05.04.2021 - 10:22 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Oberviechtachs Jugendliche wünschen sich einen Treffpunkt

Knapp 200 Jugendliche haben sich an der Fragebogen-Aktion der Oberviechtacher Jugendbeauftragten beteiligt. Die Wunsch-Palette reicht vom Ort zum Feiern, über einen Fahrrad-Parcours bis zu neuen Schaukeln am Spielplatz.

Die Jugendbeauftragten Simon Bauer und Dominik Mösbauer (von rechts) gaben Bürgermeister Rudolf Teplitzky einen ersten Einblick in die Ergebnisse der Fragebogen-Aktion unter den Kinder und Jugendlichen.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

Von einer "starken Resonanz" sprach Bürgermeister Rudolf Teplitzky, als ihm Dominik Mösbauer und Simon Bauer – stellvertretend für die insgesamt fünf Jugendbeauftragten – erste Einblicke in das Ergebnis der Fragebogen-Aktion unter Oberviechtachs jungen Leuten gaben. Insgesamt 199 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren hatten das Angebot angenommen, ihre Wünsche in Sachen Freizeit-Angebot zu übermitteln. Nach Meinung des Bürgermeisters sei das "sehr gut gelaufen".

Die Jugendbeauftragten – neben Bauer und Mösbauer, gehören auch Nina Stoppa, Anna-Maria Schmauß und Matthias Zimmermann dazu – hatten den Fragenbogen erarbeitet und über die örtlichen Schulen verteilen lassen. An der Doktor-Eisenbarth-Mittelschule und am Ortenburg-Gymnasium gaben ihn Lehrer an die Schüler weiter und sammelten später die ausgefüllten Bögen wieder ein. Bereits im Vorfeld waren die jeweiligen Klassensprecher bei einer Versammlung über die Aktion informiert worden.

"Wir wollten auch ein Stimmungsbild der Jugendlichen in Oberviechtach abgreifen."

Jugendbeauftragter Dominik Mösbauer

Jugendbeauftragter Dominik Mösbauer

Als "guten Wert" stufte Simon Bauer die Menge an abgegebenen Fragebögen ein, "da lassen sich schon Schnittmengen erkennen". Eine erste Erkenntnis daraus: Hauptsächlich scheinen in Oberviechtach ein zentraler Begegnungsort für die junge Generation sowie ein Platz zum Feiern zu fehlen. Dies sei auf fast 150 Fragebögen angegeben worden, wie Dominik Mösbauer aufzeigte. Dabei lag der Wunsch nach einem Treffpunkt (85 Nennungen) vor einem Ort zum Feiern, der 63 Mal genannt worden war.

Aber auch Wünsche nach einer Trampolin-Anlage, einem Dirtbike-Park, einem Fahrradparcours oder ganz konkret nach neuen Schaukeln auf dem Spielplatz in Oberlangau schrieben die Befragten auf die Zettel. Zum Großteil sind die Teilnehmer im Kerngebiet der Stadt Oberviechtach daheim – "etwa drei Viertel der Fragebögen kamen von dort". Den Rest hatten Kinder und Jugendliche aus Ortsteilen der Stadtgemeinde eingereicht.

Die Fragebogen-Aktion sollte aber nicht nur Wünsche abfragen, "wir wollten auch ein Stimmungsbild der Jugendlichen in Oberviechtach abgreifen", gab Dominik Mösbauer zu verstehen. Daher waren für die Teilnehmer beispielsweise Fragen zu Freizeitgestaltung und beruflicher Orientierung zu beantworten. Ebenso wurde ein mögliches Interesse an einer Mitgliedschaft in einer Hilfsorganisation wie Feuerwehr, THW und BRK abgefragt. Auch ob sie "gerne mal den ganzen Tag zocken" oder "draußen mit Freunden abhängen" wollten die Beauftragten von den jungen Leuten wissen.

Was durch die Befragung offenbar wurde: Nicht bei allen Jugendlichen ist bekannt, was Oberviechtach bereits an Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bietet. "Manchmal standen auch Sachen auf der Wunschliste, die längst vorhanden sind", erklärte Simon Bauer. So seien beispielsweise ein Karateverein oder Bolzplätze genannt worden. Ähnlich verhält es sich mit dem seit Jahren aufgelegten Kinder- und Jugendprogramm: Wie der Bürgermeister berichtete, sei auch das nicht allen geläufig. Dominik Mösbauer schlug vor, eine Übersicht der Vereine und möglichen Aktivitäten verstärkt über die sozialen Medien zu verbreiten. Wie Teplitzky ergänzte, werde die Öffentlichkeitsarbeit auf digitalen Wegen künftig einen Themenschwerpunkt im Stadtmarketing-Prozess bilden.

"Manchmal standen auch Sachen auf der Wunschliste, die längst vorhanden sind."

Jugendbeauftragter Simon Bauer

Jugendbeauftragter Simon Bauer

Damit künftig die Informationen die jungen Leute auch erreichen, wollten die Jugendbeauftragten in der Umfrage auch wissen, welche sozialen Medien sie nutzen. "Es sind überwiegend Instagram, Snapchat und TikTok", berichtete Dominik Mösbauer. Dagegen spiele Facebook bei diesem Klientel schon keine Rolle mehr.

Die Jugendbeauftragen werden nun die abgegebenen Fragebögen noch genauer durchleuchten. Sobald die Auswertung vorliegt, möchte sie der Bürgermeister in den Stadtrat holen, damit sie die detaillierten Ergebnisse vor dem Gremium vorstellen. Auf dieser Basis könnten dann "sinnvolle Maßnahmen" umgesetzt und eventuell dafür nötiges Budget im Haushalt eingeplant werden.

Sobald es die Pandemie-Lage zulässt, soll auch wieder verstärkt in den Dialog mit dem Nachwuchs getreten werden. Hier denken Jugendbeauftragte und Bürgermeister an so etwas wie Workshops, bei denen "junge Themen" besprochen werden sollen. Ziel ist es, die Jugendlichen in örtliche Gestaltungsprozesse einzubinden und ihnen ein Stück weit die Chance zur Mitarbeit an der Zukunft zu ermöglichen.

Auch der Wunsch nach einer Trampolin-Anlage wurde an die Jugendbeauftragten herangetragen.
Hintergrund:

Fünf Jugendbeauftragte für das Stadtgebiet

  • Personen: Die Oberviechtacher Jugendbeauftragten sind Simon Bauer, Dominik Mösbauer, Anna-Maria Schmauß sowie die Stadträte Matthias Zimmermann und Nina Stoppa.
  • Satzung geändert: Der Stadtrat hat 2020 die Satzung zur Bestellung der Jugendbeauftragten überarbeitet. Seither können auch Personen außerhalb des Gremiums für diese Aufgabe berufen werden.
  • In sozialen Medien: Auf Instagram wird unter jugendbeauftragte_ovi über die Arbeit informiert. Auch über Termine und aktuelle Infos wird Auskunft gegeben.
  • Anregungen: Wünsche und Ideen für die Jugendarbeit in Oberviechtach können per Mail an jugendbeauftragte[at]oberviechtach[dot]de gesandt werden.

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