03.08.2018 - 13:57 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Trauer um Johannes Kiefmann

Sein Weg im Auftrag Gottes führt ihn nach Wunsiedel, Furth im Wald, Kümmersbruck und Vilseck. Seine Oberviechtacher Wurzeln vergisst Pfarrer Johannes Kiefmann nie. Die Nachricht von seinem Tod verbreitet sich Donnerstag wie ein Lauffeuer.

Pfarrer Johannes Kiefmann (Mitte) zusammen mit Studiendirektor a.D. Lothar Kittelberger (links) und dem kürzlich verabschiedeten Kaplan Martin Popp. Das Foto entstand bei Kittelsberger 40-jährigem Priesterjubiläum am 24. Juni. Johannes Kiefmann hatte die Feierlichkeiten federführend organisiert. Am 1. August ist der 37-jährige Geistliche verstorben.
von Philipp Mardanow Kontakt Profil

(mp) Wie bekannt wurde, war der Geistliche am Mittwoch, 1. August, im hessischen Gießen verstorben. Dort habe er sich aufgehalten, um bei einer Beerdigungsfeier dabei zu sein, heißt es. In Kiefmanns Heimatstadt Oberviechtach hat die Nachricht von seinem Tod Trauer und Bestürzung ausgelöst. Seine Familie ist hier zu Hause, im Jahr 2000 hatte Johannes Kiefmann am Ortenburg-Gymnasium sein Abitur gemacht, um dann ins Priesterseminar in Regensburg einzutreten.

Am 30. Juni 2007 wurde Kiefmann im Dom zu Regensburg durch den damaligen Bischof Gerhard Ludwig Müller zum Priester geweiht. Seine Primiz am 15. Juli wurde ein Festtag für Stadt und Pfarrei. Zahlreiche Helfer hatten das Ereignis begleitet, einen prächtigen Triumphbogen gebunden und farbenprächtige Blumenteppiche gestaltet.

Kiefmanns erste Kaplanstelle war die Pfarrei Furth im Wald, hier war er vor seiner Weihe zum Priester auch schon als Praktikant und Diakon tätig. Nach zwei Jahren folgte ab September 2009 die zweite Kaplanstelle in der Pfarrei Kümmersbruck, im September 2011 ging es für den Kaplan in die Pfarei Wunsiedel.

Im September 2013 trat Johannes Kiefmann seine erste Pfarrstelle in der Pfarrei Schlicht (Landkreis Amberg-Sulzbach) an, ab 2015 wurde er als Stadtpfarrer von Vilseck zum verantwortlichen Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Vilseck-Schlicht-Sorghof berufen. Am 30. Juni 2017 hatte Kiefmann den zehnten Weihetag zum Priester gefeiert.

Den Kontakt zu seiner Heimat ließ der Geistliche nicht abreißen. Regelmäßig besuchte er seine Eltern, feierte in Nunzenried eine jährliche Maiandacht mit der Dorfgemeinschaft, las beim CSU-Starkbierfest als Fastenprediger "Pater Knellinger" so manche Leviten und verkörperte beim Doktor-Eisenbarth-Festspiel den "Taufpriester". Als sein früherer Lehrer Lothar Kittelberger, der der Primiz 2007 die Festpredigt hielt, heuer im Juni sein 40-jähriges Priesterjubiläum feierte, hatte sich Johannes Kiefmann federführend um die Organisation der Festlichkeiten gekümmert.

Noch ist nicht bekannt, wann und wo die Beerdigung von Johannes Kiefmann stattfindet. Wie Pfarrer Alfons Kaufmann informierte, wird am Sonntag, 5. August, um 18 Uhr für ihn ein Sterberosenkranz in der Pfarrkirche Oberviechtach gebetet. Die Anteilnahme gilt den Eltern und Angehörigen.

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Kommentare

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Manfred Anderl

Ich weiss nicht was im Bistum Regensburg üblich ist, und SE Müller mag da noch ganz besondere Akzente gesetzt haben:
Aber alle 2 Jahre eine Versetzung: Nicht nur als Kaplan sondern auch als Pfarrer ?
Ich lasse mir gerne erklären, wie unter diesen Umständen "Segensreiches Wirken" eines Geistlichen funktionieren kann.

08.08.2018
Angelika Oetken

Krank sieht Johannes Kiefmann auf dem wenige Wochen vor seinem Tod geschossenen Photo nicht aus, aber ein wenig angeschlagen, bzw. geschafft, so wie sein Kollege Martin Popp neben ihm, der noch jünger sein müsste. Vielleicht hatten die Herren Kittelberger, Kiefmann und Popp auch den Abend zuvor nur zu intensiv ihr Wiedersehen gefeiert.

Ich gehe davon aus, dass im Zuge der notwendigen rechtsmedizinischen Autopsie der Leiche des 37jährigen Priesters auch dessen Gesundheitszustand vor seinem Ableben und Unterlagen der Ärzte und Psychotherapeuten, bei denen er sich ggf. in Behandlung befand gesichtet werden. Das kann alles nur im Sinne der Angehörigen des Verstorbenen, seiner priesterlichen Mitbrüder, der Gemeinde der er vorstand und des für ihn verantwortlichen Bistums Regensburg sein, insofern sind keine Probleme zu erwarten. Zuständig ist in Gießen das rechtsmedizinische Institut der Universitäten Gießen-Marburg.

05.08.2018
Angelika Oetken

Bei der Vorgeschichte und angesichts des relativ geringen Alters des Verstorbenen, gehe ich davon aus, dass die Staatsanwaltschaft informiert wurde und eine besonders sorgfältige Obduktion vorgenommen wird, bevor die Beerdigung des Toten statt findet. Es wäre für alle Angehörigen besonders belastend, wenn so etwas ggf. später per Exhumierung geschehen muss.

Angelika Oetken, Berlin-Köpenick

05.08.2018

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