23.01.2020 - 13:14 Uhr
ParksteinOberpfalz

Vereine klagen SPD ihre Sorgen

Mit einem Wahlkampfauftakt der etwas anderen Art starten die Parksteiner Genossen in die Kommunalwahl 2020. Die Vereine des Marktes als „Kitt des Gemeinwesens“ spielen am Abend beim SPD-Ortsverein die Hauptrolle.

Harald Krämer (Mitte, stehend) moderiert den Auftakt des SPD-Ortsvereins Parkstein zur Kommunalwahl 2020. Spitzenkandidat Georg Janner (Sechster von links) nennt ausgeglichene Mehrheiten im neuen Marktgemeinderat sein großes Ziel. SPD-Landratskandidat Peter Lehr (links) spricht zur Situation des Landkreises und hebt seinen Wunsch auf Errichtung von Wohnungen, die alten Menschen ein Leben lange in den vier eigenen Wänden ermöglichen, besonders hervor.
von Walter BeyerleinProfil

Wie geht es den Parksteiner Vereinen, wie sieht es mit deren Nachwuchs, der Mitarbeit der Mitglieder aus, erklären sich Mitglieder zur Mitarbeit im Vorstand eines Vereines bereit? Dazu lud der SPD-Ortsverein die Vereinsvertreter ins Gasthaus Janner ein. Mit dabei Landratskandidat Peter Lehr, vor allem aber auch zahlreiche Marktratskandidaten der Freien Wählergemeinschaft Parkstein mit Bürgermeisterkandidat Reinhard Sollfrank.

SPD-Spitzenkandidat Georg Janner hieß die Besucher willkommen. Er hob erneut hervor, seit sechs Jahren regelmäßig die Gemeinderatssitzungen als Zuhörer zu verfolgen. Sein Wunsch ist klar: Ab der neuen Wahlperiode soll keine politische Gruppierung über eine Mehrheit im gemeindlichen Gremium verfügen, gewünscht sind für die Zukunft vielmehr parteiübergreifende Entscheidungen. Die SPD-Kandidatenliste nannte Janner „stark durchmischt“, was Alter und Berufe betreffe. Die Vereinsarbeit und das Miteinander in den Vereinen trägt nach den Worten Janners zum Wohl Parksteins bei, so dass größter Wert auf die Erhaltung der Vereinsstruktur gelegt werden müsse.

Harald Krämer moderierte den Abend, bei dem – wie er ausdrücklich betonte – Negatives nicht herausgestellt werden solle. Die Einladung gegenüber den Vereinen solle ein Zeichen der Wertschätzung für deren Arbeit sein. „Vereine sind der Kitt des Gemeinwesens“. Deshalb sei es wichtig die Situation der Vereine zu erfahren. Aus eigener Erfahrung schilderte Krämer kurz die kritische Lage des VdK-Ortsverbandes, der vor kurzem knapp an der Auflösung vorbeischlitterte.

Marktrat Johannes Kick sieht das größte Problem bei der Übernahme von Verantwortung in den Vereinen. „Zum Arbeiten bei Veranstaltungen finden sich immer die Leute“. Hans Wittmann, Vorsitzender der Feuerwehr Parkstein, stellte die gemeindliche Einrichtung vor und dankte letztlich allen anderen Vereinen, die der Feuerwehr Unterstützung gewähren. SPD-Kandidat Georg Janner, sieht seine Zuständigkeit unter anderem in der Aktualisierung der Homepage der Feuerwehr. „Sonst würde es keiner machen“, hat er erkennen müssen.

Karin Friedl beklagte die mangelnde Unterstützung des KAB-Ortsverbandes seitens der Parksteiner Bevölkerung. Elisabeth Hundhammer, Vorsitzende des OWV-Parkstein, bedauerte, dass ihr Verein aufgrund der Altersstruktur der Mitglieder keine Wanderungen mehr unternehmen könne. Herbert Simmerls Appell geht dahingehend, den verantwortlich tätigen Vereinsmitgliedern mehr Wertschätzung zukommen zu lassen. Karl Schiffmann, Vorsitzender der Basaltschützen, beklagte die zunehmende Bürokratie, vor allem auch die Problematik Datenschutz. Er habe erkennen müssen, dass junge Menschen mit auswärtigen Studienplätzen keine Verantwortung in den Vereinen mehr übernehmen. Barbara Schäfer sieht die Ursache im Verzicht auf Vereinsarbeit in der Tatsache, dass die tägliche Berufsarbeit immer höhere Anforderungen stelle, die Menschen aber auch ihre Prioritäten anders setzen. Einen deutlichen Rückgang erkennt Karin Alwang auch bei der Teilnahme am Kinderferienprogramm, dessen Anmeldezahlen oftmals die Durchführung einer Veranstaltung nicht sinnvoll machen würden.

Aus dem Gesprächskreis kam dann die Anregung, ob die Fun-Arena beim Tennisheim neu gestaltet werden könne, um wieder Anreize für die Jugend zu schaffen. „Da müssen wir mit den Vereinen sprechen“, meinte Christoph Witt.

SPD-Landratskandidat Peter Lehr nutzte die Gelegenheit, auf den hohen Wert des Ehrenamtes hinzuweisen, dessen darin tätige Bürger eine Leistung von jährlich rund 23 Milliarden Euro erbringen. Lehr sprach über die Finanzen des Landkreises, hob die Schuldenfreiheit hervor, vergaß nicht, auf die meist einstimmig getroffenen Entscheidungen im Kreistag hinzuweisen, listete die hohen Investitionen im Bereich Hochbau und Straßenbau auf und nannte als künftiges Ziel die Eigenstromversorgung der Schulen. Im Bereich Gesundheit habe die SPD-Kreistagsfraktion laut Lehr den Bau von Musterwohnungen verteilt auf den Landkreis beantragt, die aufgrund ihrer baulichen Gestaltung dem Bewohner ein möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden ermöglichen sollen.

SPD-Landratskandidat Peter Lehr (rechts, stehend) spricht zur finanziellen Situation des Landkreises, hebt dessen Schuldenfreiheit und die meist mehrheitlich getroffenen Entscheidungen im Kreistag hervor.
SPD-Spitzenkandidat Georg Janner, seit sechs Jahren regelmäßig Gast in den Marktratssitzungen, wünscht sich für die nächste Wahlperiode ausgeglichene Mehrheitsverhältnisse im gemeindlichen Gremium.

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