15.01.2021 - 17:00 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Keine kostenlosen Geldabhebungen mehr für VR-Bank-Kunden in Pechbrunn

Zufrieden ist Bürgermeister Stephan Schübel mit dem Ergebnis von Tempomessungen im Gemeindegebiet. Bedauerlich findet er hingegen eine Entscheidung der VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald.

In der Selbstbedienungsfiliale der Sparkasse (Bild) in Pechbrunn können Kunden der VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald seit der Schließung der örtlichen Geschäftsstelle kostenlos Geld abheben. Damit ist aber ab 1. Februar Schluss.
von Josef RosnerProfil

Seit August 2019 unterhält die Volksbank Raiffeisenbank Fichtelgebirge-Frankenwald mit Sitz in Marktredwitz keine Geschäftsstelle mehr in Pechbrunn. Ihre Kunden können seitdem kostenlos den Geldautomat in der örtlichen Selbstbedienfiliale der Sparkasse Oberpfalz Nord nutzen. Doch damit ist bald Schluss.

Im Gemeinderat informierte Bürgermeister Stephan Schübel jetzt über eine Mitteilung der VR-Bank, wonach die entsprechende Kooperation mit der Sparkasse beendet werde. Daher seien ab 1. Februar Gebühren beim Geldabheben zu entrichten. Kostenlos bleibe das Geldabheben dagegen in den Räumen der Bank in Marktredwitz. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass in Pechbrunn zu wenige Kunden den Service nutzten. Stephan Schübel bedauerte diesen Schritt und berichtete auch von einem Gespräch mit einem Verantwortlichen der Sparkasse Oberpfalz Nord. Diese werde ihren eigenen Kunden das kostenlose Geldabheben in Pechbrunn weiter anbieten.

Im August 2019 hatte sich die VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald aus Pechbrunn zurückgezogen

Pechbrunn

Rechnen müssen Kunden üblicherweise mit mehreren Euro pro Abhebung an einem Fremdautomaten. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien zur Höhe der künftigen Gebühr hieß es am Freitag bei der Zentrale der VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald in Marktredwitz, dass für diese Auskünfte die Marketingabteilung des Hauses zuständig sei. Ein entsprechender Rückruf war danach aber nicht erfolgt.

Seit Juli 2020 betreibt die Sparkasse in Pechbrunn eine Selbstbedienungsfiliale

Pechbrunn

Nur wenige Ausreißer

Zufrieden zeigte sich Bürgermeister Stephan Schübel mit den Ergebnissen von Geschwindigkeitsmessungen in der Marktredwitzer Straße in Groschlattengrün, wo 50 km/h zulässig sind, und in der Gartenstraße in Pechbrunn, wo Tempo 30 gilt. Der Großteil der Verkehrsteilnehmer habe sich in den Zeiträumen im November und Dezember an die Vorgaben gehalten, registriert worden seien dabei jeweils nur wenige Ausreißer. Schübel zeigte sich deshalb voller Lob für die Autofahrer.

In der Marktredwitzer Straße wurden 3310 Fahrzeuge erfasst. Der Löwenanteil von 2474 Fahrzeugen war mit 50 km/h oder langsamer unterwegs. Schneller als 60 km/h fuhren 114 Fahrzeuge. In der Gartenstraße wurden 1077 Fahrzeuge erfasst, 547 waren mit 30 km/h oder langsamer unterwegs. 336 Fahrzeuge hatten zwischen 31 und 40 km/h auf dem Tacho, 165 Fahrzeuge zwischen 41 und 50 km/h, 28 Fahrzeuge zwischen 51 und 60 km/h.

Schübel gab zu bedenken, dass in der Gartenstraße fast nur Anlieger unterwegs seien - anders als in der Marktredwitzer Straße. "Wir können jetzt die Kommunale Verkehrsüberwachung bitten, tätig zu werden, allerdings kostet das die Gemeinde Geld", sagte Schübel. Das genutzte Messgerät der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich hat laut Schübel zwischenzeitlich den Geist aufgegeben, eine Reparatur koste rund 600 Euro. Schübel sprach sich dafür auf, das Gerät zu kaufen und reparieren zu lassen und dann in unregelmäßigen Abständen aufzustellen.

Zweifel am Standort

Isgard Forschepiepe (SPD) zeigte sich überzeugt, dass ein Messgerät eine erzieherische Wirkung habe. Weiter machte sie auf die Gefahren in der Gartenstraße mit dem dortigen Kinderspielplatz aufmerksam. Thomas Flügel (SPD) meinte, dass es bei einem anderen Messstandort in der Marktredwitzer Straße andere Ergebnisse gegeben hätte. Denn es werde dort sehr wohl häufig zu schnell gefahren.

Größtenteils halten sich die Verkehrsteilnehmer in der Marktredwitzer Straße in Groschlattengrün an die dort zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Das zeigen die Ergebnisse einer kürzlichen Messung.
In der Gartenstraße in Pechbrunn gilt Tempo 30. Auch hier ergaben die Messungen, dass sich der Großteil der Verkehrsteilnehmer an die Vorgabe hält.
Kommentar:

Vor allem die Älteren haben das Nachsehen

Im August 2019 hatte die VR-Bank Fichtelgebirge-Frankenwald ihre Filiale in Pechbrunn dicht gemacht, mit dem Ende der kostenlosen Geldabhebungen vor Ort ab 1. Februar folgt nun der nächste Schritt. Aus rein wirtschaftlicher Sicht sind das nachvollziehbare Entscheidungen – aber ist es allein diese Perspektive, die zählen sollte? Definitiv nicht. Und schon gar nicht für regional verwurzelte Unternehmen im Bereich der Grundversorgung.
Das Nachsehen haben wie so oft bei derartigen Maßnahmen vorwiegend ältere Menschen, die nicht mobil sind. Wegen der Corona-Pandemie werden seit Monaten völlig zu Recht gewaltige gesamtgesellschaftliche und finanzielle Anstrengungen unternommen, um vor allem die Älteren, Schwächeren und Kranken zu schützen. Es wäre wünschenswert, wenn deren Stellenwert auch sonst in vielen Bereichen des Alltags steigen würde. Mobilität, Barrierefreiheit oder eben die Versorgung mit Bargeld sollten auch in ländlichen Regionen kein Luxus sein.

Udo Lanz

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