14.07.2021 - 12:50 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Wissenschaftliche Pfade ebnen Weg zum Oberviechtacher Gold

Lockruf des glänzenden Metalls: 18 Studierende der Technischen Universität München begeben sich mit Dr. Gerhard Lehrberger auf eine Exkursion ins Langauer Geotop bei Oberviechtach. Dann die Überraschung: In der Waschpfanne taucht Gold auf.

Bevor die Studierenden selbst Hand anlegten, wurden sie von Dr. Gerhard Lehrberger (rechts) in die Kunst des Goldwaschens eingewiesen.
von Georg LangProfil

Die einstigen Oberviechtacher Goldabbaustätten in der Langau werden nach der Coronapause jetzt wieder von Gruppen besucht. Auf der wissenschaftlichen Schiene eröffnete der einstige Wiederentdecker des Langauer Goldes, Dr. Gerhard Lehrberger, mit einer uniübergreifenden Exkursion die Begehung des Lehrpfads und die Goldwaschaktion am Forellenbach für 18 Studenten der TU München und der LMU München. Letztere war auch durch die Geologin Dr. Dorothea Frieling vertreten.

Mit von der Partie waren seitens der Stadt Oberviechtach auch Zweiter Bürgermeister Egbert Völkl, Verwaltungsrat Wolfgang Ruhland und Manfred Beer, der neben anderen Mitstreitern einst der touristischen Nutzung des Goldgeotops auf die Beine geholfen hatte. Beer wusste der Runde auch zu berichten, dass die Info-Station und der Goldlehrpfad gerade in Coronazeiten von Familien gerne für Ausflüge genutzt wurden.

Dreitägige Exkursion

„Wir freuen uns, dass München zum Goldstück Bayerns kommt!“, begrüßte Zweiter Bürgermeister Egbert Völkl die Runde der Studierenden im zweiten Semester. Die jungen Leute lernten sich bei ihrem Ausflug in die Oberpfalz erst gegenseitig kennen, denn vor dieser dreitägigen Exkursion war coronabedingt nur das digitale Studium am PC angesagt. Alle sind im Studiengang Geowissenschaft mit dem Abschluss Bachelor eingeschrieben.

Vor der Langau standen schon Stationen an der Naab und der Donau auf dem Programm. Untergebracht waren die jungen Leute in einer Pension in Pleystein, wo täglich vor dem Aufbruch mit dem Bus in der Früh ein Corona-Selbsttest zu absolvieren ist. Zum Auftakt der Exkursion überraschte Zweiter Bürgermeister Völkl die Gäste mit einer Kostprobe des Eisenbarth-Elixiers.

„Die Stadt Oberviechtach hat dieses wunderbare Museum, den Goldlehrpfad und die Infostation“, lobt Dr. Lehrberger die Initiativen der Stadt und bedankte sich für die gute Kooperation zwischen Universität und Kommunen. Lehrbergere macht die Studierenden aber auch darauf aufmerksam, dass es zwischen Fichtelgebirge und Bayerischem Wald über 100 solcher Geotope gibt. Zwei Standardwerke, an denen er mitgearbeitet hat, stellen diese ostbayerischen Goldstätten vor: 1997 erschien „Gold in Bayern“ und etwas später „Auf den Spuren des bayerischen Goldes“.

Neue Technik

Eigentlich wollte er mit dem Thema Gold schon abschließen, als ihn eine neue Technik erneut für die Erforschung des glänzenden Metalls begeisterte. Die digitale Vermessung mit Laser machte auch in der Langau auf bisher nicht bekannte Schürfgräben und Abraumhalden aufmerksam. „Mit dieser Technik sind die historischen Abbaustätten grandios nachweisbar“, schwärmt Dr. Lehrberger und ergreift dann eine Goldwaschpfanne, die Wolfgang Ruhland mitgebracht hat.

In dieser sind Sedimente und als der Wissenschaftlicher anfängt, den Studierenden die Waschtechnik vorzuführen, blitzen da tatsächlich einige Goldfünkelchen aus dem feuchten Sand heraus. Das Geheimnis ist schnell gelüftet. Der unerwartete Goldschatz in der Pfanne stammte von Walter Pusl, einem Oberviechtacher Fachmann auf dem Gebiet der Goldsuche.

Das Jubiläum des Goldlehrpfads ist verschoben worden

Bericht über die "Goldgräber-Stimmung" auf dem Oberviechtacher Lehrpfad

Oberviechtach
Info:

Oberviechtacher Gold wieder entdeckt

  • Anfänge: Noch als Student begann der heutige Akademische Direktor an der TU München, Dr. Gerhard Lehrberger, 1983 mit der Erforschung der Goldvorkommen in der Langau. Gerne erinnert er sich an die ersten Schürfunternehmungen am Forellenbach und am Güttingloch, als die Studentengemeinschaft am Kotzenhof bei Gartenried in einer urigen Unterkunft eine unerwartet herzliche Aufnahme fand. „Hier wusste niemand mehr etwas vom historischen Goldabbau“, erzählt Lehrberger seinen Studenten bei der Exkursion.
  • Interesse aus der Wirtschaft: Gleichzeitig mit den Anfängen der wissenschaftlichen Untersuchung waren auch große Goldabbauunternehmen wie die Preussag AG Metall und später die Rio Tinto Zinc GmbH auf die Vorkommen aufmerksam geworden. Die mehrfach vorgenommenen Probebohrungen ließen eine kommerzielle Ausbeutung allerdings unrentabel erscheinen.
  • Pfund für den Tourismus: Für Oberviechtach eröffnete sich die touristische Nutzung dieses vor der Haustüre liegenden Goldgeotops. Ohne Dr. Gerhard Lehrberger gäbe es heute wahrscheinlich das „Goldstück Bayerns“ nicht.
Eine detaillierte Kartenanalyse durch Dr. Gerhard Lehrberger und Dr. Dorothea Frieling ging der Geländebegehung mit den Studierenden voraus.
18 Studierende der TU München machten mit Dr. Gerhard Lehrberger (vorne, Zweiter von rechts) und Dr. Dorothea Frieling (rechts) auch im Goldgebiet der Langau Station. Zweiter Bürgermeister Egbert Völkl (vorne, Mitte) hieß die Gäste willkommen.

"Wir freuen uns, dass München zum Goldstück Bayerns kommt."

Zweiter Bürgermeister Egbert Völkl

Zweiter Bürgermeister Egbert Völkl

 

 

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