13.11.2019 - 20:00 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Jürgen Neuber verlässt Freie Wähler und PWG

Jürgen Neuber zieht einen Schlussstrich: Er hat am Mittwoch seinen Austritt aus der Parteilosen Wählergruppe (PWG) Oberviechtach, der Landesvereinigung der Freien Wähler in Bayern und der FW-Fraktion im Kreistag bekannt gegeben.

Jürgen Neuber hat bei den Freien Wählern und der PWG Oberviechtach seinen Austritt erklärt.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Der Ex-Landratskandidat und stellvertretende Bezirksvorsitzende wirft hin und spart dabei nicht mit Kritik: Sogar von Mobbing ist in seinem Statement die Rede, von der Vertreibung aus Ämtern.

„Arbeiten zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger, sachlich, unabhängig, allein dem Allgemeinwohl verpflichtet“. Dies sei lange Zeit das Motto der PWG Oberviechtach und der Freien Wähler gewesen, schreibt Jürgen Neuber in einer Pressemitteilung. "Seit einigen Jahren beobachte ich bei beiden Gruppierungen, wie sie sich immer mehr von diesen moralischen Grundwerten entfernen. Für mich hat das Motto aber nach wie vor Gültigkeit. Mein Anspruch ist es, Politik für die Bürger zu machen und nach dem Besten für sie zu streben. Persönliche Interessen und private Pfründe dürfen dabei keine Rolle spielen. Es muss offen und mit Anstand gearbeitet und an einem Strang gezogen werden", betont Neuber.

Nahezu 30 Jahre habe er bei seiner politischen Arbeit diese Werte gelebt. "Wer jedoch an den Grundsätzen festhalten will, wird gemobbt und sogar aus seinen Ämtern vertrieben sowie Kandidaturen und Positionen verwehrt. Die offene Diskussion, das Ringen um die bessere Lösung, auch in personellen Fragen, ist völlig verloren gegangen", findet Neuber deutliche Worte.

Nun sei ein Punkt erreicht, "der es mir nicht mehr möglich macht, in meiner bisherigen politischen Heimat wirkungsvoll Politik zu machen". Daher habe er für sich die Konsequenzen gezogen und sowohl die Landesvereinigung der Freien Wähler, die Fraktion im Landkreis Schwandorf sowie die PWG Oberviechtach verlassen. Neuber verhehlt nicht: "Dieser Schritt schmerzte mich ganz besonders, da sowohl mein Großvater als auch mein Vater zu den Gründervätern und Gestaltern gehörten, ohne deren Arbeit die Erfolge beider Gruppierungen nicht möglich gewesen wären". Einen Teil des vergangenen Erfolgskurses reklamiert Jürgen Neuber auch für sich. "In meinen Ämtern unter anderem als Kreisrat seit 2002, Fraktionssprecher, Verwaltungsrat der Krankenhausgesellschaft und Stadtrat aber auch mit meinen Kandidaturen aus reinem Idealismus, wie für den Bundestag, oder als Landratskandidat habe ich mich immer mit großem persönlichem Einsatz für den gemeinsamen Erfolg ehrenamtlich engagiert."

Der Kommunalpolitiker spricht all denjenigen seinen Dank aus, die ihn auf diesem Weg unterstützt haben, "unter anderem auch einmal gegen den Sturm der öffentlichen Meinung das Richtige zu tun. Hier sei nur an die schwierigen Entscheidungen zu unseren Krankenhäusern erinnert, die sich mittlerweile auf einem sehr guten Weg befinden". Wie der E-Mail noch zu entnehmen ist, möchte Neuber seine Arbeit künftig als "unabhängiger Kreisrat" fortführen.

Das sagt Dieter Jäger, Kreisvorsitzender der Freien Wähler im Landkreis Schwandorf dazu

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