03.12.2019 - 16:43 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Isgard Forschepiepe will Bürgermeisterin werden

Es kommt Schwung in den Kommunalwahlkampf in Pechbrunn: Als erste Partei hat die SPD mit Isgard Forschepiepe eine Bürgermeisterkandidatin nominiert.

Landratskandidat Thomas Döhler gratulierte Isgard Forschepiepe zur einstimmigen Nominierung durch die SPD Pechbrunn als Bürgermeisterkandidatin für die Kommunalwahl am 15. März 2020
von Josef RosnerProfil

Isgard Forschepiepe sitzt seit 2008 im Gemeinderat. Erklärtes Ziel der SPD ist es, wieder den Bürgermeister in Pechbrunn zu stellen. Einstimmig sprachen sich die Genossen für die 52-Jährige aus, die sich gute Chancen ausrechnet, die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Ernst Neumann anzutreten.

Zudem nominierten die Sozialdemokraten einhellig die zwölf Gemeinderatskandidaten. Hildegard Rank, sie war 18 Jahre Gemeinderätin, und Gerhard Flügel, er gehörte 35 Jahre dem Gremium an, verzichteten auf ein erneutes Mandat. Die Kandidatenliste setzt sich aus SPD-Mitgliedern, aber auch aus Parteilosen zusammen (Infokasten).

Wegen der Liebe nach Pechbrunn

Vorher hatte Flügel die gebürtige Ambergerin und SPD-Fraktionsvorsitzende Isgard Forschepiepe als Bürgermeisterkandidatin vorgeschlagen. "Sie bringt alle Voraussetzungen für dieses anspruchsvolle Amt mit. Sie ist kompetent und immer gut vorbereitet. Sie kennt sich bestens in der Gemeindepolitik aus", stellte er fest. Der Gemeinderat warb bei den Mitgliedern: "Isgard kann es schaffen. Nein, Isgard wird es schaffen."

In ihrer Vorstellungsrede berichtete Forschepiepe, wie sie der Liebe wegen 1990 nach Pechbrunn kam. Im selben Jahr wechselte sie ans Klinikum Fichtelgebirge nach Marktredwitz, wo sie in der Nuklearmedizin tätig ist. Durch ihren Mann kam sie 2001 zur SPD Pechbrunn. Von Beginn an brachte sie sich im Vorstand mit ein, zunächst als Organisationsleiterin und später als stellvertretende Ortsvorsitzende. Seit 2012 ist sie Ortsvorsitzende und gehört seit 2008 dem Gemeinderat an. 2014 übernahm sie den Posten der Fraktionssprecherin. "Durch dieses Amt bin ich ein vertrauensvoller Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger. Diese Vertrauensbasis will ich als Bürgermeisterin weiter ausbauen."

Weiter betonte sie, dass die Gemeinde vor großen Herausforderungen stehe. Durch den Wegfall zweier großer Betriebe, durch die Schließung von Lebensmittelläden und der Bankfiliale habe es einem enormen Verlust in der Infrastruktur gegeben. "Gleichwohl bin ich der Meinung, dass man sich nicht kaputt sparen darf. Es kommt zu einem Maßnahmenstau. Das kann auch nicht Sinn der Sache sein", so die 52-Jährige. Forschepiepe hob hervor, dass sie ein Freund von vorausschauenden Planungen sei.

Eine Häufung von Großprojekten in kleinen Gemeinde sei immer auch eine finanzielle Herausforderung und sollte vermieden werden. Als Beispiel nannte sie das Feuerwehrhaus in Groschlattengrün. Dessen Neubau sei unumstritten gewesen. Allerdings hätte dieses Gebäude in Ruhe und mit Überlegung geplant werden sollen. Im Bau befinde sich derzeit die Kläranlage, und das Kanalsystem müsse auch noch saniert werden. Großen Wert lege sie auf die Steigerung der Familienfreundlichkeit in der Kommune. Erreichen will die Kandidatin dies mit attraktiveren Spielplätzen und mit einem guten Miteinander zwischen Kinderhaus und Schule. Schon jetzt würden an sie Wünsche des Kinderhauses angetragen, die sie nach Möglichkeit umsetzen wolle.

Ebenfalls einen wichtigen Stellenwert nehme die Jugendarbeit ein. Forschepiepe habe dabei festgestellt, dass die Jugendlichen durchaus Interesse an der eigenen Gemeinde haben und auch bereit seien, sich einzubringen. Sie wolle den jungen Leuten ein Forum bieten.

"Ich will eine Bürgermeisterin für alle sein, für Pechbrunner, Groschlattengrüner und Schlößl. Ich als Bürgermeisterin arbeite für eine starke Gemeinschaft", beendete Forschepiepe ihre Rede. Alle 13 Stimmberechtigten votierten danach einstimmig für sie als Bürgermeisterkandidaten.

Stabi-Hilfe: Fast peinliche Fotos

"Ich bin zwar schon in politischer Altersteilzeit, aber wenn die Pechbrunner rufen, kommen ich gerne", sagte SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Rainer Fischer. Er bekannte, dass die Neuwahl der SPD-Bundesspitze auch seine Wahl war. Der Waldsassener nannte eine Neuausrichtung der Partei dringend erforderlich. Allerdings erinnerte er auch daran, dass ein Koalitionsvertrag besteht. Kurz ging Fischer auf den scheidenden CSU-Bürgermeister Ernst Neumann ein, der die fehlende Stabilisierungshilfe für Pechbrunn kritisiert hatte. "Ich stimme hier ausdrücklich zu. Gemeinden, die sparsam wirtschaften, werden mit der fehlenden Stabi-Hilfe gleich zweimal bestraft." Der Sozialdemokrat nannte es fast peinlich, wie sich die Bürgermeister aus der Region mit dem Bayerischen Finanzminister fotografieren lassen, wenn sie sich ihre Bescheide abholen.

Kandidatenliste der SPD:

Kandidatenliste der SPD Pechbrunn-Groschlattengrün

1. Isgard Forschepiepe, 2. Thomas Dehmel, 3. Oreane Fleischer, 4. Thomas Döhler, 5. Sabine Burger, 6. Thomas Flügel, 7. Roland Zeitler, 8. Stephan Köstler, 9. Thilo Rank, 10. Hannes Ködel, 11. Sven Forschepiepe, 12. Robert Malzer. Ersatzkandidaten sind Silvia Schemm und Wolfgang Hüttner.

Die SPD Pechbrunn-Groschlattengrün hat ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl 2020 nominiert: (sitzend, von links) Sabine Burger, Bürgermeisterkandidatin Isgard Forschepiepe und Oreane Fleischer sowie (stehend, von links) Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl, Landratskandidat Thomas Döhler, Roland Zeitler, Hannes Ködel, Sven Forschepiepe, Thomas Flügel, Thilo Rank, Thomas Dehmel, Stephan Köstler und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Rainer Fischer. Es fehlt Robert Malzer.

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