20 Kinderstühlchen waren am Samstagvormittag der Blickfang auf dem Oberviechtacher Marktplatz. Kinder saßen aber nicht drauf, sondern die kleinen Sitzplätze waren, stellvertretend für die Schul- und Kindergartenkinder, die zu Hause bleiben müssen, mit Schultaschen, Kuscheltieren und Spielzeug gefüllt. Mit dieser Aktion demonstrierte die Initiative „Lobby für Kinder“ für eine „inzidenzunabhängige Öffnung von Schulen und Kindergärten mit Hygienekonzept“. „Profifußballer können ihrem Sport nachgehen und die Fließbänder der Autoindustrie laufen“, verwies die Sprecherin Regina Schwindler auf praktizierte Gegenbeispiele zur Abschottung der Kinder. „Dabei brauchen gerade diese wieder die sozialen Kontakte“, forderte 1. Bürgermeister Rudolf Teplitzky in seinem Statement.
Kinder und Kultur seien die Verlierer der Pandemie, so das Stadtoberhaupt, das zusammen mit Landrat Thomas Ebeling die Elternaktion vor dem Schwarz-Brunnen besuchte. Auch der Landkreischef sprach sich für die inzidenzunabhängige Öffnung der Schulen aus und informierte, dass ab Montag die Grundschulen wieder zum Präsenzunterricht übergehen. Dieser sollte aber ein volles Vormittagspensum abdecken, da ansonsten die Eltern wiederum gefordert seien, so Alexander Ried.
Die Oberviechtacher Initiative „Lobby für Kinder“ hat mittlerweile in 24 Orten Bayerns Nachahmer gefunden, darunter auch in Regensburg, Nürnberg und München. „Kinder gehören nicht zur besonders gefährdeten Gruppe“, stellte die Kinderärztin Dr. Regina Schwindler fest und berief sich hierbei auch auf die Stellungnahmen der kinderärztlichen Verbände. Diese fordern eine generelle Offenhaltung von Schulen und Kindergärten als Orte der Bildung, der Begegnung und sozialen Interaktion, selbst wenn hohe Inzidenzen verzeichnet würden.
„Kinder gehören nicht zur besonders gefährdeten Gruppe.“















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.