07.09.2021 - 18:59 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Museum öffnet mit neuem Schwung

Ins Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum kehrt nach der Corona-Pause wieder Leben ein. Die ehrenamtlichen Museumsmitarbeiter sind darauf vorbereitet. Sie haben jedoch einen Wunsch.

Theresia Dickerhof (von links), Maria Ahlemeyer und Juane Demleitner freuen sich, wieder Besucher im Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum begrüßen zu können. Sie waren auch am ersten Öffnungstag anwesend.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Silvester 2019 fand die letzte öffentliche Führung im Doktor-Eisenbarth-und Stadtmuseum in der Marktgasse statt. Jetzt kehrt die Einrichtung langsam wieder zum Normalbetrieb zurück. Die drei Damen, die am Wochenende den ersten Öffnungstag nach der langen Schließungsphase von über eineinhalb Jahren stemmten, sind auch beim Pressetermin am Dienstagnachmittag anwesend. Und auch am zweiten Tag ist die Besucherzahl sehr übersichtlich.

"Ein Museum ist ein totes Museum, wenn es geschlossen ist. Ich freue mich, wenn wieder Leben einkehrt", sagt Theresia Dickerhof an der Kasse. Wie Maria Ahlemeyer, die im August neu gewählte Vorsitzende des Museumsvereins bemerkt, hat es in der Schließungsphase einige angemeldete Führungen gegeben. Und auch für kommenden Samstag hat sich eine Gruppe angesagt. Diese wird Juane Demleitner übernehmen. Mit ihrer zwölfjährigen Erfahrung fühlt sie sich auch nach der Corona-Pause fit dafür. "Wie lange ist ein Faden, den man aus einem Gramm Gold ziehen kann?", fragt sie in die Runde. "Zwei bis drei Kilometer", kommt es zurück. "Das letztere ist richtig", löst Demleitner auf, die als Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen, welche die Museumsdienste leisten, fungiert. Zu dieser Gruppe gehören neben Dickerhof auch Gisela Frischmann, Martina Köppl, Christa Baumer und Rita Foißner.

Für Bürger interessant machen

Während Gäste aus ganz Deutschland vorbeischauen, sind viele Oberviechtacher noch nicht in ihrem Museum gewesen. "Einheimische kommen nur mit ihrem Besuch vorbei oder bei einem Klassentreffen", stellen die drei Damen fest. Das soll sich ändern. Denn wie Maria Ahlemeyer verrät, wollen Museumsverein und Stadt ein Konzept ausarbeiten, um das Interesse der Bürger für die Stadtgeschichte zu fördern.

Theresia Dickerhof und Juane Demleitner haben die gleichen Lieblingsabteilungen: Gold und Eisenbarth. "Mir gefällt das Gebäude allgemein, die moderne Aufmachung und der etwas unheimliche und geheimnisvolle Stollen", sagt die Vorsitzende. Die Verweildauer im Haus liegt bei etwa einer Dreiviertelstunde. Am vergangenen Sonntag war eine Familie Eisenbarth da, die sich allerdings viel länger und äußerst interessiert umschaute. Sehr zur Freude des Museumsteams.

Maria Ahlemeyer verweist auf die interaktiven Medien-Stationen, die besonders in der Abteilung Handwerk und Hausnamen auch die Kinder beschäftigen. "Ich greife darauf gerne zurück, denn als Fränkin sind die Hausnamen für mich doch sehr schwierig", sagt Juane Demleitner lachend. Hier ist Theresia Dickerhof fit: "Ich geb immer das Beispiel von den drei Herren mit dem gleichen Namen Hans Roßmann, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Erst mit den Hausnamen Bildhauer, Weißgerber und Gürtlweber kann man sie auseinanderhalten."

Noch vieles zu organisieren

Unterstützung bei den Führungen erhält Juane Demleitner bei Bedarf von Rosi Zithier, Wilfried Neuber und Ludwig Schießl. Die Schulklassen übernimmt in der Regel Siegfried Bräuer. Die neu geordnete Sammlung des seit 1966 bestehenden Museums hat ab dem Jahr 2006 in der denkmalgeschützten Marktmühle ein würdiges Ambiente erhalten. Die für die Region typischen Themen Gold, Doktor Eisenbarth, Oberviechtach und Haus Murach, Hinterglasmalerei "Winklarner Schule", Dr. Max und Margret Schwarz sowie Handwerk und Hausnamen werden hier auf zwei Stockwerken präsentiert.

Vermisst wurden in der Corona-Pandemie wechselnde Ausstellungen, Kurse und Workshops, museumspädagogische Angebote, Vorträge und gesellige Veranstaltungen. Hierüber wird der Museumsverein bei seiner nächsten Sitzung Ende des Monats beraten.

Neustart beim Museumsverein Oberviechtach

Oberviechtach
Für Kinder interessant: Die interaktive Station mit Handwerksberufen.
Hier können die Hausnamen von vielen Anwesen im Stadtgebiet in Wort und Bild entdeckt werden.
Hintergrund:

Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum in Oberviechtach

  • Das Museum war in der Corona-Pandemie für den Publikumsverkehr rund eineinhalb Jahre geschlossen.
  • Erster Wieder-Eröffnungstag war am Sonntag, 5. September.
  • Die Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr sowie Sonntag von 14 bis 17 Uhr. Sonderöffnungszeiten: Samstag, 11. September
    und 4. Dezember sowie am 25. und 26. Dezember, jeweils von 14 bis 17 Uhr.
  • Eintrittspreise: Erwachsene 2 Euro; Kinder bis 14 Jahre 1 Euro; Familien 3 Euro; Schwerbehinderte 1,50 Euro. Bei Führung zusätzlich 10 Euro.
  • Geplante Veranstaltungen: "Jubiläum 30 Jahre letzte Dampfzugfahrt" mit Kreisheimatpfleger Ludwig Berger sowie die "Oberpfälzer Weihnacht im Museum 2021".
  • Träger ist die Stadt Oberviechtach; der Museumsverein unterstützt bei der Einrichtung, dem Betrieb und der Weiterentwicklung.
  • Kontakt: Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, Mühlweg 7 in Oberviechtach. Programm: Telefon 09671/646611 und 0173/6844934 oder E-Mail eisenbarthmuseum[at]online[dot]de. Gruppenanmeldungen bei der Tourist-Info im Rathaus 09671/307-16 oder tourismus[at]oberviechtach[dot]de.

 

 

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