12.05.2021 - 14:30 Uhr
ParksteinOberpfalz

Parkstein als Standort für Windräder geeignet

Die Gemeinderäte von Parkstein müssen in naher Zukunft entscheiden, ob auf Flächen im Gemeindegebiet Windkraftanlagen errichtet werden sollen. Experten sehen zumindest Potenzial.

Vom Raiffeisenparkplatz Parkstein geht der Blick nach Westen Richtung Rauer Kulm. Etwa hinter den hellen landwirtschaftlichen Flächen (Bildmitte) könnten drei bis vier Windräder entstehen.
von Walter BeyerleinProfil

Können auf dem Gemeindegebiet von Parkstein Windkraftanlagen errichtet werden? Diese Frage beantworteten in der Marktgemeinderatssitzung am Montagabend Matthias Rösch, Geschäftsführer des Energie-Technologischen-Zentrums Weiden (ETZ) und Mariella Schubert von der Firma Plan BC aus Bayreuth. Für sie steht fest: Nahe Schwand und in einem großen Waldstück Richtung Gemeindegrenze Kirchendemenreuth wäre die Errichtung von Windkraftanlagen möglich.

Rösch stellte sich dem Gremium als „Windkümmerer“ vor. Parkstein und Tännesberg seien vom Bayerischen Wirtschaftsministerium als Orte für das „Projekt Windkümmerer“ ausgewählt worden, erklärte er. Seine Aufgabe sei es, die kommunalen Entscheidungsträger professionell und neutral zu begleiten sowie bei der Initiierung von realisierbaren Windprojekten zu unterstützen. Dazu gehöre aber auch, der Bevölkerung eine Akzeptanz der Windkraftanlagen in Bürgerversammlungen zu vermitteln und Konflikte zu moderieren. Für ihn sei wichtig: "Die Windkraft kann nur als Bürger-Windkraft verwirklicht werden. Das bedeutet, dass die Besitz-Beteiligten vorrangig aus Parkstein und den Nachbarkommunen kommen sollen." Rösch warb für die Windkraftanlagen als „Geldanlage mit hoher Rendite“. Weitere Ziele sollten auch eine Strompreissenkung für die Parksteiner Bürger und Verbrauch des erzeugten Stromes vor Ort sein.

250 Meter hohe Anlagen

Mariella Schubert wurde deutlicher und nannte eine Gesamthöhe von 250 Metern für die Windkraftanlagen. Die Genehmigung zur Errichtung erfolge nach den Vorschriften des Bundesimmissionsschutzgesetzes nach vorausgehender Aufstellung eines Bebauungsplanes. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens würden laut Schubert vor allem naturschutzrechtliche Interessen geprüft. Für das Fundament einer Windkraftanlage würden 670 Kubikmeter Beton benötigt. Letztlich werde die beanspruchte Fläche 400 bis 450 Quadratmeter umfassen.

Nach Schuberts Kenntnissen sei Windpotenzial in Parkstein vorhanden. Im Bereich nahe an der Gemeindegrenze zu Kirchendemenreuth könnten acht bis zwölf Anlagen, im Bereich Schwand („Eichentratt“), wären drei bis vier Windkraftanlagen denkbar. Sie untermauerte ihre Präsentation mit Fotomontagen mit Blick vom Raiffeisenparkplatz aus.

Die Verfahrensdauer für die Errichtung einer Windkraftanlage dauere wenigstens drei bis vier Jahre. Den finanziellen Aufwand bezifferte Mariella Schubert bis zur Erteilung der Genehmigung auf 500.000 Euro. Sie verhehlte nicht, dass dieser Betrag durchaus ein Risiko sei, weil die Genehmigungsfähigkeit nicht von vornherein feststehe.

Marktrat muss entscheiden

Bürgermeister Reinhard Sollfrank sagte ohne Umschweife, dass sich der Markt Parkstein an der Finanzierung des Genehmigungsverfahrens nicht beteiligen werde, weil dies keine kommunale Aufgabe sei. Nun wünsche der Marktgemeinderat Parkstein entscheiden, ob die Errichtung von Windkraftanlagen generell gewünscht sei.

Michael Gleißner (CSU) bat abschließend dazu um weiteres Bildmaterial, vor allem aus den Blickwinkeln der betroffenen Ortsteile.

Mariella Schubert und Matthias Rösch (stehend) erläutern Bürgermeister Reinhard Sollfrank (rechts) und dem Marktgemeinderat die Möglichkeiten der Windkraftnutzung rund um Parkstein.

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