Trinkwasser: „Notverbund“ gibt Versorgungssicherheit

Die beiden Wasser-Zweckverbände Pretzabrucker- und Nord-Ost-Gruppe Neunburg vorm Wald sind für Notfälle gerüstet: Ein neuer Verbund dient der Versorgungssicherheit. Die Verträge sind unterzeichnet.

In einem Schacht nahe der Ortseinfahrt von Pertolzhofen ist der Notverbund erstellt worden, in dem sich zwei neue Pumpen, die neuste E-Technik inklusive der Einbindung ins Fernwirksystem und diverse Armaturen und Zählereinrichtungen befinden. Bilder: frd
von Christof FröhlichProfil

Die Trinkwasserversorgung gilt als Selbstverständlichkeit. Dabei müssen Gemeinden und Wasserzweckverbände regelmäßig große Anstrengungen unternehmen, um die Versorgung mit dem wertvollen Lebensmittel auch in Notfällen zu garantieren. Weitgehend unbemerkt von den Niedermurachern wurde am Donnerstag ein solch wichtiger Schritt besiegelt: Der „Notverbund“ zwischen den Zweckverbänden zur Wasserversorgung Pretzabrucker Gruppe und der Nord-Ost-Gruppe Neunburg vorm Wald ist mit der Vertragsunterzeichnung unter Dach und Fach gebracht.

Bis zum 31. Dezember 2020 versorgte die Pretzabrucker Gruppe über eine rund 4,5 Kilometer lange Leitung von Zangenstein aus die Orte Pertolzhofen und Zankendorf der Gemeinde Niedermurach mit Trinkwasser. Grundlage war ein Vertrag aus dem Jahr 1976. Auch die Orte Fronhof, Siegelsdorf und Oberkonhof des Verbandsmitglieds Gemeinde Altendorf werden über diese Leitung versorgt. Da der Wasserbehälter in Pertolzhofen und einige Leitungen in Pertolzhofen ohnehin marode waren und mit einem großen Kostenauf-wand hätten erneuert werden müssen, hat sich der Niedermuracher Gemeinderat entschlossen, auf einen teuren Neubau eines Wasserbehälters zu verzichten. Stattdessen wurde auch dieser Gemeindebereich an die Wasserversorgung der Nord-Ost-Gruppe angeschlossen. Die Arbeiten sind erledigt.

Zum 1. Januar hat die Nord-Ost-Gruppe die Versorgung von Pertolzhofen und Zankendorf übernommen. Beide Wasserversorger haben zur Verbesserung der Versorgungssicherheit die Möglichkeit genutzt, um über die ehemalige Zubringerleitung nach Pertolzhofen einen Notverbund zu schaffen. Über diese Verbundleitung ist es nun möglich, sich gegenseitig mit Trinkwasser zu versorgen, wenn es nötig ist. Dafür wurde mit einem Kostenaufwand von etwa 50 000 Euro einSchacht nahe der Ortseinfahrt von Pertolzhofen erstellt, wo die Leitzungen zusammenlaufen.

In diesem Schacht befinden sich zwei neue Pumpen, die Verbundleitungen, die neuste E-Technik inklusive der Einbindung ins Fernwirksystem und diverse Leitungen, Armaturen und Zählereinrichtungen. In der Verbandssitzung im Mai wurde einstimmig der Liefervertrag für Trink- und Brauchwasser im Rahmen einer Notversorgung mit der Nord-Ost-Gruppe beschlossen. Dieser Vertrag wurde am Donnerstag unterzeichnet.

Niedermurach stellte die Zubringerleitung nach Pertolzhofen kostenlos zur Verfügung. Dafür dankte bei der Vertragsunterzeichnung der Vorsitzende der Pretzabrucker Gruppe, Schwarzachs Bürgermeister Franz Grabinger, der Zweiten Bürgermeisterin Rita Salomon. Der Pretzabrucker Gruppe, so Grabinger, sei sich durchaus bewusst, dass die Übernahme der etwa 50 Jahre alten Leitung zukünftig mit Kosten verbunden sei. Dies erschien den Verantwortlichen im Hinblick auf die Verbesserung der Versorgungssicherheit aber gerechtfertigt, denn mit diesem Notverbund entstehe eine Situation, von der alle Beteiligten profitieren.

Beide Zweckverbände würden dadurch noch schlagkräftiger. Auch wenn die Verantwortlichen hoffen, dass der Notverbund nie gebraucht werde, sei man für den Fall der Fälle gewappnet. Auch stehe dieser Notverbund für eine Form der kommunalen Zusammenarbeit über die jeweiligen Zweckverbände hinweg.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes Nord-Ost-Gruppe Neunburg vorm Wald, Klaus Zeiser, hob hervor, dass mit dieser Kooperation für die Bürger, die von den beiden Zweckverbanden versorgt werden, das so wichtige Lebensmittel Wasser auch weiterhin immer in bester Güte und in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden könne.

Pretzabrucker Gruppe muss an die Rücklagen

Schwarzenfeld
Die beiden Vorsitzenden der Zweckverbände zur Wasserversorgung (am Tisch von links) Franz Grabinger und Klaus Zeiser unterzeichnete am Donnerstag die Verträge für den Notverbund.

 

 

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