16.08.2019 - 11:40 Uhr
ParksteinOberpfalz

Seniorendomizil Parkstein kommt frühestens 2020

Der Spatenstich für 39 Seniorenwohnungen im Baugebiet "Viehhof" wird zum dritten Mal verschoben. Der Grund: Die Baupreise sind zu hoch. "Das können wir nicht auf eine bezahlbare Miete umlegen", sagt Bauherr Martin Weiß.

Seit über einem Jahr wäre das Areal hinter dieser Tafel baureif. Der Investor zögert sein Seniorendomizil jedoch weiter hinaus. Er hofft auf sinkende Baupreise im kommenden Jahr.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Die Pläne und Genehmigungen liegen vor. Daher verhieß eine Informationstafel am westlichen Ortsrand von Parkstein auch einst den Sommer 2018 als Baubeginn für 39 Apartments für Betreutes Wohnen und bis zu 25 Plätze für Tagespflege nahe der Raiffeisenstraße. Aus diesem Termin wurde später Frühjahr 2019, daraus wiederum die zweite Julihälfte 2019 und nun - irgendwann 2020.

"Es geht nicht anders", sagt Martin Weiß, Geschäftsführer der Firma "Immoproject" in Regensburg, die in Parkstein unter dem Namen "Sozialteam" auftritt. Die Begründung bleibt immer die gleiche: Vor allem Kosten für technische Gewerke wie Elektrik, Sanitär, Heizung und Lüftung hätten astronomische Höhen erreicht.

Daher kam Immoproject/Sozialteam bislang auch nicht mit einem Bauunternehmen ins Geschäft, mit dem es bereits bei ähnlichen Projekten, etwa in Thiersheim und Neusorg gut zusammengearbeitet hat. Das Problem seien die horrenden Preisvorstellungen der Subunternehmer, seufzt Weiß.

In Parkstein sei eine Miete von 10 Euro pro Quadratmeter "die oberste Grenze". Würde seine Firma jetzt zu bauen beginnen, müsste sie später 14 bis 15 Euro verlangen. "Das ist für die Region eindeutig zu hoch." Weiß und seine Mitarbeiter seien mit den Planern noch einmal alle Details durchgegangen, um bei der Umsetzung effektiver zu werden. "Aber es gibt kaum Stellschrauben." Daher rede Sozialteam nun mit weiteren Baufirmen. "Wir wollen dabei den Zeitdruck rausnehmen. Die Unternehmen bekommen keine zeitliche Vorgabe, sie sollten nur im Laufe von 2020 anfangen." Mit dieser zeitlichen Flexibilität hätten Investorenkollegen in Erfurt bereits gute Erfahrungen gemacht. Die Hoffnung sei, dass die Baukonjunktur in den kommenden Monaten etwas abkühle. Leise Hinweise darauf gebe es bereits, erklärt Weiß. "Zum Beispiel fragen von sich aus bei uns wieder Statik-Büros an, aber das brauchen wir nicht mehr."

Die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnformen sei in Parkstein weiterhin vorhanden. Bis "Sozialteam" gebaut habe, seien zwei Mitarbeiter daher auch mit einem ambulanten Pflegemobil unterwegs. Das Unternehmen beschäftigt 700 Mitarbeiter in Bayern und Sachsen, die rund 2000 Menschen betreuen. "Parkstein ist für uns weiterhin ein sehr interessanter Standort", bekräftigt der Investor. Bürgermeisterin Tanja Schiffmann hat Verständnis. "Das haben wir uns alle nicht gewünscht, aber wir erleben das ja fast überall", sagt sie zu den explodierenden Baukosten. Sie hofft ebenfalls auf Weiß Plan B, sprich 2020. Klappt es dann nicht, wird guter Rat teuer, räumt Weiß ein: "Ich habe keinen Plan C."

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