freut sich der Vorsitzende über seine actiongeladene Freizeitbeschäftigung. Der neugegründete Verein wird sicher dazu beitragen, dass es in der Oberpfalz bald noch mehr Allrad-Enthusiasten gibt. Denn schließlich ist im Grenzland auch das Trainingsgelände nicht weit.

Die Anfänge der Offroad Freunde Oberpfalz als Interessensgemeinschaft

Oberviechtach
Hintergrund:

Offroad Freunde Oberpfalz

  • Veranstaltungen: Offroad-Wochenenden auf einem Privatgrundstück bei Pilsen (Tschechien). Fahrtraining für Anfänger und Jugendliche (Quad) möglich.
  • Offroad-Reisen: Mitglieder organisieren für Gleichgesinnte gemeinsame Fahrten mit Geländewagen.
  • Seit 2018 als Interessensgemeinschaft aktiv. Vereinsgründung erfolgte am 23. September 2021.
  • Vorstandsteam: Markus Dums, Oberviechtach (1. Vorsitzender); Andreas Kalmbach, Herzogenaurach (2. Vorsitzender); Alois Friedrich Beer, Falkenfels (Veranstaltungsleiter/Sportleiter); Kristian Reichenberger, Gaisthal (Schriftführer); Stefan Bielmeier, Chamerau (Beirat).
  • Jahresbeitrag 15 Euro (Jugendliche bis 18 Jahre frei).
  • Mitglied werden: Aufnahmeantrag auf der Homepage (www.offroad-freunde-oberpfalz.de) abrufbar, bzw. Anfrage bei Markus Dums, 0160/92 382 551.

 

 

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