02.07.2020 - 11:55 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtach erfasst seine Direktvermarkter

Die Verbraucher denken um: Mehr und mehr wird beim Einkauf auf Regionalität geachtet. Über die Homepage der Stadt Oberviechtach sollen künftig Kunden und örtliche Direktvermarkter zusammengeführt werden.

Eine etablierte Plattform für den Austausch von Direktvermarktern und Kunden ist im Landkreis Schwandorf seit vielen Jahren der Oberpfälzer Bauernmarkt (Bild). Die Stadt Oberviechtach möchte die lokalen Anbieter verschiedenster Sortimente aus ihrem Stadtgebiet per Internetportal bekannter machen.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Der "Einkauf dahoam" hat vor allem in der Corona-Krise einen Sprung nach vorn gemacht. Immer häufiger spielt für die Verbraucher die Herkunft der Lebensmittel eine Rolle. "Regionalität erleben und schmecken", hat beispielsweise der Bayerische Bauernverband als Motto ausgegeben, der damit für den Einkauf auf Bauernmärkten und in Hofläden wirbt.

In Oberviechtach ist während der Pandemie die Initiative "Kauf regional" entstanden, die durch die Parteilosen Wählergruppen und die Jungen Wähler initiiert worden ist. Dabei wurden Gastronomiebetriebe in Stadt und Umland erfasst, die Abhol- oder Lieferdienste anbieten. Auf diesen Zug springt nun auch die Stadtverwaltung auf: Sie bietet Direktvermarktern aus dem Stadt- und Gemeindegebiet an, sich kostenlos auf den Internetseiten der Stadt zu präsentieren.

"Diese Idee ist im neuen Ausschuss ,Gesundheit, Jugend, Kultur, Sport und Soziales‘ entstanden", erzählt Bürgermeister Rudolf Teplitzky gegenüber Oberpfalz-Medien. Die elf Mitglieder aus den Reihen des Stadtrates waren am 25. Juni zu einer ersten Sitzung zusammengekommen, um sich Themen zu überlegen. Der Impuls, lokalen Anbietern einen Platz auf der Homepage der Stadt anzubieten, sei von CSU-Stadträtin Lydia Eckert gekommen, berichtet Teplitzky.

In Oberviechtachs Nachbarstadt Neunburg sind regionale Produkte im Online-Kaufhaus erhältlich

Neunburg vorm Wald

Wer sich und sein Angebot auf diese Weise präsentieren möchte, soll sich per E-Mail bei der Stadtverwaltung unter hauer[at]oberviechtach[dot]de melden. Eine Einschränkung gibt es nicht: Vom Biohof über den Imker bis hin zu Anbietern von Milch, Eiern und Fleisch soll laut Rudolf Teplitzky unter anderem die Palette reichen. An Sortimentsbeschränkungen wird vorerst nicht gedacht: Auch die Anbieter von Kleinkunst und Waren aus Handarbeit können sich melden. "Wichtig ist uns vor allem die Regionalität", sagt der Bürgermeister. Es gehe darum, lokale Anbieter zu unterstützen, "und nicht unbedingt jemanden aus dem Bayerischen Wald".

Wir wollen das Thema "Kauf regional" weiter vorantreiben, auch um noch mehr aus Oberviechtach zu machen.

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

Bürgermeister Rudolf Teplitzky

Das Thema "Kauf regional" soll damit weiter vorangetrieben werden – "es ist mir wichtig, auch um noch mehr aus Oberviechtach zu machen". Denn vielen Bürgern sei das Angebot der Direktvermarkter in Stadt und Umland bisher gar nicht bekannt. "Das wollen wir ändern, und damit die Kunden und Anbieter zusammenführen", gibt der Bürgermeister zu verstehen.

Mit dem Vorhaben werden auch ein Stück weit die Weichen dafür gestellt, Kaufkraft in der Region zu binden. Es geht darum, das Bewusstsein für regionale Produkte und nachhaltig erzeugte Lebensmittel zu wecken und weiter auszubauen. Rudolf Teplitzky hofft, dass jede Menge Rückmeldungen von Anbietern auf dem Tisch liegen, wenn der Ausschuss nach der Sommerpause zu seiner nächsten Sitzung zusammentritt. Eine entsprechende Resonanz vorausgesetzt, sei es laut Teplitzky sogar denkbar, dass die Stadt einen eigenen Flyer mit einer Übersicht der Direktvermarkter herausgibt.

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