22.07.2020 - 14:21 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Stadt Oberviechtach legt verstärkt Blütenteppiche aus

Bürgermeister Rudolf Teplitzky macht sich für Blühstreifen auf öffentlichen Grünflächen stark. Dem Bauausschuss liegen neun Bauanträge vor. Und es gibt einen Hinweis, was vor dem Befüllen eines Pools zu beachten ist.

Blaue und gelbe Blüten fallen am Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweg im Bereich der Nunzenrieder Straße ins Auge. Der Bauhof hat den etwa 60 Meter langen Blühstreifen im Frühjahr angesägt. Wie der Bürgermeister in der Sitzung des Bauausschusses informiert, soll es ab 2021 noch weitere davon geben.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

"Wir planen die Anlage weiterer Blühstreifen, um das Ökokonto der Stadt aufzufüllen", informierte Bürgermeister Rudolf Teplitzky am Dienstagnachmittag bevor er die Stadträte in die Sommerpause verabschiedete. "Punkte" am Ökokonto (siehe Info-Kasten) erleichtern einer Kommune spätere Planungen, beispielsweise für Gewerbeflächen. Welche Grünflächen sich als Magerrasen oder für Blühstreifen eignen, dies werde Bauhof-Chef Stefan Hammerer in enger Abstimmung mit dem OGV-Vorsitzenden Karl Ruhland in Kürze festlegen.

Erster Blühstreifen

Blau und Gelb blüht es bereits auf städtischem Grund entlang des Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftswegs im Bereich der Nunzenrieder Straße. Wie Hammerer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien erklärt, hat der Bauhof den etwa 60 Meter langen und sehr pflegeleichten Streifen im Frühjahr angesägt. "Da ist was los! Hier tummeln sich viele Insekten." Die Pflanzen bleiben bis Februar/März stehen. "Es ist unser erster Blühstreifen. Wir haben eine Empfehlung eines Samenvertreters probiert", meint der Bauhofleiter. Eventuell werde die Fläche nächstes Jahr gemulcht und eine etwas niedrigere Blumenwiese angesät. Für die mit Gras bewachsenen Randstreifen des Freundschaftsweges sei der Landkreis zuständig.

Bürgerfreundlich agieren

Das Wort "bürgerfreundlich" fiel in der Bauausschusssitzung einige Male. So schloss sich die Verwaltung mit Antragstellern kurz und verhinderte damit, die Ablehnung. Und auch ein recht kurzfristig abgegebener Bauplan schaffte es noch in die Sitzung, obwohl noch nicht alle Unterlagen in der vorgeschriebenen Form vorlagen. "Das reicht zur Beurteilung der städtischen Belange aus", betonte Bürgermeister Rudolf Teplitzky. Die Formerfordernisse müsse der Bauherr vor der Weiterleitung an das Landratsamt selbstverständlich nachreichen.

Bauamtsleiter Andreas Mandl stellte die Bauanträge detailliert vor. Das gemeindliche Einvernehmen wurde für folgende Vorhaben einstimmig erteilt: Für den Anbau eines Wintergartens an ein Wohnhaus in Obermurach; für den Umbau einer Garage (Satteldach anstatt Flachdach) im Schützenring 15; für einen Sichtschutz mit Gabionen (zwei Meter hoch) in der Straße Am Schützenheim 2 und für einen Pool mit Überdachung sowie Stützmauer und Sichtschutz in der Sudetenstraße 6. Nachdem auch in Oberviechtach Pools in Privatgärten einen Boom erleben, gab der Bürgermeister auf der Sitzung Hinweise für die Besitzer: "Pools müssen mit Hauswasser befüllt werden." Der Gartenwasseranschluss (ermäßigt) darf dafür nicht genutzt werden. Außerdem muss Wassermeister Michael Blab vor der Befüllung informiert werden, "denn sonst vermutet er aufgrund der gleichen Anzeichen einen Wasserrohrbruch".

Bürgermeister Rudolf Teplitzky informierte über den Neubau von zwei Kettenhäusern im Baugebiet "Am Schießanger" (ehemaliges Müllergelände) mit jeweils zwei Wohneinheiten. Zu beiden Vorhaben besteht eine Genehmigungsfreistellung. Der Tekturplan für ein Wohnhaus in der Sailergasse 30 wurde zurückgenommen, nachdem noch eine Besprechung mit dem Sanierungsarchitekten Siegi Wild zwecks Fassadengestaltung ansteht. Auf der vor Beginn der Sitzung ausgeteilten Ergänzungsliste zur Tagesordnung befanden sich weitere vier Bauanträge. Drei davon wurden einstimmig befürwortet: der Bau eines Gartenhäuschens in der Nepomukstraße 27, die Errichtung eines Hanichelzauns in der Nepomukstraße 25 und der Einbau einer Dachgaube (sechs Meter lange Schleppgaube) auf dem Wohnhaus im Ziegelanger 14.

Bei der Bauausschuss-Sitzung im Juni gab es Ortstermine

Oberviechtach

Kanal erst prüfen

Problematischer war der Antrag für ein Garagengebäude mit sechs Stellplätzen und Abstellraum als Ersatzbau für die Bestandsgarage mit vier Stellplätzen im Bereich Ziegelanger. Rund 200 Quadratmeter mehr versiegelte Fläche und ein überlasteter Mischwasserkanal (250 Millimeter Durchmesser) haben die Verwaltung veranlasst, die Aufnahmefähigkeit des Kanals durch ein Ingenieurbüro prüfen zu lassen. Bei Starkregen seien bereits Keller überschwemmt worden. "Ein Ergebnis liegt noch nicht vor", informierte Bauamtschef Mandl. Der Bauausschuss verweigerte deshalb zunächst einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. "Sollte die Bewertung für den Bauherrn negativ ausfallen, so ist ihm die Gelegenheit zu geben, eine Regenrückhaltung auf dem Baugrundstück zu errichten, welche mit der Stadt abzustimmen ist", lautete der Beschluss.

Ökokonto:

Freiwillig und auf Vorrat

Das Ökokonto ist ein Instrument zur vorgezogenen Sicherung und Bereitstellung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, mit denen künftige Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft ausgeglichen werden können. Es umfasst Konzepte zur Bevorratung von Flächen und zur Durchführung von Maßnahmen. Beispielsweise können Gemeinden mit einem Ökokonto ihre Planungssicherheit erhöhen und Verfahren beschleunigen (wie bei der Ausweisung von Baugebieten, Industrieflächen). So lange Ökokontoflächen nicht als Ausgleichsflächen „verbucht“ sind, ist auch noch eine anderweitige Verwendung möglich.

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