Gyros und Ouzo statt Geschenkpapier und Stifte: Im ehemaligen Schreibwarengeschäft am Marktplatz 2 in Oberviechtach eröffnet Saša Nikić (50) sein neues Restaurant "Tabepna Typografeío". Damit ist nun zwischen Kino und Raiffeisenbank eine Taverne mit griechisch-mediterraner Küche angesiedelt. Nikić ist gebürtiger Kroate mit griechischen Wurzeln. "Von der Uroma", erklärt er schmunzelnd. Freude und Stolz über den nun abgeschlossenen Umbau sind im beim Besuch von Oberpfalz-Medien anzumerken.
Saša Nikić kam 2019 nach Deutschland und betrieb in Oberviechtach bis Ende Juni 2025 den Balkan-Grill in der Nabburger Straße. Bereits im Frühjahr hatte er das zweistöckige Gebäude am Marktplatz von den Geschwistern Maria und Hans-Wilhelm Forstner erworben und renovierte zunächst die Wohnung im Obergeschoss. Früher war hier die Redaktion "Der neue Tag/Oberpfalz-Medien" eingemietet. Ganze zehn Monate nahm sich der neue Hauseigentümer dann Zeit, das Erdgeschoss in ein gemütliches Speiselokal zu verwandeln. Es hat sich gelohnt: Wer das Lokal betritt, bleibt erst einmal staunend stehen.
30 Jahre Gastro-Erfahrung
Der Gastraum mit Platz für 50 Personen erinnert so gar nicht mehr an den früheren Laden und wirkt trotz eingezogener Zwischenwand für die Kundentoiletten überraschend groß. Dort, wo sich früher Bücher in den Regalen stapelten, ist jetzt eine dunkle Holztheke der Hingucker. Stühle und Tische sind antik-filigran, die Wände mit kleinen Ziegelstein-Mauern aufgepeppt. Ein Teil der sehr stimmigen Dekoration, vom Weinfass bis zu Mahlsteinen einer Olivenpresse, stammt aus Nikić früherem Lokal in Kroatien.
"Mein ganzes Leben steckt da drin", sagt der 50-Jährige. "Es ist alles nach meinem Geschmack, ich liebe das so." Doch an guten Tagen wird er als Koch mit 30 Jahre Erfahrung in der Gastronomie wenig davon mitbekommen: "Ich bin leider in der Küche." Diese befindet sich im ehemaligen Lager des Schreibwarengeschäfts mit Blick zum kleinen Innenhof.
Schreibmaschine als Namensgeber
Am Eingang fällt eine historische Schreibmaschine auf, die Nikić beim Entrümpeln im Keller entdeckte. "Sie ist der Namensgeber für mein neues Lokal. Ich wollte die Geschichte des Hauses weiterleben lassen", erklärt er und zeigt auf das große Schild an der Fassade: "Tabepna Typografeío" (deutsch: Taverne Druckerei/Schriftsetzung). Eine Hommage an den für Einheimische geläufigen Hausnamen "Bouchdrucker". Und als Erinnerung an den Schriftsetzermeister Ignaz Forstner, der 1912 eine Druckerei, die Heimatzeitung "Grenz-Warte" und ein Schreibwarengeschäft gegründet hat.
Boutaki, Calamari, Lammleber und Polenta fehlen ebenso wenig auf der Speisekarte wie Baklava als süßer Abschluss. "Wir bieten traditionelle griechische Gerichte geschmacklich verbessert an", sagt Saša Nikić, "überwiegend sind das Grillgerichte". Über der Theke sind griechische Weine aufgereiht und wer will kann sich griechische Cocktails mixen lassen. Bei der Segnung des neuen Lokals waren zahlreiche Eröffnungsgäste aus der Nachbarschaft anwesend. Ruhestandspfarrer Erwin Bauer sprach den Mut des Gastronomen an, der Immobilie neues Leben einzuhauchen und damit einen Leerstand zu verhindern. "Wo früher Schriftsachen im Mittelpunkt standen und Zeitung gemacht wurde, da geht bei uns jetzt der gute Geschmack in Druck", bekräftigte der neue Besitzer.
Außenterrasse mit 40 Plätzen
Urlaub in Griechenland. Das bedeutet auch draußen sitzen in belebten Gassen. Darauf müssen die Gäste im "Tabepna Typografeío" während der Sommermonate nicht verzichten. "Wir werden die Außenterrasse an den zwei Seiten mit 40 Plätzen bewirtschaften", lässt Saša Nikić wissen. "Die Passage gehört zum Haus und vorne zum Marktplatz ist es auch kein Problem". Jetzt, nachdem die Container verschwunden sind und offene Vorhänge an den seit Dezember 2024 verhängten Schaufenstern wieder Einblicke zulassen, zeigt sich, wie sehr das Restaurant auch ein optischer Gewinn für die Oberviechtacher Altstadt ist.


















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