Pfaben bei Erbendorf
10.01.2024 - 13:32 Uhr
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Alfons Lang hat seinen Skilift in Pfaben bei Erbendorf startklar: Jetzt fehlt nur noch Schnee

Alfons Lang steht in den Startlöchern. Sobald genügend Schnee liegt, will er seinen 60-PS-Dieselmotor in Pfaben anwerfen. Lang betreibt den einzigen Skilift, den es im Landkreis Tirschenreuth noch gibt.

Der Skilift in Schloppach (Stadt Waldsassen) wurde 2021 abgebaut. Für den Lift in Altglashütte bei Bärnau kam 2022 das Aus. Der Skilift am Tannenberg bei Immenreuth wurde 2023 aufgegeben. Es gibt im Landkreis für Abfahrer nur noch den Skilift in Pfaben. Und der soll bleiben – zumindest noch ein paar Jahre. Dann werde man weitersehen, sagt Betreiber Alfons Lang.

„Anfang Dezember wäre die Skiabfahrt am Skilift Pfaben schon möglich gewesen. Aber vor Weihnachten fährt bei uns keiner Ski, meine Hoffnung gelten dem Januar und dem Februar“, sagt Alfons Lang. Nach den vielen Regenfällen und der milden Witterung sind jetzt die Temperaturen im Keller. Lang hofft, dass nun endlich wieder Schnee fällt und Skifahren in Pfaben möglich wird.

730 Meter hoch gelegen

„Wir liegen 730 Meter über dem Meeresspiegel, bei uns hat es doppelt soviel Schnee wie in anderen Gebieten des Landkreises“, zeigt sich Lang betont optimistisch. Deshalb ist er guter Dinge, dass auch ohne Schneekanonen - die gibt es in Pfaben nämlich nicht - bald Skifahren auf der am Waldrand gelegenen Piste im Steinwald möglich ist.

„Früher“, erzählt Alfons Lang, „früher hatten wir 30 bis 40 Tage Skibetrieb in Pfaben. In den letzten Jahren hat sich das erheblich minimiert. Zu guten Zeiten kamen täglich bis zu 100 Skifahrer zu uns“. Kurz vor Weihnachten habe der TÜV den Skilift überprüft und grünes Licht gegeben. „Wir können starten, vorausgesetzt es liegt auch genügend Schnee“, sagt Lang.

Seit rund 30 Jahren, seit 1993, betreibt seine Familie den Skilift Pfaben, seit acht Jahren sind er und seine Frau Andrea die alleinigen Inhaber der Anlage. „Wir wollen in dieser Saison auf jeden Fall öffnen“, sagt Alfons Lang. Weiter betont er, dass er die kommenden zwei Jahre abwarten will, bevor er entscheide, wie es langfristig weitergehen soll. „Was danach kommt, werden wir rechtzeitig entscheiden. Mal schauen, wie lange es uns noch gibt.“

Zu Hause ist der 62-jährige Alfons Lang in Netzstahl (Stadt Waldsassen). Gerne nimmt er die 35 Kilometer lange Anfahrt nach Pfaben in Kauf. „Wenn wir öffnen, bin ich täglich vor Ort“, sagte Lang. Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien, ob sich das letztlich auch auszahlt, sagt er: „Wir hatten im vergangenen Jahr nur fünf Tage Skibetrieb, da habe ich nichts verdient, und zuvor war Corona.“

Da ist es gut, dass Alfons Lang im Hauptberuf Landwirt in Netzstahl ist und im Winter auf dem Hof weniger zu tun ist. „Der Skilift ist eigentlich mein Hobby. „In den letzten Jahren war es echt mau.“ Aber die Jahre zuvor, da sei schon was übrig geblieben, gibt er unumwunden zu. Optimistisch stimmt Alfons Lang die Tatsache, dass – mit Ausnahme der Corona-Jahre – noch in jedem Winter auf der Piste bei Pfaben Ski gefahren wurde. Warum also nicht auch in diesem Winter?

Neuer Pächter wurde gesucht

Seit 1965 gibt es den Lift. Gebaut hat ihn damals die Familie Rauh aus Amberg. Im Anschluss leitete den Skibetrieb die Familie Zrenner. Die Familie Lang hat ihn 1993 übernommen. "Mein Vater Alois hatte mitbekommen, dass für den Skilift Pfaben ein Pächter gesucht wurde. Da haben ich und mein Bruder Gerhard den Lift übernommen und ihn über all die Jahre geführt", erzählt der Betreiber.

Der Pachtvertrag für den Lift verlängere sich alljährlich automatisch, wenn er nicht rechtzeitig gekündigt werde, berichtet er.

Der Skihang hat eine Länge von rund 400 Metern und weist einen Höhenunterschied von 60 Metern auf. Dass die Skifahrer immer rechtzeitig zum Hang kommen, dafür sorgt ein 350 Meter langer Skilift. Der Großteil der Skifahrer kommt aus dem Landkreis Tirschenreuth, dem Nachbarlandkreis Neustadt/WN und dem Raum Weiden. Ein Vorteil der Anlage: Kostenlose Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe an der Bergwachthütte und am Wanderparkplatz.

„Der Skilift wird mit Diesel betrieben“, erzählt Alfons Lang. Es handelt sich um einen 60 PS starken Motor. Lang: „Als ich ihn heuer eingeschaltet habe, startete er ganz ohne Probleme.

Sobald es genügend Schnee gibt und Skifahren möglich ist, will Lang loslegen. „Wir werden dann täglich offen haben, allerdings haben wir keinen Flutlichtbetrieb mehr“, sagt er. Den hat er wegen der hohen Energiekosten eingestellt. Von Montag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr sowie an den Wochenenden von 10 bis 17 Uhr soll der Lift die Brettlfans nach oben bringen.

Reiner Familienbetrieb

„Mir macht der Skilift Pfaben nach all den Jahren immer noch Spaß und viel Freude, aber es wird beschwerlicher“ erzählt er. Der Liftbetrieb in Pfaben ist übrigens ein reines Familienunternehmen. „Mich unterstützen nur meine Frau und meine Söhne“, erzählt der letzte Liftbetreiber im Landkreis.

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Waldsassen05.07.2021
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Altglashütte bei Bärnau27.01.2023
Hintergrund:

Die Geschichte des Skilifts Pfaben

  • 1965 wurde der Skilift in Pfaben erbaut.
  • Im Anschluss hat die Familie Zrenner den Skilift betrieben.
  • Seit 1993 betreibt die Familie Lang den Skilift, seit acht Jahren machen dies Alfos und Andrea Lang alleine.
  • Die Skipiste ist 400 Meter lang und hat einen Höhenunterschied von 60 Metern.
  • Der Skilift läuft mit einem 60 PS starken Dieselmotor.
  • Kostenlose Parkplätze in unmittelbarer Nähe zum Skihang sind vorhanden.
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