07.10.2019 - 16:22 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Neue Wege zur Mundart aufgezeigt

Seit über 20 Jahren macht sich der Heimatkundliche Arbeitskreis für die Oberpfälzer Mundart stark. Ein besonderer Abend im Museum rückt den Dialekt der Region erneut in den Fokus. Texte und Musik verdeutlichen sprachliche Besonderheiten.

Der musikalische Teil des Abends wurde von dem Duo „D’Schöllnkine“ (Werner Dietz, links, und Alfons Margraf) sowie von der Sängerin Nathalie Margraf bestritten.
von Autor SLUProfil

Eines der Hauptanliegen, das die Verantwortlichen des Heimatkundlichen Arbeitskreises (HKA) verfolgen, ist es, innovative Formen einer zeitgemäßen Dialektpflege zu entwickeln. Das neueste Ergebnis wurde nun im Kulturzentrum in der Marktmühle unter dem Titel „Musikalisch-literarischer Streifzug durch den Oberviechtacher Dialekt“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

Den Initiatoren des Abends ging es darum, die Wesenszüge der heimischen Mundart zu präsentieren und die Ausführungen auf heiter-beschwingte Art und Weise zu illustrieren. Der Reaktion der Besucher war zu entnehmen, dass dieses Konzept sowohl unter dem Aspekt der Unterhaltung als auch unter dem Blickwinkel der „didaktischen Komponente“, wie es HKA-Vorsitzender Ludwig Schießl in seinen einleitenden Worten formulierte, sehr gut ankam. Es wurde als geeignet erachtet, um mit anderen Schwerpunkten, zum Beispiel zu den Themenbereichen Dialektwortschatz und -grammatik, fortgesetzt zu werden.

Dieses Mal lag der Fokus auf der dialektgeographischen Einordnung des Oberviechtacher Mundartraums in die gesamtbayerischen Dialektlandschaften sowie auf der Charakterisierung des Bairischen allgemein und des Nord(mittel)bairischen, so wie es in Oberviechtach und Umgebung gesprochen wird, im Speziellen. Die beiden Bereiche, denen dabei die Aufmerksamkeit von Referent Dr. Ludwig Schießl galt, waren die Lautung und der Wortschatz. In diesem Zusammenhang wurden auch die Hausnamen und die mundartlichen Namen verschiedener Speisen einer Betrachtung unterzogen.

Untermalt und veranschaulicht wurden Schießls Ausführungen durch ausgewählte Musikstücke und Textbeiträge, vorgetragen von dem Duo „D' Schöllnkine“ mit Alfons Margraf (Akkordeon) und Werner Dietz (Gitarre), der Sängerin Nathalie Margraf sowie den HKA-Vorstandsmitgliedern Siegfried Bräuer und Maria Schießl.

Sowohl bei der Musik als auch bei der Literatur und der Kulinarik wurde unter anderem auf Schülerprojekte zurückgegriffen, die unter der Koordination von Maria Schießl mit großem Erfolg bearbeitet worden waren. Darunter bei der im Wechselspiel zwischen Standardsprache und Dialekt dargebotenen „Gschicht vom Suppmkaschper“ sowie den Liedern „Wejderawöll“ und „I ho an Dram“, die von Psychologiestudentin Nathalie Margraf aus Gaisthal mit ihrer kraftvollen glockenhellen Stimme meisterhaft interpretiert wurden. Mit den Gedichten „Owa Pfalz“ und „Mei Hoimat“ wurde zudem an den im Januar verstorbenen Mundartautor Alois Gillitzer aus Niedermurach erinnert.

Der Arbeitskreis:

Seit mehr als zwei Jahrzehnten hat sich der Heimatkundliche Arbeitskreis Oberviechtach die Pflege des Dialekts zur Aufgabe gemacht. Mittlerweile stellt dieser Bereich in Form des Oberviechtacher Dialektforums den Schwerpunkt der Vereinstätigkeit dar, wovon eine Vielzahl von Veranstaltungen, Vorträgen, Projekten und Publikationen Zeugnis geben. Von 1996 bis 2016 wurden zum Beispiel als Grundlage des im Entstehen begriffenen „Oberviechtacher Wörterbuchs“ in 129 Dialektabenden rund 5000 Dialektwörter behandelt. (slu)

HKA-Vorsitzender Ludwig Schießl gab den Besuchern einen Einblick in die Merkmale des Oberviechtacher Dialekts.

Aktuell und Wissenswert

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