08.03.2020 - 18:57 Uhr
ParksteinOberpfalz

Freie fordern politischen Wandel

Bei der Wahlkampfabschlussveranstaltung der Freien Wähler herrscht volles Haus. Die Redner beschweren sich über die Politik der CSU und eine nicht greifbare Bürgermeisterin. Und wünschen den Wandel herbei.

Landratskandidat Tobias Groß spricht auf der Abschlussveranstaltung der Freien Wähler.
von Stefan NeidlProfil

Der Nebenraum des Parksteiner Hof war komplett gefüllt. Der Grund war der Wahlkampfabschluss der Freien Wählergemeinschaft. Ortsvorsitzender Josef Langgärtner konnte prominenten Besuch begrüßen: Mit Tobias Groß war der Landratskandidat zu Gast. Dieser kam gerade von der Bürgerinitiative gegen Stromtrassen. Parkstein ist vom Ostbayernring und dem Südost-Link betroffen.

Es gäbe genug alternative Stromtechnologien, die Förderung benötigen würden, so Groß. Mit Tennet habe er kürzlich Autobahnstücke angesehen. Nach seiner Meinung wäre eine Verlegung der Stromtrasse dort nicht möglich. Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht fordere dennoch ein teures Gutachten: "Was soll das bringen? Entweder es kommt dabei heraus, dass dort eine Verlegung nicht machbar ist, oder dass es schweineteuer wird." Groß steht nach eigenen Worten im ständigen Austausch mit Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger wegen der Trassen. Weiter fordert Groß einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, eine Anpassung des Baxi-Systems und einen besseren Dialog mit den Bürgern.

Gemeinderat Josef Burkhard äußerte sich sich zu einem Post in der Facebookseite "Alles rund um Parkstein!", den sein Bruder Georg, der für die CSU kandidiert, verfasst hat. Darin wird das Wahlprogramm der Freien Wähler als "Pamphlet voller Verfälschungen, Verdrehungen, Halbwahrheiten und Unwahrheiten" bezeichnet. Josef Burkhard freute sich die Aufmerksamkeit und "wenn nicht ein bisschen was dran wäre, käme ja keine Reaktion" vom politischen Gegner. Er sieht die eigene Liste den Mitkonkurrenten als überlegen an. Der amtierenden Bürgermeisterin bescheinigt er eine solide Arbeit, was aber bei der guten Haushaltslage kein Hexenwerk sei. Viele ihrer angeblichen Leistungen seien aber gar nicht erkennbar gewesen. Auch zählte Beispiele auf, in der sie Erfolge im Ort sogar erschwert hätte. Burkhard hätte sich mehr Bemühungen um kleine Betriebe gewünscht, die abgewandert sind.

Bürgermeisterkandidat Reinhard Sollfrank schlug in die gleiche Kerbe: Die Leute seien unzufrieden mit dem aktuellen Führungsstils von Tanja Schiffmann: Sie sei zu selten anzutreffen, auf Anfragen kämen keine Antworten und sie kümmere sich nur um prestigeträchtige Millionenprojekte, anstelle alle Ortsteile zu fördern. Als Bürgermeister würde Sollfrank auf die Menschen zugehen, seine Türen stünden stets offen.

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