23.09.2021 - 14:56 Uhr
ParksteinOberpfalz

Jung und Alt sollen in Parkstein bei Windrädern ganz offiziell mitreden dürfen

Für Wirbel sorgt in Parkstein der Plan Windräder aufzustellen. Nun sollen die Bürger ihre Meinung dazu abgeben und auch der Nachwuchs zu Wort kommen.

Im Bereich der hellen Felder im Hintergrund sollen die Windräder aufgestellt werden.
von Walter BeyerleinProfil

Die Entscheidung über die Zulässigkeit der Errichtung von Windkraftanlagen im Gebiet "Eichentratt" wird wohl in einem Ratsbegehren erfolgen. Im Marktgemeinderat wurde die Ansicht vertreten, bei dieser weitreichenden Entscheidung die Bürger per Abstimmung mitsprechen zu lassen. Gleichzeitig will das Gremium zur Urteilsbildung auch die 12- bis 18-jährigen jungen Mitbürger anhören.

Bürgermeister Reinhard Sollfrank hob die bisherige neutrale Haltung des Marktes zu diesem Thema hervor. Er machte aber auch deutlich, dass sich der Markt irgendwann positionieren und entscheiden müsse, ob er in die Bauleitplanung einsteigt. Klar sei, dass es auch Gegner von Windkraftanlagen gebe.

Sonja Reichold (Bündnis90/Die Grünen) versicherte, dass ihre Gruppierung zu 100 Prozent hinter dem Projekt stehe. Es sei aber nicht mehr möglich, über den Kopf der Leute zu entscheiden. Sie sprach sich dafür aus, offensiv und gezielt in die Information der Bürger zu gehen. "Es steht viel Angst im Raum, die mit logischen Fakten entkräftet werden kann."

Michael Gleißner (CSU) nannte die Windenergie ein heikles und wichtiges Thema. Es müsse vermieden werden, dass die unterschiedlichen Meinungen zu einem Riss in der Bevölkerung führen. Auch eine Schlammschlacht solle sich daraus nicht entwickeln. Gleißner bat bereits jetzt ein späteres Votum – egal mit welcher Entscheidung – zu akzeptieren.

Georg Janner (SPD) sprach sich für Nähe zu den Bürgern aus, um mögliche Gegenargumente vorher zu entkräften. Er votierte deutlich dafür, die Bürger in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Josef Langgärtner (FWG) verlas eine vorgefertigte Erklärung, die sich inhaltlich für den Ausbau der Windkraft ausspricht. Er verwahrte sich aber gegen Lügengeschichten, die im Ort die Runde machen würden. Langgärtner legt Wert auf die Feststellung, ehrenamtlich für die Bürgerenergiegenossenschaft zu arbeiten. Er versicherte aber auch, dass das Projekt abgebrochen werde, sollten sich im Vorfeld negative Erkenntnisse ergeben.

Silvia Korsche-Ströhl (FWG) nannte die Windenergie alternativlos. "Die Nutzung von Wind, wenn er am Ort vorhanden ist, ist das Beste." Es sei aber gut, die Bürger hinter sich zu wissen. "Das Ratsbegehren ist dafür das geeignete Instrument.

Josef Scheidler (CSU) forderte klar die Einladung eines Referenten, der auch Risiken und Gefahren einer Windkraftanlage erläutert. Ausdrücklich sprach er sich für die Aufstellung eines Windmessmastes für die Dauer von zwei Jahren aus, um belastbare Zahlen über den Wind zu bekommen. Geld für eine Bauleitplanung in den Sand zu setzen, sei nicht nachvollziehbar. Auch Scheidler plädierte für ein Ratsbegehren, dessen Entscheidung akzeptiert werden müsse. Heinz Rast (CSU) blies ins gleiche Horn. Er schlug aber vor, dass nach dem Windkümmerer, der die Vorteile aufgezeigt habe, auch ein Redner komme, der die negativen Aspekte aufzähle.

Wolfgang Schraml (CSU) behauptete, dass beim bisher vorgesehenen Standort die Grundstücke im Baugebiet-West an Wert verlieren. Er bat deshalb den möglichen Standort zu überdenken. Diese Anregung nahm Bürgermeister Sollfrank auf. Er erklärte, dass auch ein anderer Standort in der Überlegung sei. Die dann ausufernde Debatte brach der Rathauschef ab und verwies auf eine der nächsten Sitzungen, in denen das weitere Vorgehen beschlossen werde.

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"Es steht viel Angst im Raum, die mit logischen Fakten entkräftet werden kann."

Sonja Reichold

 

 

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