15.10.2018 - 15:14 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Mundarten als Teil der Sprachkultur

Über 200 Teilnehmer lockt die Fachtagung "Dialekt und Schule" nach Landshut. Ziel ist es, die regionalen Mundarten verstärkt in Lehrplan und Unterricht zu verankern. Einen Teil des Programms gestalten zwei Oberviechtacher.

von Autor SLUProfil

"Die in Bayern gesprochenen Mundarten sind ein unverzichtbarer Teil der Sprachkultur einer großen Anzahl von Schülern und tragen damit ganz wesentlich zu ihrer bayerischen Identität bei. Eine wichtige Aufgabe an den Schulen in Bayern ist es, bei allen Schülern das Bewusstsein dafür zu schärfen, Dialekt als Wurzel und bereicherndes Element der deutschen Sprache wahrzunehmen. Der Dialekt ist als wesentlicher Bestandteil jugendlicher Erfahrungswelt auch Gegenstand des Lehrplans und des Sprachunterrichts."

Mit diesen Worten kündigte die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen die groß angelegte Fachtagung "Dialekt und Schule" an, die mit mehr als 200 Teilnehmern in Landshut stattfand. Ein wesentlicher Inhalt des umfangreichen Programms neben musikalischen Beiträgen, einer Rede von Staatsminister Bernd Sibler, einem Vortrag von Professor Klaus Wolf (Universität Augsburg), einem Podiumsgespräch, einer Mundartlesung und einem "Markt der Möglichkeiten der Dialektförderung" mit verschiedenen Ständen waren so genannte Infoforen zu praxisbezogenen Themen.

Eines dieser Infoforen wurde auf Einladung des Kultusministeriums von Dr. Ludwig Schießl, dem Leiter des Oberviechtacher Dialektforums, und seiner Gattin Maria gestaltet. Der Titel lautete: Schulische Projektarbeit zum Thema "Dialekt - Allgemeiner Überblick und handlungsorientierte Praxisbeispiele (im Rahmen von "Mundart wertvoll" im Wertebündnis Bayern)". Das Ziel dieser Veranstaltung bestand darin, "den Dialog über Möglichkeiten, Mittel und Wege der schulischen Dialektförderung zwischen Wissenschaft, Lehrkräften und externen Partner anzustoßen und praktische Anregungen für die Umsetzung der Dialektförderung in Unterricht und Schulleben verschiedener Schularten zu geben".

Die große Teilnehmerresonanz zeigte, dass diesbezüglich sowohl ein großes Interesse als auch ein Informationsbedürfnis besteht. Als Summe seiner dialektpflegerischen Erfahrungen der vergangenen rund 20 Jahre gab Dr. Schießl zunächst einen Abriss über die relevanten Themenbereiche, die Organisationsformen, inhaltlichen Aspekte, Präsentationsformen, Kooperations- und Ansprechpartner sowie die einschlägige Literatur.

Maria Schießl wiederum führte den Anwesenden die Zielsetzung und die verschiedenen Facetten des von ihr im Schuljahr 2015/16 an der Staatlichen Realschule Neunburg vorm Wald organisierten Projekts "Lebendige Mundart - dargestellt in einem illustrierten Sachgruppenwörterbuch" vor Augen.

Der Tenor der Tagung lautete, dass der Dialekt zunehmend an Bedeutung gewinnt und eine entsprechende Wertschätzung erfährt, die es im schulischen Alltag mit adäquaten Maßnahmen zu kanalisieren und umzusetzen gilt.

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