18.12.2020 - 11:45 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Mittelschule sieht sich für Distanzunterricht gerüstet

Die Lernplattform "Mebis" schwächelt seit Monaten, der Schulverband Oberviechtach dagegen hat seine Hausaufgaben gemacht: Die Doktor-Eisenbarth-Mittelschule sieht sich fürs Homeschooling gut aufgestellt – auch mit internen Lösungen.

Lehrerin Anja Pongratz (links) nutzt die Notebooks in ihrer Klasse, um die Schüler auf die Anforderungen der digitalen Welt vorzubereiten.
von Alois KöpplProfil

Werner Winderl, Leiter der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule, sieht seine Schule „in einem breit aufgestellten Lernangebot gut auf den zweiten Lockdown vorbereitet“. Wie der erfahrene Schulmann berichtet, habe man bei der ersten Schulschließung im Frühjahr sehr schnell über die schuleigene Homepage reagieren können, so dass die Schüler – in der auch für viele Familien schwierigen Zeit – relativ gut mit Unterrichtsmaterial versorgt werden konnten. Auch der für Prüfungsklassen stattfindende Wechselunterricht habe damals gut funktioniert. „Diesen Eindruck bestätigen auch die Prüfungsnoten“, so Winderl.

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Die kurzfristigen Änderungen in der letzten Schulwoche waren etwas überraschend, zumal ein Teil der Kinder beschult wurde, andere wiederum eigenständig lernen sollten. Die Lernplattform „Mebis“ führte lange Zeit ein Schattendasein. Mit dem ersten Lockdown schnellten die Benutzerzahlen in die Höhe, und das System ging wegen Überlastung schnell in die Knie. Das änderte sich auch bei der wiederholten Schließung der Schulen im Dezember nicht. Die Doktor Eisenbarth-Mittelschule hat aber in der Zwischenzeit, auch mit tatkräftiger finanzieller Unterstützung des Schulverbandes als Träger und mit Bürgermeister Rudolf Teplitzky als Vorreiter, in mehreren Bereichen stark nachgerüstet. Über die Internet-Seite der Schule kann jede Klasse in einem individuell passwortgeschützten Bereich Unterrichtsmaterial abrufen.

Die Möglichkeiten der Lehrkräfte sind aber breiter gefächert, da die Homepage nicht die einzige Option ist. Ein Konzept der „Notebook-Klassen“ ist ein weiterer Baustein, der neben anderen Möglichkeiten das breite Angebot an Lernvideos und digitalem Unterrichtsmaterial nutzt. Obwohl in der Zwischenzeit sowohl Schüler als auch ein Teil der Eltern im Umgang mit der Lernplattform „Mebis“ geschult worden sind, setzt der Schulleiter auf Mehrgleisigkeit, ohne dass dabei der Datenschutz außen vor bleibt.

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Durch Mittel aus dem Digitalpakt können weitere Klassen mit Notebook-Koffern ausgestattet werden. Leihgeräte für das Lernen zuhause stehen ebenso zur Verfügung wie ab Januar das Videokonferenzsystem „BigBlueButton“ in Ergänzung zum schwächelnden „Mebis“. Der zu Beginn des Schuljahres angeschaffte Schulmanager erleichtert die Kommunikation mit den Eltern. Damit auch Klassen ohne Vollausstattung mit Tablets im Verband auf digitale Medien und auf das Internet zugreifen können, wurde ein dritter Computer-Raum mit 28 Bildschirm-Arbeitsplätzen eingerichtet. Zudem ist das gesamte Schulhaus W-Lan-fähig, das heißt die Kinder und Lehrkräfte können bei Bedarf und Freigabe mit eigenen Geräten auf das Internet zugreifen. Die Stadt Oberviechtach unterstützt dabei die Schule, indem der Breitbandanschluss vorangetrieben wird.

Trotz aller pandemiebedingten Widrigkeiten ist Schulleiter Werner Winderl optimistisch, „den Unterricht in den nächsten Wochen und Monaten Dank der guten Vorarbeit des Schulverbandes und der Schule anbieten zu können". Er bittet darum Verständnis zu zeigen und es in Kauf zu nehmen, "wenn es hie und da vielleicht mal zwickt".

 

 

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