11.10.2020 - 14:16 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Diskussion um Feuerwehren in der Gemeinde Pechbrunn

Um geplante Anschaffungen der Feuerwehren Pechbrunn und Groschlattengrün ging es jetzt im Gemeinderat. Der Wunsch nach einem neuen Fahrzeug führte zu einer Diskussion, bei der auch wieder die Frage nach einer Zusammenlegung auftauchte.

Eine Zusammenlegung der Feuerwehren Pechbrunn und Groschlattengrün ist schon mehrfach angeregt worden. Nun griff Thomas Dehmel (SPD) diese Idee wieder auf.
von Josef RosnerProfil

Um einen Fünfjahresplan für mögliche Anschaffungen hatte die Gemeinde die beiden Feuerwehren Pechbrunn und Groschlattengrün gebeten. In der jüngsten Sitzung lagen diese Listen nun vor. Jährlich wollen beide Wehren jeweils rund 2000 Euro in verschiedene Ausrüstungsgegenstände und für kleinere Maßnahmen investiert sehen. Damit könne er leben, meinte Bürgermeister Stephan Schübel und berichtete von einem kürzlichen Besuch bei der Feuerwehr Pechbrunn, wo aktuell zehn bis zwölf Aktive Dienst leisten.

Kinderfeuerwehr und Digitalfunk

So stehen bei der Feuerwehr Groschlattengrün etwa neue Schutzanzüge, die Digitalfunk-Ausstattung und - eventuell noch heuer - die Gründung einer Kinderfeuerwehr auf dem Plan. Ebenfalls Schutzkleidung und Digitalfunk-Gerätschaften sehen die Planungen der Feuerwehr Pechbrunn vor. Zudem neue Fenster und Spinte für das Feuerwehrhaus, eventuell auch eine neue Heizung - und für 2022 ein neues Fahrzeug. Letzteres löste eine Diskussion im Gremium aus.

Dominik Wolf (CSU) befürwortete die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Pechbrunner Wehr, denn auch die Feuerwehr Groschlattengrün sei gut ausgestattet. Ein neues Fahrzeug könnte auch zu mehr Attraktivität und höherer Motivation führen. "Vielleicht kommen dadurch auch wieder mehr junge Leute zur Feuerwehr." Laut Johannes Wolfrum (CSU) müssten mehr Gemeinsamkeiten her, so dass beide Wehren schlagkräftiger werden, gerade bei Einsätzen tagsüber.

Nicht einfach umzusetzen

"Muss es denn gleich ein neues Fahrzeug sein? Reicht nicht auch ein Gebrauchtes aus?", fragte Thomas Dehmel (SPD) und forderte eine Verbesserung der Zusammenarbeit beider Wehren. Vielleicht gebe es jetzt eine gute Chance dafür. "Ideal wäre eine Zusammenlegung", sagte Dehmel und sprach damit eine Idee an, die in der Vergangenheit immer wieder mal geäußert wurde. Bürgermeister Stephan Schübel gab zu bedenken, dass sich eine Zusammenlegung nicht so einfach umsetzen ließe: "So etwas lässt sich nicht einfach aufzwingen. Besser wären gemeinsame Übungen."

Thomas Dehmel ließ nicht locker: "Können wir uns zwei Feuerwehren mit nahezu gleicher Ausstattung überhaupt leisten?" Er bat darum, die Vernunft siegen zu lassen. "Ist es wirklich so schlimm, wenn ein Pechbrunner nach Groschlattengrün fährt?", so Dehmel. Bürgermeister Schübel erwiderte, dass ein neues Feuerwehrauto auch im Falle einer Zusammenlegung benötigt würde.

Roland Zeitler (SPD) warf ein, dass eine Zusammenlegung von Feuerwehren gegen deren Willen rechtlich nicht möglich sei. Es sei also nicht Sache der Gemeinde, darüber zu entscheiden. Auch Thomas Flügel (SPD) sah in einer aufdiktierten Zusammenlegung keine Lösung, "weil dann wahrscheinlich aktive Feuerwehrkameraden abspringen werden".

Auf die Frage von Roland Zeitler nach dem Kostenrahmen nannte Bürgermeister Schübel eine Spanne von 80 000 bis 150 000 Euro, wobei staatliche Zuschüsse nur bei einem Neufahrzeug fließen würden. Die Gemeinde würde sich jedenfalls beteiligen, so Schübel. Isgard Forschepiepe (SPD) forderte konkrete Angebote, ehe weiter diskutiert wird. Dominik Wolf bemerkte noch zum Thema: "Es müsste doch möglich sein, dass beide Feuerwehren ins Gespräch kommen. Schließlich macht das Üben in einer größeren Gruppe auch mehr Spaß."

Am Ende war sich der Gemeinderat einig, den Wünschen der Wehren nachzukommen - ausgeklammert wurde vorerst das neue Fahrzeug. Dazu soll nun Kreisbrandrat Andreas Wührl eingeladen und gehört werden. Der Pechbrunner Kommandant Mario Schulze sagte abschließend: "Ein Neufahrzeug wäre eine Investition für die kommenden 30 Jahre."

Mehr Bepflanzungen

Ute Döhler (Grüne) wünschte sich beim Punkt "Wünsche und Anregungen" mehr Bepflanzungen auf Grünflächen der Gemeinde. Weiter bat sie zu prüfen, ob auf dem Feuerwehrhaus in Groschlattengrün eine Photovoltaikanlage installiert werden könnte und brachte hierfür die Gesellschaft TIR-Energie ins Gespräch. Bürgermeister Schübel berichtete, dass beim Feuerwehrhaus in Groschlattengrün weitere Anpflanzungen geplant seien. Zudem werde Kreisfachberater Harald Schlöger eingeladen, mit dem noch über weitere Bepflanzungen besprochen werden soll.

Im Gemeinderat ging es auch um die Umlage der Kosten für die Kläranlagen-Sanierung

Pechbrunn
Im Blickpunkt:

Ramona Zeitler ist neue Seniorenbeauftragte

„Meine Freude ist groß, wir haben eine neue Seniorenbeauftragte“, betonte Bürgermeister Stephan Schübel in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Für diese Aufgabe hat sich Ramona Zeitler zur Verfügung gestellt, die Ehefrau von Gemeinderatsmitglied Roland Zeitler. Zu erreichen ist sie unter Telefon 0172/276 32 59.

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