19.09.2019 - 14:54 Uhr
Perschen bei NabburgOberpfalz

Brückenbau an der A 93 bei Nabburg: Punktgenaue Landung

Für Ingenieure ein "Standardverfahren", für Zuschauer dennoch ein Spektakel: Vier riesige Brückenteile schweben in der Nacht zum Donnerstag nacheinander an einem großen Kran an ihren Platz über der Autobahn A 93.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Es hat alles geklappt, wie auch zu erwarten war," sagt Andreas von Dobschütz, bei der Autobahndirektion Nordbayern zuständig für Brücken- und Ingenieurbau. In der Nacht zum Donnerstag wurden die großen Träger eingehoben, die die Brücke der Gemeindeverbindungsstraße nach Perschen über die Autobahn A 93 bilden. "Das ist ein Standardverfahren im modernen Brückenbau," sagte von Dobschütz, "für uns ist das an der Tagesordnung". Das Perschener Projekt sei "das letzte in diesem Sommer". Noch in diesem Jahr soll die Brücke komplett fertig werden.

"Von der Maßen her ist das nicht außergewöhnlich", so Dobschütz. Anfang der Woche rollte ein Autokran mit einer Tragkraft von 350 Tonnen an. Für die "heiße Phase" stand der Kran auf der Fahrbahn Richtung Regensburg, hob die rund 75 Tonnen schweren Spannbeton-Fertigteile von den anliefernden Tiefladern in ihre vorgesehene Lage auf den Widerlagern. Rund 30 Mitarbeiter waren an der Aktion beteiligt. Während die Träger über der Autobahn schwebten, wurde der Verkehr angehalten, der ansonsten über die Gegenfahrbahn umgeleitet wurde.

"Wir wollen in diesem Jahr, vor dem Wintereinbruch fertig werden", sagte von Dobschütz. Jetzt müsse die Fahrbahnplatte betoniert werden. Auf die Träger kommen so noch einmal rund 25 Zentimeter Beton. Dann sind natürlich noch die üblichen Aufbauten wie Übergänge und Geländer anzubringen. Und die Gemeindeverbindungsstraße Neusath-Perschen muss noch an die neuen Widerlager angeglichen werden. Denn die neue Brücke ist ein paar Zentimeter höher als die alte. Von Dobschütz geht davon aus, dass die weiteren Maßnahmen noch etwa acht Wochen in Anspruch nehmen werden. Das Bauwerk ist mit Kosten von rund 3,6 Millionen Euro kalkuliert.

Die Vorgängerbrücke war im November 2018 abgerissen worden. Das war kein Luxus: Die Bewehrung des alten Bauwerks war von innen heraus vom Rost zerfressen. Nach dem Abriss mussten für die neue Gründung der Widerlager Bohrpfähle bis zu 30 Meter in den Boden getrieben werden. Das konnte erst nach der Frostperiode geschehen. Auch Dank der neuen Gründung der Widerlager braucht's an der neuen Brücke keinen Mittelpfeiler mehr.

Die Erneuerung weiterer Brücken an der A 93 ist bei der Autobahndirektion bereits vorgemerkt: Auf der Liste stehen die Brücke an der Anschlussstelle Nabburg, sowie die Überführungen bei Lindenlohe und Kronstetten. Allerdings muss erst das Geld dafür freigegeben werden. Weitere Bilder www.onetz.de/

Der Abriss im November 2018

Zwischenbilanz

Perschen bei Nabburg
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