„Deine Nahrung sei deine Medizin, und deine Medizin sei deine Nahrung.“ Mit diesem Zitat von Hippokrates von Kos leitet Maria Müller, Fachberaterin für die Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen, in das Thema ein. Es soll um Gewächse aus dem heimischen Garten gehen, die einen heilsamen Effekt haben sollen. "Grünes ist gesund für uns", sagt Maria Müller. Und gesundes Grünes lasse sich mühelos vor der eigenen Haustüre finden. „Im Garten wächst ganz viel, das das für uns so wohltuende Chlorophyll enthält“, weiß die Fachfrau. Dank ihm hat die Natur ihre grüne Farbe, denn es ist der grüne Blattfarbstoff. „Es ist wie das Blut der Pflanzen“, sagt Müller.
Kraftstoff Chlorophyll
„In unseren Körpern ruft Chlorophyll positive Effekte hervor: Es wirkt blutbildend, entzündungshemmend, unterstützt bei der Entgiftung, wirkt wohltuend auf unseren Darm und das Mikrobiom, kann das Hautbild verbessern und die Wundheilung unterstützen“, sagt Maria Müller. „Außerdem sorgt es für angenehmen Körpergeruch.“
Im Supermarkt lasse sich kaum gesundes Blattgrün finden, obwohl es so gesund für uns wäre. Spinat und Feldsalat seien einige der wenigen Blattgemüse, die mit einer merklichen Portion Chlorophyll ausgestattet seien. Denn: „Umso dunkler das Grün des Gewächses ist, umso mehr Chlorophyll ist enthalten“, erklärt Müller, während sie auf Streifzug durch ihren Garten ist.
Löwenzahn und Giersch
Dort wachsen einige grüne Vertreter, die sich leicht identifizieren und in die Ernährung einbauen lassen. Die wohl bekannteste Pflanze mit gesundheitsförderlichem Effekt ist der Löwenzahn. In ihm stecken eine Menge Bitterstoffe, die nicht nur verdauungs- und leberanregend wirken, sondern auch unsere Nieren und die Galle unterstützen, den Stoffwechsel ankurbeln und blutbildend wirken. Frische Blätter einfach im Garten oder auf einer Wiese sammeln und beispielsweise mit in den Salat geben. „Vom Löwenzahn kann man übrigens alles essen, also auch die Stängel der Blätter“, so die Fachfrau.
Sie erntet bereits die nächste grüne Köstlichkeit: Giersch. „Den verwendete schon Hildegard von Bingen als linderndes Mittel bei Gicht.“ Neben seiner harnsäurelösenden Wirkung sagt man dem Giersch außerdem einen entzündungshemmenden, leicht entwässernden, harntreibenden und verdauungsfördernden Effekt nach.
„Giersch erkennt man an seinem dreikantigen Blattstiel, an seiner in einer Dreiecksform angeordneten Blätter und an den dreigeteilten Blättern“, erklärt Müller. „Auch die Blüten des Giersch sind essbar. Er kann ab jetzt geerntet werden.“ Dank seines würzigen Geschmacks eigne er sich auch wunderbar als Zutat für Salat oder selbst gemachte Kräuterbutter, in getrockneter Form als Tee.
Wegeriche zur Wundlinderung
Weitere wundervolle Gewächse aus dem Garten seien die Wegeriche. „Sie wachsen am Wegesrand und haben daher ihren Namen“, sagt Maria Müller. „Es gibt den Spitzwegerich und den Breitwegerich. Beide wirken schleimlösend und können bei Husten helfen. Außerdem wirken sie verdauungsfördernd und entzündungshemmend.“
Und die Pflanzenexpertin hat noch einen besonderen Tipp: „Spitzwegerich gilt als sogenanntes Wiesenpflaster und hilft bei Insektenstichen. Breitwegerich kann als natürliches Blasenpflaster für Füße verwendet werden. Anwenden sollte man es, wenn die Blase noch nicht vollständig ausgebildet ist, sondern sich erst entwickelt. Und er hilft auch bei Brandblasen.“
Vielseitige Brennnessel
Was zum heimischen Heilpflanzen-Portfolio unbedingt auch dazugehöre, sei die Brennnessel. „Sie hat einen harntreibenden und entzündungshemmenden Effekt und kann bei Harnwegsinfekten oder Nierenbeschwerden angewendet werden“, sagt die Fachfrau. „Außerdem regt sie unseren Stoffwechsel an und wirkt entgiftend, verdauungsfördernd und krampflösend im Magen-Darm-Trakt.“
Darüber hinaus sei die Brennessel blutbildend und enthalte viel Eisen und Eiweiß. Bekannteste Verzehrform dürfte wohl der Brennnesseltee sein. „Ihn sollte man nicht überdosieren, da er stark entwässernd wirken kann“, rät Müller. Für den rohen Verzehr sollte man möglichst frische Triebspitzen ernten, da sie den aromatischsten Geschmack haben. Sie eignen sich beispielsweise als Zutat für Smoothies oder Salate.
Alle von Maria Müller vorgestellten Pflanzen werden in der Volksmedizin angewendet. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte zusätzlich zu den pflanzlichen Helfern auch immer der Hausarzt zu Rate gezogen werden.




















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