01.04.2021 - 16:50 Uhr
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Oberviechtach vermisst Wahrzeichen: Maibaum soll nicht länger warten

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Gähnende Leere auf dem Oberviechtacher Marktplatz: Seit nun schon zweieinhalb Jahren vermissen die Bürger ihren Maibaum. Stadt und Bundeswehr wollen deshalb trotz Corona-Pandemie ein Zeichen setzen. Die Vorbereitungen laufen.

Der Maibaum 2021 ist in Vorbereitung: Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky (von links) und Hauptfeldwebel Enrico Quandt schauten vorbei, als Johann Elsner (von rechts) und Manfred Ebnet vom Bauhof zusammen mit Antonia Martin und Chris Modrack Schleifarbeiten an der 2020 aufgetragenen Farbe ausführten.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Ein Maibaum, der ein Dorf schmückt, ist Ausdruck dafür, dass der Zusammenhalt im Ort stimmt. Dass ist auch der Gedanke in Oberviechtach, wobei es hier darum geht, ein sichtbares Zeichen für das gute Miteinander von Bürgern und Soldaten zu setzen. „Mir ist es wichtig, dass wir den Baum heuer aufstellen. Es ist ein Wahrzeichen für unsere Stadt“, sagte Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky am Dienstag in der Halle des Kleintierzuchtvereins. Hier lagert das künftige Schmuckstück mit einer Länge von immerhin 30 Metern seit einer Woche. Allerdings fehlt noch die Spitze, und die Figuren werden erst an Ort und Stelle angebracht.

Der Maibaum in Oberviechtach muss 2018 aus Sicherheitsgründen abgebaut werden

Die Corona-Pandemie lässt das traditionelle Aufstellen mit Manneskraft allerdings nicht zu. Deshalb wird ein Autokran den Baum schnell und sicher in die Verankerung heben. Auch die anschließende Feier am Marktplatz muss ausfallen. „Trotzdem ist es eine Zusammenarbeit von Bauhof und Soldaten“, betonte Teplitzky gegenüber der Oberpfalz-Medien-Redaktion, während sich Hauptfeldwebel Enrico Quandt mit Manfred Ebnet und Johann Elsner vom städtischen Bauhof über Details austauschte.

Unbekannte Tradition

Quandt hatte bereits im Jahr 2014 das Kommando über die Vorbereitungen. Er berichtet davon, wie die "Handaufstellung" für die knapp 100 Soldaten zu einem Highlight wurde, vor allem nachdem viele aus den neuen Bundesländern stammten und diese Tradition nicht kannten. Auch THW, Feuerwehr und Bauhof waren bei der Aktion vertreten. Heuer wird nicht nur das Aufstellen im kleinen Kreis ablaufen, auch schon bei den Vorarbeiten muss der Bauhof aufgrund der dünnen Personaldecke beim Panzergrenadierbataillon 122 einspringen. "Unsere Manpower ist nur sporadisch verfügbar. Wir müssen uns für den Auslandseinsatz in Mali vorbereiten und die Amtshilfe läuft", so der Hauptfeldwebel.

"Unsere Manpower ist nur sporadisch verfügbar. Wir müssen uns für den Auslandseinsatz in Mali vorbereiten und die Amtshilfe läuft."

Hauptfeldwebel Enrico Quandt

Ein Blick zurück: Im Jahr 1968 stellten die Soldaten zum ersten Mal einen Maibaum als Geschenk an die Stadt auf. Dies pendelte sich später im Sechs-Jahre-Rhythmus als Gemeinschaftswerk ein. Am 30. April 2008, am letzten Arbeitstag von Bürgermeister Wilfried Neuber (19 Jahre im Amt), wurde der Maibaum mit einer großen Feier in die Höhe gewuchtet (stand bis 2012). Am Vortag des 1. Mai 2014 war es dann Bürgermeister Heinz Weigl, der sich bei allen Helfern bedankte. Der Baum musste im September 2018 aus Sicherheitsgründen umgelegt werden. Doch mit der geplanten Aufstellung am 30. April 2020, quasi als letzte Amtshandlung von Heinz Weigl vor der Geschäftsübergabe an Nachfolger Rudolf J. Teplitzky, wurde es coronabedingt nichts.

"Es ist ein Zeichen von Normalität, wenn der Maibaum wieder steht. Denn das Leben geht weiter, auch wenn Corona uns weiterhin begleitet."

Bürgermeister Rudolf J. Teplitzky

Jubiläum nein, Baum ja

2021 steht nun das Jubiläum "60 Jahre Garnisonsstadt Oberviechtach" im Kalender. Dieses sollte beim Heimatfest groß gefeiert werden. Das Fest ist abgesagt, aber der Maibaum soll als sichtbares Zeichen in die Höhe ragen. Die Soldaten der Patenkompanie, des 2./Panzergrenadierbataillons 122, hatten die Fichte bereits 2019 am Standortübungsplatz gefällt und vorbereitet. Jetzt muss noch einmal nachgeschliffen werden, bevor die weiß-blaue Farbe aufgebracht wird. Auch die Halterungen für die Figurengruppen, Zunftzeichen und die zwei Kränze werden fixiert. Bürgermeister Teplitzky freut sich: "Es ist ein Zeichen von Normalität, wenn der Maibaum wieder steht. Denn das Leben geht weiter, auch wenn Corona uns weiterhin begleitet."

So eng wird’s heuer am Marktplatz Oberviechtach nicht: Der Maibaum 2014 wurde mit Muskelkraft in die Höhe gewuchtet; 2021 wird dies ein Autokran übernehmen. Auch die gesellige Feier ist in Coronazeiten gestrichen.
Ein Symbol fürs Miteinander:

Ein Symbol fürs Miteinander

Erstmals im Jahr 1968 stellten die Soldaten der Grenzlandkaserne Oberviechtach einen Maibaum am Marktplatz auf, quasi als ein Geschenk an die Bürger. Es entwickelte sich eine Gemeinschaftsaktion zwischen Stadt und Bundeswehr, welche nun schon Jahrzehnte gepflegt wird. Der letzte Maibaum wurde am 30. April 2014 aufgestellt.

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