23.08.2019 - 17:33 Uhr
Perschen bei NabburgOberpfalz

Regentage knabbern am Rekord

Wenn Hitze-Rekorde purzeln, ist Hochbetrieb im Freibad. Doch auch jedes Tief auf der Wetterkarte hinterlässt Spuren. Der 100.000 Besucher kommt dann eben erst in der zweiten Augusthälfte. Der Freude tut das kleinen Abbruch.

Betty Ikedo ist heuer die 100.000 Besucherin im Perschener Freibad. Bürgermeister Richard Tischler und Bademeister Norbert Wurmstein (links) gratulierten ihr und den drei Söhnen Noel, Ezekiel und Peter mit einem Blumenstrauß und einer Familienkarte für die nächste Freibad-Saison.
von Monika Bugl Kontakt Profil

Betty Ikedo heißt in diesem Jahr die 100 000. Besucherin des Freizeitzentrums Perschen. Sie wohnt mit ihrem Mann, der Pastor in einer Freikirche ist, in Wernberg und hat die Badesaison heuer intensiv genutzt. Auch die drei Söhne Peter, Ezekiel und Noel sind begeisterte Wasserratten, die beiden größeren übten am Freitag unter Anleitung von Gabi Pollak noch fleißig schwimmen. Sichtlich überrascht nahm die Familie von Bürgermeister Richard Tischler einen großen Blumenstrauß in Empfang. Noch mehr dürften sich Eltern und Kinder aber über einen Gutschein gefreut haben, der ihnen für die Freibad-Saison 2020 freien Eintritt in das Perschener Freibad garantiert.

Familie Ikedo hatte das Freibad ab Juni regelmäßig besucht und sicherlich auch an den sehr heißen Tagen dort Abkühlung gesucht. "An solchen Tagen hatten wir tatsächlich extrem viele Besucher", berichtet Bademeister Norbert Wurmstein, "aber kaum war es etwas bewölkt, sind die Leute ausgeblieben". So gab es Tage mit Tausenden von Badegästen, aber auch welche, an denen sich kaum 100 ins Freibad verirrten. Gänzlich zunichte machten dann ein paar vereinzelte Tage mit Dauerregen einen neuen Rekord. "Aber so ist das eben im Freibad", meint der Bademeister mit einem Schulterzucken.

Immerhin: Die blaue Abdeckplane, die das Wasser über Nacht warm halten soll, musste bis vor wenigen Tagen gar nicht erst ausgerollt werden, im Gegenteil. "Durch die Hitze hatten wir teilweise morgens schon 29, 30 Grad warmes Wasser, das ist auch nicht optimal", berichtet der Bademeister. Kühlen war da bei sehr warmen Nächten kaum möglich. "Da wären ein paar große Eiswürfel im Becken schon von Vorteil gewesen", scherzt Wurmstein. Dafür blieb das Freibad von Randalen wie in den Ballungszentren verschont. "Was der Bademeister sagt, zählt bei uns noch", stellt er klar, "wenn etwas nicht passt, dann ist das mit Reden noch zu schaffen". Und dabei müsse man auch nicht laut werden oder sich mit einer Pfeife Gehör verschaffen. So bleibt es bei Ermahnungen, wenn Kinder partout vom Beckenrand ins Wasser springen. "Manche Eltern verlassen sich schon sehr auf den Bademeister, dabei liegt die Aufsichtspflicht immer noch bei ihnen", mahnt der Bademeister.

Freilich könnte auch die Dusch-Moral gerade an den schweißtreibenden Tagen noch etwas besser sein, hat er festgestellt und schmunzelt, wenn er an so manches Dusch-Manöver mit kurz ausgestreckten Armen und Beinen denkt. Mehr Chlor als im vergangenen Jahr hat das aber nicht gefordert, so die erste Bilanz.

Gut angekommen ist in dieser Saison das neue Dampfbad. Immerhin 40.000 Euro hatte der Zweckverband Freizeitzentrum, bestehend aus den Städten Nabburg und Pfreimd sowie dem Landkreis, hier investiert. "Jetzt ist es kein Kunststoff-Käfig mehr, sondern gefliest und viel größer", so der Bademeister, der auch von lobenden Worten über die neue Lichttechnik berichtet. Vorgeschlagen wurde die Anbringung eine Handlaufs. Anregungen wie diese werden dann am Saisonende diskutiert. "Wir sind immer offen für Verbesserungsvorschläge", verspricht Wurmstein und wirbt bei dieser Gelegenheit für den Besuch der Sauna-Nächte am 31. August und 1. September. Und auch wenn heuer kein Besucher-Rekord zu erwarten ist, so ist der Bademeister doch erleichtert, dass es keine größeren Unfälle gab. "Toi, toi, toi", sagt er dann ganz schnell und klopft auf die hölzerne Bank am Beckenrand.

Was der Bademeister sagt, zählt bei uns noch.

Bademeister Norbert Wurmstein

Bademeister Norbert Wurmstein

Countdown für neuen Pächter :

Countdown für neuen Pächter

Gastwirt Erich Wiesenbacher hat angekündigt, die Gaststätte im Freizeitzentrum nur noch bis zum Jahresende zu bewirtschaften. Deshalb läuft bereits seit einigen Monaten die Suche nach einem neuen Pächter. Laut Bürgermeister Richard Tischler gibt es bereits mindestens drei Bewerbungen von qualifizierten Kräften. "Wir müssen also keine Angst haben, dass das Lokal nicht weitergeführt wird", folgert er stellvertretend für die weiteren Zweckverbandsmitglieder. Wer den Zuschlag bekommt, soll dann bei der Sitzung des Zweckverbands Freizeitzentrum im September oder Oktober entschieden werden. (bl)

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