02.09.2018 - 18:44 Uhr
ParksteinOberpfalz

Weil eben jeder nach Bayern will

Der Staatskanzleichef hatte tags zuvor vom "Tal der Seligen" gesprochen, Bauministerin Ilse Aigner schwärmt in Parkstein in nicht minder hohen Tönen von der "einzigartigen Entwicklung" des Freistaates - nach ihrer Lesart dank der CSU.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner spricht im Landrichterschloss vor einem vollen Festsaal über Wohnen und Leben im Freistaat.
von Gabi EichlProfil

Die stellvertretende Ministerpräsidentin bekräftigt damit vor einem vollen Saal des Landrichterschlosses die Worte des Landtagskandidaten Stephan Oetzinger: "Wir sind kein Jammertal, wir sind eine motivierte Region im Herzen Europas." An Bürgermeisterin Tanja Schiffmann gewandt sagt Oetzinger, am Beispiel Parksteins sei der Aufschwung der Region und damit einhergehend deren hohe Lebensqualität deutlich abzulesen. Immer mehr junge Menschen blieben in der Region oder kämen zurück. Denn dank Digitalisierung und schnellem Internet sei es nicht mehr von Bedeutung, ob man in München oder in Parkstein lebe.

Die Ministerin sieht eigenem Bekunden zufolge in allen Ecken des Freistaates, dass die "Heimatstrategie" der Staatsregierung, alle Landesteile, nicht nur die Ballungsräume zu entwickeln, erfolgreich sei. "Es wirkt." Dass die Oberpfalz einmal die Arbeitslosenstatistik anführen würde als diejenige Region mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen, habe noch vor wenigen Jahren niemand für möglich gehalten, sagt sie unter Beifall.

"Ein gewaltiges Programm"

Und weil so viele in diesen wunderbaren Freistaat wollten, in den vergangenen Jahren sind um die 500.000 Menschen zugezogen, darum sei der Wohnraum knapp geworden. Das sei erkannt und es werde massiv gegengesteuert. Für den Mietwohnungsbau stünden aktuell um die 900 Millionen Euro zur Verfügung, "ein gewaltiges Programm"; durch das neue Baukindergeld bekomme eine Familie mit zwei Kindern über zehn Jahre hinweg insgesamt 30.000 Euro, dazu komme als "bayerische Spezialität" die Eigenheimzulage in Höhe von 10.000 Euro für jeden Bauherrn.

Auf ihrem Wunschzettel hat die Bauministerin, wie sie sagt, unter anderem einen Freibetrag bei der Grunderwerbssteuer, die Eindämmung der Baukosten und der Grundstückspreise, eine weitergehende Förderung energetischer Sanierungen.

Beim Volksbegehren gegen den vermeintlichen Flächenfraß sei bewusst mit falschen Zahlen operiert worden; nicht 13 Hektar würden im Freistaat pro Tag versiegelt, sondern maximal fünf, ganz wie von den Machern des Volksbegehrens gefordert.

"Einzigartige Entwicklung"

Glaubt man Ilse Aigner, wird nirgendwo in der Bundesrepublik soviel Geld gesteckt in die Förderung der Ortskerne (Programm "Innen vor Außen"), in die bestmögliche verkehrsmäßige Anbindung des flachen Landes an die Ballungszentren, in den Erhalt der landwirtschaftlichen Strukturen, in die Bildung ("darin steckt jeder dritte Euro, das merkt man"). Und darum habe sich der Freistaat "in einer Einzigartigkeit entwickelt wie kein anderes Bundesland".

Auf Wahlkampftour in der Oberpfalz: die bayerische Bauministerin Ilse Aigner.

Der Festsaal im Landrichterschloss ist gut gefüllt beim Auftritt der stellvertretenden Ministerpräsidentin Ilse Aigner.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner, eingerahmt von CSU-Politikern aus dem Landkreis und den Kandidaten für Landtag und Bezirkstag.

"Dass die Oberpfalz einmal die Arbeitslosenstatistik anführt mit den niedrigsten Arbeitslosenzahlen, hätte vor Jahren doch niemand geglaubt", sagt die Bauministerin unter Beifall.

Zur Erinnerung für die Bürgermeisterin: der Eintrag der Ministerin ins Goldene Buch der Gemeinde. Von rechts: Landrat Albert Nickl, MdL Petra Dettenhöfer, Bürgermeisterin Tanja Schiffmann, Dagmar Nachtigall, Ilse Aigner, Stephan Oetzinger, Andrea Lang, MdB Albert Rupprecht.

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