11.03.2020 - 12:25 Uhr
ParksteinOberpfalz

Grüne sehen sich im Aufwind

Alle Kandidaten der Grünen im Landkreis bekommen kurz vor der Wahl Rückendeckung von ihrem Landesvorsitzenden. Eike Hallitzky appelliert an sie in Parkstein: „Mut geben statt Angst machen.“

Eike Hallitzky, Landesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht seine Partei und deren Kandidaten auch auf dem Land im Aufwind. In Parkstein macht der den Grünen-Kandidaten, ob sie nun Landrat oder Bürgermeister werden wollen, Mut
von Gabi EichlProfil

Veranstaltungsort ist Parkstein, die Hochburg der Grünen im Kreis, Wohnort der verstorbenen Gallionsfigur Luise Nomayo. Hier kandidiert Martin Völkl für das Amt des Bürgermeisters, an seiner Seite steht die Grünen-Kreisrätin Sonja Reichold, die noch von Nomayo für die Grünen geworben wurde. Unter den Gästen sind die Windischeschenbacher Bürgermeisterkandidatin Anne Droste und Landratskandidat Johann Meyer. Die Kandidaten zeigen den Worten Eike Hallitzkys zufolge, dass die Grünen im Aufwind seien, und zwar nicht nur in München-Haidhausen, sondern auch im Landkreis. „Das imponiert den Menschen“, wenn sie sähen, dass es inzwischen "grüne Listen" für den Kreistag gebe, für Orte wie Parkstein, Windischeschenbach oder Speinshart, sagt Hallitzky.

ÖPNV auf dem Land machbar

Hallitzky streift alle großen Themen - vom Kampf für die Demokratie („das geschieht nicht von alleine“) bis zum ÖPNV vor Ort. Letzterem widmet er sich auf Wunsch der Landkreis-Grünen ausführlicher. Er schildert ein Beispiel aus dem eigenen Alltag, um zu zeigen, dass ÖPNV auf dem Land durchaus realisierbar sei. Im österreichischen Vorarlberg sei es jederzeit möglich, am Sonntagmorgen beim Busfahrer, der im Stundentakt fahre, bis zum deutschen Zielbahnhof ein Ticket zu buchen. Auch die Schweiz zeige, dass Nahverkehr in der Provinz möglich sei. Landratskandidat Johann Meyer hatte vorher darauf hingewiesen, dass der Ausbau des Baxi-Systems im Kreis auch nur eine Krücke sei. Solche Angebote könnten einen leistungsfähigen und eng getakteten ÖPNV unterstützen, sagt Hallitzky, seien aber kein Ersatz. Für die Grünen sei der Ausbau des ÖPNV auch auf dem Land nicht zuletzt eine Frage der gleichwertigen Lebensverhältnisse im Freistaat. Jeder Mensch in Bayern solle mobil sein können.

Schottergärten mutig verbieten

Beifall bekommt der Grünen-Landeschef, wenn er etwa vorschlägt, bei der Ausweisung neuer Baugebiete mutig die Nutzung von Photovoltaik vorzuschreiben oder Schottergärten zu verbieten. "Die haben nichts, aber auch gar nichts in unseren Städten und Gemeinden verloren.“ Aber noch vor der Ausweisung neuer Baugebiete oder Einkaufszentren an den Stadträndern („Shopping im frisch betonierten Außenbereich“) sei zu bedenken, dass derlei die Leerstände in den Ortszentren nur noch befeuere. Denn beides sei nicht möglich: ein lebendiger, begrünter Marktplatz und Wohn- und Einkaufsmöglichkeiten am Stadtrand. „Entweder das oder das“, sagt Hallitzky.

Stromleitung der "saure Apfel"

In der nachfolgenden Diskussion wird Hallitzky von Gegnern des Süd-Ost-Links, neben anderen der Parksteiner Josef Langgärtner, Sprecher der Bürgerinitiative für eine dezentrale Energiewende, vorgeworfen, die Grünen stünden nicht auf ihrer Seite. Hallitzky verteidigt sich mit dem Verweis darauf, dass keine Partei länger eine Energiewende mit dem Fokus auf einer dezentralen Versorgung fordere als die Grünen. Aber seine Partei sei nun einmal seit Jahren nicht in der Position, diese Fragen entscheiden zu können.

Aktuell habe man die verfahrene Situation, dass bisher ein Ausbau dezentraler Energieversorgung vernachlässigt worden sei. Und wenn in dieser Situation eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitung (HGÜ-Leitung) notwendig werde, um die Stromversorgung nach einer Abschaltung der Kohle- und Atomkraftwerke zu gewährleisten, dann müsse man notgedrungen in diesen sauren Apfel beißen.

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