11.01.2022 - 13:57 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Gemeinde Pechbrunn will neuen Wohnraum schaffen und Nahversorgung verbessern

2022 soll in der Gemeinde Pechbrunn wieder einiges bewegt werden. Bürgermeister Stephan Schübel gibt einen Einblick in die wichtigsten Vorhaben. Schwerpunkte bilden die Bereiche Wohnraum und Nahversorgung.

Diesen teils noch bewohnten Gebäudekomplex an der Werkstraße hat die Gemeinde Pechbrunn von der Basalt AG erworben. Was damit geschieht, soll im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek) geklärt werden.
von Josef RosnerProfil

Viel vor hat Bürgermeister Stephan Schübel in diesem Jahr in der Gemeinde Pechbrunn. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien geht er auf die wichtigsten Themen ein, die heuer im Mittelpunkt stehen. Breiten Raum nehmen dabei die Bereiche Wohnen und Nahversorgung ein.

Durch die Schließung der Bäckereifiliale in Pechbrunn vor einigen Jahren hat sich die Versorgungslage in der Gemeinde erheblich verschlechtert. Nun soll ein neues Konzept geprüft werden, um diese Situation zu verändern. Dazu wird an diesem Mittwoch, 12. Januar, im öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung im Rathaus (Beginn 18.30 Uhr) das Konzept "Tante-M-Laden" vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Laden, der wie ein Lebensmittelautomat funktioniert - ohne Personal und täglich in Betrieb von 5 bis 23 Uhr.

Geeignetes Gebäude vorhanden

"Im Landkreis Tirschenreuth gibt es so einen Laden noch nicht", weiß Bürgermeister Schübel. Zu finden sei die nächste Einrichtung dieser Art in Parkstein. Ihn habe das Konzept überzeugt, räumt Schübel ein. Aber er wolle einer Entscheidung des Gemeinderats nicht vorgreifen, so der Bürgermeister. Er habe auch schon ein Gebäude im Kopf, das sich für den Laden eignen könnte, so Schübel. Mehr wolle er dazu aber noch nicht sagen. "Wir wollen die Nahversorgung der Menschen auf neue Beine stellen", betont der Bürgermeister, der sich von der Präsentation im Gemeinderat viel verspreche.

Nach wie vor groß ist die Nachfrage nach Wohnraum. So soll das neue Baugebiet "Am Mühlberg" am Ortsrand von Pechbrunn heuer erschlossen werden, Bauwillige sollen so schnell wie möglich loslegen können. Bis zu acht Wohnhäuser könnten geschaffen werden. Als weiteres Ziel nennt der Bürgermeister die Bereitstellung von Mietwohnungen, ohne näher auf konkrete Planungen einzugehen.

Beim Thema Wohnen verweist Stephan Schübel auch auf einen Wohnblock an der Werkstraße, den die Gemeinde von der Basalt AG gekauft hat - zusammen mit der früheren Halle von Reifen Albert und einigen Garagen. "Wir haben die Gebäude günstig erworben", sagt Schübel, ohne den Kaufpreis zu nennen. Was mit dem teilweise noch bewohnten Block passieren soll, steht noch nicht fest. "Wir sind für alles offen, Sanierung oder Abriss", erklärt Schübel. Auch was nach dem Abriss der Halle und mit den Garagen passieren soll, ist noch unklar.

Isek-Start steht bevor

Im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Isek), das noch im Januar gestartet wird, sollen Möglichkeiten für die Zukunft aufgezeigt werden. Offizieller Auftakt ist wie bereits mehrfach angekündigt eine Bürgerversammlung. Diese soll nach aktuellem Stand am Donnerstag, 20. Januar, um 19 Uhr im Gasthof Obst stattfinden. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. "Das Isek ist mit entscheidend dafür, wie sich unsere Gemeinde für die Zukunft aufstellt", betont Schübel und ergänzt, dass es ohne ein solches Konzept für einige Projekte auch keine Fördermittel geben würde.

Unabhängig davon laufen die Abriss- und Entsorgungsarbeiten an anderen Stellen des einstigen Basaltwerk-Areals im Umfeld der Werkstraße. Kaum noch etwas zu sehen ist übrigens von den früheren Gebäuden auf dem Steinbruch-Gelände oberhalb der SV-Sportanlage. In diesem Zusammenhang gibt Stephan Schübel zu bedenken, dass mit dem Rückzug des Unternehmens auch der einst größte Gewerbesteuerzahler der Gemeinde verschwunden sei.

Straßen- und Breitbandausbau

Beschäftigen werde sich die Gemeinde auch mit Kanalauswechslungen zur Sicherstellung der Wasserversorgung und dem Neubau der Ortsstraße "Am Neubau" in Groschlattengrün. Letzteres soll heuer unbedingt gestartet werden, betont der Bürgermeister. Ein Anliegen ist ihm auch der weitere Breitbandausbau: "Wir wollen bei der Versorgung mit schnellem Internet endlich vorankommen." Auch das ist ein Thema in der Gemeinderatssitzung an diesem Mittwoch.

Genauer unter die Lupe nehmen werde die Gemeinde zudem das Feuerwehrgerätehaus in Pechbrunn. "Hier wird sich zeigen, was machbar ist", so Schübel. "Klar, dass wir auch die Zukunft des Kinderhauses und der Grundschule im Auge behalten müssen", sagt der Bürgermeister angesichts der anhaltenden hohen Geburtenrate, welche ja erfreulich sei. Geklärt werden soll in diesem Jahr, ob es Fördermöglichkeiten bei einer Sanierung der aus den 70er-Jahren stammenden Schulturnhalle gibt.

Weihnachtsmarkt im Blick

Kaum etwas sagen kann der Bürgermeister derzeit zu möglichen Veranstaltungen im weiteren Jahresverlauf. Die Vereine seien wegen der Corona-Lage sehr zurückhaltend. Aber wenn es möglich sein sollte, dann wolle man mit den Vereinen den ersten Pechbrunner Weihnachtsmarkt ausrichten. "Das war zumindest der Tenor bei einer Sitzung der Vereine", so Schübel. Er hofft, dass diese sich durch Corona nicht unterkriegen lassen und das ehrenamtliche Engagement nicht nachlassen wird. Bereits jetzt verspricht der Bürgermeister, dass auch heuer wieder das Pechbrunner Freibad geöffnet sein wird.

Das Gespräch mit Oberpfalz-Medien nutzt Stephan Schübel auch für einen Impf-Aufruf: So werden am Montag, 17. Januar, von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Schulturnhalle in Pechbrunn Corona-Schutzimpfungen verabreicht. Anmeldungen nimmt die Gemeinde entgegen.

Das steht 2022 in der Gemeinde Leonberg an

Leonberg

"Wir wollen bei der Versorgung mit schnellem Internet endlich vorankommen."

Bürgermeister Stephan Schübel

Bürgermeister Stephan Schübel

"Wir sind für alles offen, Sanierung oder Abriss."

Bürgermeister Stephan Schübel über den Gebäudekomplex an der Werkstraße in Pechbrunn

 

 

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