10.01.2021 - 10:22 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Werksgelände in Pechbrunn neu entwickeln

Der Basaltabbau in Pechbrunn ist Geschichte. Die Gemeinde blickt nach vorn und will die Flächen entlang der Werkstraße kaufen. Welche Ziele er sonst noch hat, nennt Bürgermeister Stephan Schübel im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Die Gemeinde Pechbrunn hat durchaus Interesse an dem rund fünf Hektar großen Areal der Basalt AG unterhalb der Werkstraße. Nach dem Kauf will die Gemeinde die Flächen mit neuem Leben erfüllen.
von Josef RosnerProfil

Seit 1. Mai 2020 führt Stephan Schübel die Gemeinde Pechbrunn als Bürgermeister. Der 45-jährige Groschlattengrüner hat sich schnell eingearbeitet und erhält auch von der Opposition viel Unterstützung für seine bisherige Arbeit. Schübel kommt gut mit den Gemeinderäten aus: Ein Grund dafür ist sicherlich, dass er transparent arbeitet und versucht, alle mit ins Boot zu nehmen. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien gibt er Einblicke, welche Ziele er gern verwirklichen will. Zufrieden ist er mit der Zusammenarbeit mit der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich, sowohl was die Führung als auch die Mitarbeiter betrifft: "Ich bin regelmäßig zwei Mal in der Woche vor Ort. Da passt alles, da gibt es nichts auszusetzen.“

Auch in Pechbrunn ist die Schaffung neuer Bauplätze ein wichtiges Thema. Hier verweist der Bürgermeister auf das Gebiet „Am Mühlweg“, wo mindestens acht neue Parzellen geschaffen werden. Ab Mitte dieses Jahres sollen die Plätze verkauft werden, um einen schnellen Baubeginn zu ermöglichen.

Bezüglich weiterer Geschwindigkeitsbeschränkungen im Gemeindegebiet ist derzeit nichts geplant: „Wir haben schon einige Straßen mit Tempo 30, das sollte vorerst mal ausreichen.“ So gut wie abgeschlossen sind die Bauarbeiten zur Ertüchtigung der Kläranlage. „Abnahme der Bauarbeiten war im Dezember“, sagt Schübel. Lediglich kleinere Restarbeiten stehen noch an. Die Kosten von 2,06 Millionen Euro müssen die Bürgerinnen und Bürger ohne Förderung tragen.

Kanalsanierung steht an

Mit der Fertigstellung der Kläranlage sind die Investitionen in die Abwasserentsorgung noch lange nicht erledigt: „Jetzt müssen wir in die Sanierung des Kanal- und Abwassernetzes einsteigen“, kündigt Schübel an und nennt Kosten von 1,5 Millionen Euro. Allerdings hofft er hier auf staatliche Fördergelder. Die Planungen dafür sollen heuer starten, mit der Ausführung der Arbeiten rechnet der Bürgermeister bis 2022/2023.

„Die Gespräche laufen seit einem Jahr, heuer muss eine Entscheidung fallen.“

Bürgermeister Stephan Schübel zu den Verhandlungen mit der Basalt AG

Bürgermeister Stephan Schübel zu den Verhandlungen mit der Basalt AG

Größer einsteigen will die Gemeinde bei der Revitalisierung einer rund fünf Hektar großen Fläche, die derzeit noch der Basalt AG gehört. Die Gemeinde will dem Unternehmen die Fläche entlang der Werkstraße abkaufen und nach neuen Lösungen suchen. Schübel macht klar, dass die Kommune an den ehemaligen Werksflächen stark interessiert ist, allerdings zu einem machbaren Preis: „Die Gespräche laufen seit einem Jahr, heuer muss eine Entscheidung fallen.“ Abgeschlossen ist laut Bürgermeister der Rückbau der Basalt AG am Teichelberg. Die Flächen gehören den Bayerischen Staatsforsten und haben mit der Gemeinde direkt nichts zu tun.

Das Steinbruch-Areal soll renaturiert werden

Pechbrunn

Weiteres Ziel für heuer ist die Umstellung auf Funkwasserzähler, wie sie andernorts bereits üblich ist. In der nächsten Gemeinderatssitzung steht dieser Punkt zur Beschlussfassung. Weiter will die Gemeinde auf dem Dach des neuen Feuerwehrhauses in Groschlattengrün eine Photovoltaikanlage installieren. Der Strom soll ins Netz eingespeist werden. Voraussetzung ist aber, dass die Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann, sagt Schübel.

Flexiblere Kinderbetreuung

Was die jüngste Generation betrifft, spricht sich der Bürgermeister für flexiblere Betreuungszeiten in der Grundschule aus. „Ich befinde mich derzeit in Gesprächen mit der Kindergartenleitung. Wir wollen künftig die Betreuung von Montag bis Freitag optimieren“, hofft Schübel auf die Unterstützung des Personals. Erfreulich sind die Geburtenzahlen in der Gemeinde, der Schulstandort ist nach Einschätzung Schübels aktuell nicht in Gefahr.

Natürlich hat der neue Bürgermeister auch Visionen für die weitere Zukunft. „Ich will in den kommenden Jahren unser gemeindliches Straßennetz auf Vordermann bringen, und zwar Zug um Zug.“ Als erstes Projekt soll „Am Neubau“ in Groschlattengrün in Angriff genommen werden. „Das ist die schlechteste Straße in unserer Gemeinde", begründet der Rathauschef, der zudem auf finanzielle Fördermöglichkeiten hofft. Weiteres Ziel ist die Sanierung der Schulturnhalle: „Auch da warten wir auf ein entsprechendes Förderprogramm.“ Zudem will Schübel in Zusammenarbeit mit benachbarten Kommunen Gewerbeflächen schaffen, um Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen zu ermöglichen.

Betreutes Wohnen ein Ziel

Beantragt ist bereits die Finanzierung und die Schaffung eines eigenen Quartiermanagers. „Hier warten wir auf den Förderbescheid, wir wollen dieses Projekt forcieren.“ Als weitere Visionen nennt der Bürgermeister die Schaffung eines Betreuten Wohnens in Pechbrunn, sowie die Sanierung gemeindlicher Wohnungen. Wie es mit dem ehemaligen Sparkassengebäude weitergeht, ist noch nicht entschieden. Zwar sei das Haus zum Kauf angeboten worden, doch stimmen die finanziellen Vorstellungen des Verkäufers mit denen der Gemeinde noch nicht überein, sagt Stephan Schübel.

Abschließend wünscht sich der Bürgermeister, dass sich nach Corona das Vereinsleben wieder belebt. „Wir brauchen unsere Vereine, sie sind die gesellschaftlichen Träger der Aktivitäten in unserer Gemeinde. Ohne Vereine ist nichts los, das kann es nicht sein“, wünscht sich Schübel einfach wieder ein „normales Leben“.

Auch in der Nachbarkommune Mitterteich hat der neue Bürgermeister viel vor

Mitterteich
Als eine der ersten Straßen soll „Am Neubau" in Groschlattengrün saniert werden.
Weiteres Ziel ist der Aufbau einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses in Groschlattengrün. Allerdings, so der Bürgermeister, muss die Wirtschaftlichkeit gesichert sein.
Bürgermeister Stephan Schübel will die Turnhalle der Grundschule sanieren. Allerdings wartet hier die Gemeinde auf ein entsprechendes Förderprogramm.

 

 

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