17.11.2020 - 08:46 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtacher Stadtrat will Leerstände dezimieren

Die Altstadt in den Fokus fürs Wohnen rücken. Das ist ein Ziel von Bürgermeister Rudolf Teplitzky. Der Stadtrat geht mit und erhöht das Kommunale Förderprogramm auf fast das Dreifache. Ein Fonds unterstützt beim Ankauf von Leerständen.

Die Nabburger Straße ist mit Leerständen gepflastert. Eine Machbarkeitsstudie für die künftige Nutzung eines Anwesens sowie die Quartierstudie „Stadtmitte“ sollen 2021 neue Ideen zutage fördern.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

In der jüngsten Stadtratssitzung stand, wie jedes Jahr im Spätherbst, der Beschluss für die Fortführung des Kommunalen Förderprogramms der Stadt auf der Tagesordnung. Doch diesmal ging es um eine deutliche Anhebung des Volumens auch bereits für das laufende Jahr. Statt mit 30 000 Euro wollen sich Stadt und Bezirk heuer mit bis zu 60 000 Euro an privaten Maßnahmen zur Fassaden- und Umfeldgestaltung in der Altstadt beteiligen. Dabei kommen 40 Prozent aus dem Topf der Stadt; 60 Prozent steuert der Bezirk bei.

Jährlich 80 000 Euro

Für die Jahre 2021 bis 2023 wurde zusätzlich draufgepackt: Jährlich wird ein Fördervolumen von 80 000 Euro zur Verfügung stehen. "Das ist ein großer Anreiz. Wir hoffen deshalb auf mehr Interesse", sagte Maria Scherr vom Bauamt im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. In der Sitzung erläuterte sie den Räten noch weitere Eckpunkte des Programms. So wurde auch die Deckelung angehoben. Die Höhe der Förderung ist mit 30 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten je Maßnahme festgesetzt.

Eine Beantragung ist ab mindestens 3000 Euro möglich. Das gilt für alle privaten baulichen Maßnahmen (Instandsetzung, Neu- oder Umgestaltung) im festgelegten Sanierungsgebiet: Fassaden (einschließlich Fenster, Türen, Dach), Einfriedungen, Außentreppen, Hofräume mit öffentlicher Wirkung sowie auch für Maßnahmen zur Anpassung des Gebäudes an moderne Wohnverhältnisse (Heizungs- und Sanitäranlagen). Anerkannt werden Baukosten und Baunebenkosten sowie die Selbsthilfe mit einem Stundensatz von 12 Euro. Letztere ist aber vor Baubeginn mit der Stadtverwaltung abzuklären. Voraussetzung für eine Förderung ist die Abstimmung mit dem städtebaulichen Berater im Hinblick auf die Gestaltungsfibel der Stadt Oberviechtach. "Wer zuerst kommt, hat auch die Chance, das Geld als Erster zu erhalten", betont Maria Scherr. Bürgermeister Rudolf Teplitzky hofft darauf, dass die großzügige Aufstockung etwas bewirkt und der ein oder andere Leerstand sich in ein schmuckes Wohnumfeld verwandelt. Er steht dazu in engem Kontakt mit der Städtebauförderung der Regierung.

Machbarkeitsstudie

Unter Punkt vier beschloss der Stadtrat einstimmig die Bedarfsmitteilung zum Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm "Wachstum und nachhaltige Erneuerung - Lebenswerte Quartiere gestalten" mit einer Summe von 355 000 Euro für das Jahr 2021. Darin enthalten sind die 80 000 Euro für das Kommunale Förderprogramm, die Quartierstudie "Stadtmitte", eine Machbarkeitsstudie für ein Anwesen in der Nabburger Straße sowie zwei Maßnahmen in der Sailergasse.

Neues Instrument

Für den Ende 2019 neu geschaffenen Kommunalen Entwicklungsfonds sind für nächstes Jahr 70 000 Euro angesetzt. Der Stadtrat stellte dafür einen Zuwendungsantrag mit einer Summe von 250 000 Euro (60 Prozent Städtebauförderung/40 Prozent Kommune) auf einen Zeitraum von fünf Jahren.

Der neue Fonds dient dem kommunalen Zwischenerwerb von sanierungsbedürftigen Immobilien, sowie auch vorbereitenden Maßnahmen für eine anschließende Reprivatisierung (wie Abbruch oder Teilsanierung). Nach der Veräußerung des Objekts zum neuen Verkehrswert fließen die Einnahmen zurück in den Grundstücksfonds. Das Geld steht dann der Gemeinde für neue Ankäufe zur Verfügung. Mit dieser städtebaulichen Handhabe kann die Verwaltung künftig flexibler im Hinblick auf die Altstadtentwicklung einwirken.

Oberviechtach setzt auf die Städtebauförderung

Oberviechtach
Hintergrund:

Wohnraum in der Altstadt fördern

  • Kommunales Förderprogramm
    Der Stadtrat hat das Volumen für Zuschüsse bei Sanierungen deutlich erhöht. 2020: 60 000 Euro. Die Jahre 2021 bis 2023 auf jeweils 80 000 Euro.
  • Kommunaler Entwicklungsfonds
    Der Stadtrat beschloss die Aufnahme in dieses neue Instrument der Regierung der Oberpfalz zum Zwischenerwerb von sanierungsbedürftigen Immobilien.
  • Ideenschmiede
    Bei der Bedarfsmitteilung 2021 für das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm ist die Quartiersstudie "Stadtmitte", die Machbarkeitsstudie "Anwesen Nabburger Straße" und das Gestaltungskonzept "öffentlicher Raum Sailergasse" enthalten.
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