„Allein zu feiern ist nicht schön!“, konstatierte der Vorsitzende des Kolping-Spielmannszugs, Tobias Baumer, als er am Samstag zum 50-jährigen Gründungsjubiläum des Ensembles eine große Zuhörerschaft beim Jubiläumskonzert in der Mehrzweckhalle begrüßte.
Besonders freute er sich, dass neben der Führungsriege des Nordbayerischen Musikbundes auch Abordnungen zahlreicher befreundeter Spielmannszüge nach Oberviechtach gekommen waren.
Musikalische Zeitreisen
Mit dem festlichen „Rondeau“, das J. J. Mouret einst „für hohe Herrschaften“ komponierte, wurde das Jubiläumskonzert eröffnet. Clowns, Jongleure und Elefanten marschierten anschließend musikalisch auf, als es hieß „Manege frei“ (Georg ter Voert). Dieses unterhaltsame Stück führte Moderator Christoph Ahlemeyer im Dialog mit der jungen Zuhörerschaft ein, während bei der anschließenden „Postkutsche nach Santa Fé“ Mira Zimmermann und Liselotte Waldherr bei der Anmoderation eine spannende musikalische Zeitreise mit Cowboys und Indianern ankündigten.
Dramaturgie war auch beim Rückblick auf die 50-jährige Geschichte des Spielmannszugs angesagt, die Thomas Gitter zusammen mit seinen Kindern Julia und Jonah im kurzweiligen Dialog auf die Bühne brachte. In diesem Zusammenhang wurden besonders die Verdienste von Alois Schneeberger als Stabführer, Vorstand und Ausbilder gewürdigt. Schneeberger, der auch im Nordbayerischen Musikbund Führungsfunktionen innehatte, wurde zum Ehrenstabführer des Spielmannszugs ernannt.
Eine Hommage an Oberviechtachs berühmten Sohn war nach der „Berlin-Fanfare“ mit Christoph Ahlemeyers Komposition „Eysenbarth“ zur Bayerischen Meisterschaft von 2019 angesagt. Ahlemeyer blendete auf das barocke Kostüm des Spielmannszugs und zeichnete den im Musikstück umgesetzten „Aufstieg Eisenbarths zu höchsten medizinischen Ehren“ nach. Den überdauernden Bekanntheitsgrad habe ihm allerdings das studentische Spottlied aus dem 19. Jahrhundert gesichert.
Mit Geduld und Humor
Nach der Pause gab das Nachwuchs-Ensemble unter Leitung von Judith Schneeberger mit der „Ode an die Freude“ und zwei Kompositionen von Christoph Ahlemeyer den musikalischen Ton an, bevor mit „Saltina“ ein schlagwerkgeprägtes, enorm rhythmisches Stück zur Aufführung kam. Der Dirigent und musikalische Leiter des Kolping-Spielmannszugs, Reinhard Lößl, glänzte anschließend bei der Ballade „Natürlich“ mit einem Soloauftritt (Bassfanfare), bevor er bei dem von ihm arrangierten „Florentiner Marsch“ wieder den Taktstock schwang. Vorsitzender Tobias Baumer dankte Lößl für dessen „unendliche Geduld und seinen einzigartigen Humor“ in seinem langjährigen Leitungsamt.
Mit stehenden Ovationen dankte das Publikum dem Jubiläumsensemble, das mit den Zugaben „Radetzky-Marsch“ und dem „Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen“ beim Finale nochmals zur Höchstform auflief. Der frischgebackene Ehrenstabführer Alois Schneeberger konnte hierbei seinen neuen Stab zum Einsatz bringen.
"Eisenbarth kommt hier zu höchsten medizinischen Ehren.“



















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