14.06.2018 - 15:13 Uhr
ParksteinOberpfalz

Produktions-Technologe: Ein Beruf setzt sich durch

Die Digitalisierung verändert die Berufswelt. Noch weiß niemand genau, wie viele Arbeitsplätze es demnächst geben wird. Auf der sicheren Seite steht ein Jugendlicher als Produktions-Technologe.

Noch kommen die Auszubildenden im Beruf Produktionstechnologie nur von der BHS (siehe Bild). Im ÜBZO in Weiherhammer wurden sie besucht von ÜBZO-Projektleiter Wolfgang Siebert, ÜBZO-Geschäftsführer Professor Erich Bauer und BHS-Projektmanager Erwin Rast (stehend, von rechts).
von Siegfried BühnerProfil

"Wir sehen den Produktions-Technologen für uns als absoluten Zukunftsberuf“, sagt der Personalchef der Firma Witron Logistik & Informatik, Theo Zeitler. Zeitler begründet dies damit, dass für die Realisierung von hochautomatisierten Logistikzentren mit komplexen Prozessen, Systemen und Warenströmen nicht nur Spezialisten, sondern auch Generalisten wichtig sind. „Sie besitzen die Fähigkeit, das spannende Zusammenspiel aus IT, Elektronik und Mechanik ganzheitlich zu verstehen.“

Nur langsame Akzeptanz

Mit seiner Begründung liefert der Personalchef auch die Beschreibung des Ausbildungsberufs Produktions-Technologe. Bereits seit 2008 gehört diese Qualifizierung zu den anerkannten Ausbildungsberufen. Allerdings setzte sie sich zunächst nur sehr langsam am Markt durch. So wurden nach den Zahlen des Bundesbildungsinstituts in ganz Bayern im Jahr 2016 gerade einmal 30 neue Ausbildungsverträge für Produktions-Technologen abgeschlossen. Vorreiter in der nördlichen Oberpfalz war BHS Corrugated. Sie bildeten seit 2011 jedes Jahr mindestens zwei Nachwuchskräfte in diesem Beruf aus. „Der Produktions-Technologe sieht den kompletten Montage-Ablauf unserer Wellpapierproduktionsanlagen, also das Projekt insgesamt“, sagt Erwin Rast, Projektmanager bei der BHS. Weniger das Produkt, sondern Fertigungsprozesse, Beschaffungs- und Installationsprozesse stehen dabei im Blickpunkt. Rast berichtet auch von vielen positiven Erfahrungen im bisherigen Einsatz der jungen Mitarbeiter. Am Beginn ihrer Tätigkeit kann man sich bei der BHS eine Rolle als Assistent des Projektleiters gut vorstellen.

„Der Produktions-Technologe passt gut in die KVP-Entwicklungsteams“, ergänzt Wolfgang Siebert, Leiter des Projekts Kompetenzzentrum beim ÜBZO in Weiherhammer. Zwischenzeitlich haben die Controller der BHS auch nachgerechnet. Alleine durch die von den Produktions-Technologen im Zuge ihrer Ausbildung durchgeführten Optimierungs-Projekte sei es zu einer nachhaltigen Einsparung von etwa 250000 Euro gekommen.

Die bereits ausgebildeten Produktions-Technologen sind bei der BHS auch eng in Projekte eingebunden, die zu einer wesentlichen Verkürzung der Installationszeiten von Wellpappen-Fertigungsanlagen führen. Ziel ist eine Reduzierung von rund sechs auf möglichst zwei Wochen. Die positiven Erfahrungen bei der BHS haben sich in der Region herumgesprochen. Jetzt breitet sich das Berufsbild Produktions-Technologe auch in der nördlichen Oberpfalz aus, zum Beispiel bei der Firma BAM Maschinenbau in Weiden.

Geschäftsführer Marco Bauer spricht von einer „idealen Voraussetzung, die Ausbildung an den realen Bedarf anzupassen“. Themen wie additive Fertigung und Robotik hätten in traditionellen Berufsbildern noch nicht Einzug gefunden. „Gemeinsam mit dem ÜBZO kann höchste Ausbildungsqualität garantiert werden“, sagt Bauer.

Gesonderte Klasse

Dass es im Berufsschulzentrum Wiesau ab dem kommenden Ausbildungsjahr eine gesonderte Klasse für Produktions-Technologen mit mindestens 16 neuen Auszubildenden geben wird, berichtet Wolfgang Prebeck von der Schulleitung. Bei der Ausbildung profitiert die Schule von einer vorhandenen Ausstattung in der Steuerungstechnik sowie von den Lehrkräften im Metallbereich und in der Informationstechnologie. Auch ein Roboterarm wurde neu angeschafft. Impulse kämen auch von den EDV-Schulen in Wiesau.

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