28.09.2020 - 18:38 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Mit Goldmünzen aus Rathaus Pechbrunn erwischt

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Die Ermittler klären eine große Einbruchserie in Nordbayern, Hessen, Thüringen und Sachsen auf. Zwei Männer sind in Untersuchungshaft und haben Geständnisse ablegt.

Diese Goldmedaillen im Wert von rund 7000 Euro kommen wieder zurück zum ursprünglichen Besitzer, der Gemeinde Pechbrunn. Bürgermeister Stephan Schübel ist von der tollen Polizeiarbeit begeistert. Er habe nicht mit einem Erfolg gerechnet.
von DTRProfil

Die Kripo Oberfranken hat nach arbeitsintensiven Ermittlungen ein Einbrecherduo dingfest machen können. Die beiden Rumänen wurden wegen des Verdachts auf mehrfachen Einbruch festgenommen. Unter den Fällen war auch ein Einbruch im Pechbrunner Rathaus. Nach derzeitigem Ermittlungsstand erbeuteten die mutmaßlichen Täter bei mindestens 32 Einbrüchen rund 100 000 Euro. Weil das Duo meist mit roher Gewalt vorging, liegt der verursachte Sachschaden bei mehr als 300 000 Euro.

Wie das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mitteilen, befinden sich die Männer im Alter von 46 und 42 Jahren in Untersuchungshaft. Das Duo wird sich womöglich noch für weitere Einbrüche verantworten müssen. Dies wird sich jedoch erst nach Abschluss der Ermittlungen zeigen.

Im ersten Halbjahr des Jahres 2020 kam es zu einer Häufung von Einbrüchen in Zulassungsstellen, Rathäusern und anderen Objekten in Nordbayern, Hessen, Thüringen und Sachsen. Die Tatorte erstrecken sich von Wettstetten im Landkreis Eichstätt über Roth und Höchstadt an der Aisch in Mittelfranken, Bad Königshofen und Bad Neustadt in Unterfranken, Limeshain in Hessen, Frensdorf, Coburg, Hof und Wunsiedel in Oberfranken über Objekte im Thüringer Wald weiter bis nach Werdau und Freital in Sachsen.

"Schnell zeigte es sich, was das Ziel der Einbrecher war. In den Zulassungsstellen brachen sie vorwiegend Kassenautomaten und Tresore auf und entwendeten das darin befindliche Bargeld", sagt Tobias Dörfler, Pressesprecher im Polizeipräsidium Oberfranken. In anderen Objekten stahlen sie neben Bargeld, Werkzeugen, Maschinen, Zigaretten und andere Wertsachen. Dank umfangreicher Ermittlungen und Spurenauswertungen gelang es, die beiden Tatverdächtigen zu identifizieren, ihr Vorgehen aufzuklären und die Tatorte gezielt zuzuordnen.

Die Kriminalpolizei Oberfranken übernahm Anfang Juni 2020 unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Hof die zentralen Ermittlungen. Nachdem sich die Beweislast verdichtet hatte, wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof Haftbefehle gegen die Männer erlassen. Sie befinden sich in verschiedenen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft.

Einer der beiden Inhaftierte legte inzwischen ein umfassendes Geständnis ab. Der zweite Einbrecher gab teilweise zu, in die Taten verstrickt zu sein. Gegen weitere potenzielle Mittäter und Unterstützer des festgenommenen Duos prüfen die Ermittler aktuell noch Maßnahmen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand erbeuteten die Festgenommenen bei den Einbrüchen neben Bargeld alles, was sich zu Geld machen ließ. Einer der beiden Tatverdächtigen befand sich zum Zeitpunkt der Festnahme bereits auf dem Weg nach Polen, um dort Goldmünzen aus einem Rathauseinbruch in Pechbrunn im Landkreis Tirschenreuth zu veräußern. "Die Täter sind im Juni bei uns eingestiegen und haben im Büro den schweren Stahlschrank aufgebrochen", sagt der Pechbrunner Bürgermeister Stephan Schübel. Er habe nicht damit gerechnet, dass die gut 7000 Euro teuren Münzen wieder auftauchen. "Hut ab vor der Arbeit der Polizei und gut, dass diese Einbruchsserie zu Ende ist."

Anfang Juni stiegen die Diebe ins Pechbrunner Rathaus ein

Pechbrunn
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