22.12.2020 - 10:00 Uhr
ParksteinOberpfalz

Oberfränkin liebt Oberpfalz

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Denise Görl kommt aus Oberfranken. Mittlerweile arbeitet sie in der Oberpfalz - bei Witron in Parkstein. Sie verrät, was ihr an der Oberpfalz gefällt und was ganz anders ist als in München.

Dr. Denise Görl ist nach Ostbayern zurückgekehrt und führt sich "angekommen".
von Reiner Wittmann Kontakt Profil

Denise Görl ist viel herumgekommen, bevor sie sich für die Oberpfalz als Wahl-Heimat entschieden hat: Die Oberfränkin stammt aus Bad Alexandersbad. Nach der Schule ging sie zum Studieren erst einmal nach Bamberg, Auslandssemester führten sie nach Edinburgh in Schottland und ins norwegische Oslo. Daraufhin promovierte sie im sächsischen Dresden. Für den Berufseinstieg zog es Dr. Görl erneut in die Großstadt, nach München, wo sie für eine Unternehmensberatung tätig war. Seit einem Jahr arbeitet sie jetzt im Controlling der Witron Logistik + Informatik GmbH in Parkstein bei Weiden.

Einst Edinburgh, jetzt Erbendorf

„Die Oberpfälzer sind sehr entspannt, sehr freundlich“, beobachtet die 33-Jährige. „Diese Mentalität spürt man auch im Unternehmen. Der Oberpfälzer mag die Gemeinschaft, viele kennen sich untereinander. Auch ich wurde wunderbar aufgenommen und habe nicht nur in der Firma, sondern auch an meinem Wohnort schnell Anschluss gefunden.“

Zusammen mit ihrem Ehemann wohnt Denise Görl in Erbendorf. „Dort haben wir den Steinwald vor der Haustür, können herrlich wandern gehen. In den Sommermonaten haben wir uns die Region mit dem Motorrad erschlossen. Auch für Motorradfahrer ist die Oberpfalz bestens geeignet.“

In die Arbeit habe sie 20 Minuten, „ganz ohne Stau“, sagt Denise Görl, die in München ganz anderes erlebt hat: „Wenn du von dort in die Alpen willst, bist du erst einmal stundenlang auf überfüllten Autobahnen unterwegs – nur um dann am Zielort keinen Parkplatz zu finden. Erholung sieht anders aus.“

Oberpfalz? Wie kannst du nur!

„Als wir uns entschlossen, München zu verlassen und uns in Oberfranken oder der Oberpfalz etwas zu suchen, haben viele unserer Freunde mit dem Kopf geschüttelt: Wie könnt ihr von hier nur weggehen wollen!“ Tatsächlich sei sie der räumlichen Enge der Großstadt aber entflohen und habe hier in Ostbayern ganz andere Freiheiten: „Du bist gleich draußen, kennst deinen Nachbarn. Das ist etwas ganz anderes als die Anonymität der Großstadt.“ Andererseits schätzten viele Menschen aber auch diese Anonymität der Metropole, „das muss jeder für sich selbst entscheiden“.

Aber noch etwas anderes spricht für die Region: „Hier in der Oberpfalz kann man sich eben noch eine Immobilie leisten, in München ist das undenkbar. Da arbeiten die Menschen für eine hohe Miete, es sei denn man kauft sich weit draußen etwas und nimmt eine lange Anfahrt in die Arbeit in Kauf.“ Für sie kam das nicht in Frage.

Vielleicht hätte sie ja niemals aus Ostbayern weggehen sollen? „Für mich war es schon wichtig zu sehen, was es da draußen sonst noch gibt. Ich wollte mehr von der Welt sehen, fremde Länder kennenlernen, andere Städte.“ Das Weggehen hat sie nie bereut, das Zurückkommen aber noch viel weniger: „Die einzelnen Stationen waren für mich schon bedeutsam. Aber jetzt ist es schön, wieder daheim in Ostbayern zu sein. Es klingt vielleicht komisch, aber allein das gute Essen hier! Das fehlte mir tatsächlich.“

Ein Oberpfälzer Professor über Führung und Management in Corona-Zeiten

Weiden in der Oberpfalz

Besser als bei DAX-Unternehmen

Ist das Arbeiten bei Witron anders als bei einem „Global Player“ in München? „Witron ist auch ein Global Player, aber die Mentalität ist anders als bei einem DAX-Unternehmen in München. Jeder kennt jeden, auf dem Gang wird man gegrüßt. In der Großstadt zählt der Einzelne wenig. Und auch die Tätigkeit ist viel abwechslungsreicher und spannender, als sie es vermutlich beim DAX-Unternehmen wäre.“

Ihr Fazit: „Wir sind angekommen und bleiben hier!“ Die Oberpfalz ist eben ein Glückstreffer.

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