Käferinvasion löst Spezialeinsatz aus

Der Wanderparkplatz bei Ödwalpersreuth ist die erste Wahl, wenn es darum geht, schnellstmöglich die Blockhütte im Waldnaabtal zu erreichen. Am Montag, 3. August, beginnt dort ein forstlicher Großeinsatz zur Borkenkäferbekämpfung.

Einsatzleiter Siegfried Schwarzbauer (rechts) und Revierleiter Matthias Gibhardt, erklären dem Leiter der Bayerischen Staatsforsten, Norbert Zintl, was sie am Montag und Dienstag kommender Woche vorhaben.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Revierleiter Matthias Gibhardt erzählt, dass seine Leute vergangene Woche bei einem routinemäßigen Begang ein großes Borkenkäfernest entdeckt haben. Sie fanden reichlich frisches Bohrmehl, aber auch bereits rote Kronen bei den Altbäumen. Es befindet sich unweit des großen Parkplatzes direkt an der Forststraße rechter Hand Richtung Blockhütte und geht bis dahin, wo rechts der Uferpfad abzweigt.

100 Meter Steilhang

Das Käfernest zieht sich rund 100 Meter den Steilhang hinauf und etwa 80 Meter den Weg entlang, was laut Gibhardt etwa einer Fläche von einem dreiviertel Hektar entspreche. Der Förster rechnet mit einem Verlust zwischen 100 und 150 Festmetern Fichtenholz. Es seien fast ausschließlich alte große Bäume betroffen.

Um die Situation in den Griff zu bekommen, ist schnelles Handeln angesagt. Eine rigorose Sofortmaßnahme soll den Käfer letztendlich stoppen und verhindern, dass er sich noch weiter ausbreitet. Am Montag und Dienstag, wenn die Blockhütte geschlossen hat, wird das betroffene Holz geerntet und gleich ins Sägewerk gebracht.

Auch der Gommelberg bei Pleußen gilt als sensibles Gebiet was forstliche Maßnahmen anbelangt

Pleußen bei Mitterteich

Keine Spritzmittel

"Die einzige Möglichkeit, denn weil wir uns hier im Naturschutzgebiet befinden, kommt eine Behandlung mit Spritzmitteln oder eine andere Begiftungsmaßnahme überhaupt nicht infrage. Das ist alles tabu." Bereits am Mittwoch soll die ganze Aktion erledigt und der Weg zur Hütte wieder frei begehbar sein. "Dann wird deutlich auffallen, dass ein Bereich, der bis jetzt dunkel war, hell dasteht, teilweise mit freiem Blick auf die Burgruine Schwarzenschwall. Aber wenn wir jetzt nichts unternehmen, können wir in acht Wochen hier alles freilegen."

Weg komplett gesperrt

Am Montag und Dienstag müsse der Weg allerdings komplett gesperrt werden. Es werde aber eine Umleitung für Wanderer eingerichtet, die auf dem altem Weg im Wald etwa 200 Meter parallel zum neuen läuft, eingerichtet. An der Parksituation ändere sich nichts. Die Gefahrenzone werde mit Posten abgesichert, die per Funk mit allen Beteiligten in Verbindung stehen. Einsatzleiter Forstwirtschaftsmeister Siegfried Schwarzbauer erklärt die Maßnahme. "Das wird eine aufwendige Angelegenheit, weil das Nest im Steilhang liegt", sagt er. Da sei auf jeden Fall eine Kombination aus Menschen- und Maschineneinsatz gefragt. Das Problem sei, dass der Radharvester mit Acht-Rad-Rückezug den Hang nicht befahren kann. Der arbeite vom Weg aus, soweit wie er mit seinem Greifarm in den Bestand hinlangen könne. Bäume, die nicht in seinem Einzugsbereich stehen, müssten klassisch mit der Motorsäge gefällt werden und in Richtung Harvester gebracht werden, damit der sie weiterverarbeiten könne. "Alles in allem werden wir etwa zehn Mann im Einsatz haben", sagt Schwarzbauer. Auch ein Seilschlepper werde zum Einsatz kommen, um Holz aus dem Gelände zu holen, damit es dem Harvester zugeführt werden könne.

Hintergrund:

Situation angespannter als gedacht

Der Leiter der Bayerischen Staatsforsten Waldsassen, Norbert Zintl, sagt, dass der enorme Erholungsverkehr in diesem Bereich des Waldnaabtals und das schwierige Gelände schon eine wirkliche Herausforderung darstellten. Er bittet deshalb um Verständnis seitens der Bevölkerung. Bisher habe man im Betriebsbereich in diesem Jahr noch keine größeren Probleme mit dem Borkenkäfer gehabt.

"Wir dachten, weil es ja doch immer wieder geregnet hat, dass die Situation entspannter sei als in den Vorjahren. Aber seit vier Wochen tauchen im ganzen Betriebsbereich große Nester auf. Im Waldnaabtal und in der Wiesauer Ecke geht es ganz schön rund." Temperaturen um die 30 Grad Celsius und warme Nächte haben die Situation zusätzlich befeuert.

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