29.06.2021 - 16:59 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Kino in Oberviechtach öffnet wieder

Wenn im Bayern der Kinowelt ermittelt wird, wird’s meist lustig. Kein Wunder, dass diese Filme unbedingt auf die Leinwand wollen – denn dann strömen die Zuschauer. Und so beginnt die cineastische Nach-Pandemie-Zeit mit „Weißbier im Blut“.

Karl und Maria Pösl freuen sich, dass mit dem Monat Juli auch ihr Lichtspielhaus Oberviechtach wieder seinen Betrieb aufnehmen kann - nach fast einem Dreivierteljahr Zwangspause.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Nicht nur dem Ehepaar Pösl, das das Lichtspielhaus Oberviechtach am Marktplatz betreibt, fällt mit der neuerlichen Öffnung der Kinos ein Stein vom Herzen. Volle acht Monate, seit dem 2. November 2020, dauerte die Zwangspause, in die die Abspielstätten geschickt wurden. Im Landkreis Schwandorf hat das außer der Stadt Oberviechtach noch Schwandorf, Nittenau und Burglengenfeld betroffen, wo sich kleinere und größere Kinos befinden.

"Wir sind zurück," jubeln die Pösls auf ihrer Homepage kino-oberviechtach.de mit Blick auf den Juli. Ab dem Freitag dieser Woche, also dem 2. Juli, steigen sie wieder ins Angebot ein und setzen dabei in der Abendvorstellung auf die Krimikomödie "Weißbier im Blut" mit dem Kabarettisten Sigi Zimmerschied als ständig alkoholisierten Kommissar und Luise Kinseher als üppigen Kellnerin. Es geht um eine Leiche auf einem Bauernhof und das Liebesleben des unorthodoxen Ermittlers - und wer mehr wissen will, ist im Lichtspielhaus Oberviechtach gut aufgehoben. Am Wochenende steigt dann am Nachmittag als zweiter Film noch "Catweazle" mit Otto Waalkes ein. Auch hier geht's natürlich amüsant zu.

Weniger lustig und eher eine Pflichtübung ist der Umgang der Kinobetreiber landauf, landab mit den Hygieneschutzbestimmungen, die staatlicherseits an die Öffnung der Häuser geknüpft wurden. "FFP2-Masken sind Pflicht," betont Maria Pösl - eigentlich auch während der Vorstellung. Trotzdem sei unter dem Film "der Verzehr von unserem kesselfrischen Popcorn sowie einem Getränk erlaubt". Beim Karten-Kauf müsse, so Maria Pösl, der Name und die Telefonnummer hinterlegt werden.

Natürlich kann nicht jeder Platz im Saal besetzt werden, Abstände sind gefordert. Ausnahmen sind möglich für "zehn Personen aus verschiedenen Haushalten, die als Gruppe zusammenhängende Plätze/Tickets buchen," wie es die Nittenauer Kinobetreiberin Christine Mauerer auf ihrer Homepage kinocenter-nittenau.de erläutert. Ansonsten gelte: "Bei Platzreservierung und Ticketkauf werden jeweils beidseits zwei Sitze automatisch blockiert, um den Sicherheitsabstand zu gewährleisten. Jede zweite Sitzreihe bleibt frei." Bei einem Ticketkauf an der Kinokasse, würden die Kontaktdaten (Emailadresse und/oder Telefonnummer) notiert. Die Datenerfassung könne auch über die Luca-App erfolgen. "Bei online bezahlten Tickets sind die Daten automatisch erfasst," so Christine Mauerer.

In Nittenau setzt man übrigens auch auf das Zugpferd Sigi Zimmerschied, dazu gesellt sich "Catweazle", "Peter Hase 2" und der Rache-Thriller "Nobody". Am Wochenende steigt dann noch der Animationsfilm "Yakari" ein, in dem es um einen kleinen Indianerjungen geht.

Filmisch ganz anders aufgestellt ist das Lichtwerk-Kino in Schwandorf, das in seinen zwei Sälen in den Abendvorstellungen die Komödie "Kings of Hollywood" und den Thriller "Der Spion" ins Rennen schickt. Der Nachmittag gehört der Fortsetzung von "Peter Hase" und den zwei Animationsfilmen "100 % Wolf" und "Clara und der magische Drache".

Ein weiteres Schmankerl hat man in Schwandorf noch in petto: Das Open-Air Kino im Stadtpark. Die "Filmnächte an der Naab" verwandeln vom 22. Juli bis 15. August den Stadtpark zum vierten Mal zu einem der schönsten Open-Air-Kinos in der Region - mit einem abwechslungsreichen Film-Programm, zu dem auch die "Rocky Horror Picture Show" gehören wird. Und auch der niederbayerische Provinzpolizist Franz Eberhofer kommt nicht zur Ruhe: Zu seinem "Kaiserschmarrn Drama" lädt er Ende Juli ein.

Die deutsche Filmbranche plant eine bundesweite Wiedereröffnung der Kinos ab 1. Juli.

Schwandorf
Hintergrund:

Ermittlungen in der Provinz

Gleich zwei Krimikomödien aus Bayern sollen die Zuschauer ins Kino locken.

  • "Weißbier im Blut" (ab 1. Juli): Der Duft von Kuhfladen weht über dem abgelegenen, hochverschuldeten Holznerhof, als Kommissar Kreuzeder (Sigi Zimmerschied) den Tatort betritt: In der Scheune unter dem Mähdrescher liegt – in seine Einzelteile zerlegt – eine nicht zu identifizierende Leiche. Nur sehr widerwillig macht sich der einst beste Kommissar Niederbayerns an den Fall, denn inzwischen verbringt Kreuzeder seine Zeit statt am Schreibtisch lieber im Wirtshaus, wo er so ganz nebenbei das Herz der üppigen Kellnerin Gerda Bichler (Luise Kinseher) erobert.
  • "Kaiserschmarrndrama" (ab Ende Juli): Der niederbayerische Provinzpolizist Franz Eberhofer kommt nicht zur Ruhe: Ein ermordetes Camgirl, sein Partner im Rollstuhl, Susi mal wieder eigensinnig und dazu noch eine Biker-Gang! Als Mona, die Schwester des Pfarrers aus dem Nachbardorf, tot im Wald aufgefunden wird, muss Franz Eberhofer ermitteln. Das Opfer war neu in der Gegend und arbeitete als Internet-Stripperin. Als eine zweite Leiche auftaucht, befürchtet der Franz, dass ein Serienkiller sein Unwesen in Niederkaltenkirchen treibt.

 

 

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