18.02.2021 - 10:42 Uhr
PfreimdOberpfalz

Der Glaubendorfer Gruppe stehen große Investitionen ins Haus

Eine Sitzung am Rosenmontag wird sicherlich in die Annalen des Zweckverbandes zur Wasserversorgung der Glaubendorfer Gruppe eingehen. Die Tagesordnung hatte jedoch mit Fasching rein gar nichts zu tun.

Der Tiefbrunnen II bei Meisthof soll ertüchtigt und die Fördermenge erhöht werden.
von Richard BraunProfil

Dieser ungewöhnliche Versammlungstermin der Glaubendorfer Gruppe war den bevorstehenden Investitionen geschuldet. Eine Videoschaltung mit den Planern musste kurzfristig angesetzt werden, damit keine unnötigen Verzögerungen eintreten. Der Inhalt der Videoschaltung fiel allerdings in den nichtöffentlichen Teil der Versammlung und blieb daher der Öffentlichkeit vorenthalten. Bürgermeister Richard Tischler, der auch zugleich Vorsitzender des Verbandsrates ist, konnte zu der Sitzung die Verbandsräte aus den vier Mitgliedsgemeinden in der Landgraf-Ulrich-Halle begrüßen.

Bereits in der vorhergehenden Sitzung hatte der Verbandsrat die Erneuerung und den Neubau der Ringschlusswasserleitung in Weihern im Zug des Ausbaues der Gemeindeverbindungsstraße Weihern - Losau beschlossen. Die Arbeiten sollen 2021 ausgeführt werden, die Baukosten liegen bei 221 175 Euro. Der Ingenieurvertrag mit dem Ingenieurbüro Preihsl und Schwan aus Burglengenfeld wurde stufenweise ausgeschrieben. Die zweite geplante, große Investition ist die Sanierung des Brunnen II in Meisthof. Noch immer muss ein Teil des benötigten Trinkwassers von der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz eingekauft werden, da die Fördermengen in Meisthof nicht ausreichen.

Neue Kalkulation nötig

Um beide Maßnahmen zügig ausführen zu können, ist es erforderlich, die Befugnisse des Verbandsvorsitzenden hinsichtlich der im Rahmen der verfügbaren Mittel und die Bewirtschaftung von Haushaltsmitteln von derzeit 10 000 Euro auf 25 000 Euro zu erhöhen. Weiterhin wurde von den Verbandsräten beschlossen, die Befugnisse für außerplanmäßige Ausgaben von derzeit 5000 Euro auf 10 000 Euro ebenfalls zu erhöhen. Damit soll verhindert werden, das bei jeder Kostenmehrung eine eigene Sitzung einberufen werden muss. Der ZV Glaubendorfer Gruppe stellte an die Stadt Pfreimd den Antrag auf Übernahme der technischen Betriebsführung. Der Stadtrat hat darüber beraten und sein Einverständnis signalisiert. In einer entsprechenden Zweckvereinbarung wird dies verbindlich geregelt.

Zudem will die Stadt Pfreimd den veralteten Wasserliefervertrag überarbeiten lassen und auf rechtssichere Beine stellen. Die letztmalige Gebührenkalkulation für die Wasserverbrauchsgebühr innerhalb des Verbandes wurde vor zwei Jahren für die Jahre 2019 - 2023 durchgeführt. Hierbei wurde die Verbrauchsgebühr von 1,66 Euro je Kubikmeter auf 2,00 Euro je Kubikmeter erhöht. Aufgrund des Ausfalls des Brunnens und den daraus folgenden höheren Fremdwasserbezuges ist eine erneute Gebührenkalkulation unumgänglich. Das Gleiche gilt für den Wasserpreis an die Wassergäste. Die erstmalige externe Kalkulation der Wasserpreise wurde an das Büro Rödl und Partner aus Nürnberg vergeben.

Verband braucht Daten

Für das Zweckverbandsgebiet liegen der Verwaltung keine digitalisierten und belastbaren Grundstücks- und Geschossflächenaufmaße vor. Diese stellen im Hinblick auf eine mögliche Erhebung zukünftiger Verbesserungsbeiträge, aufgrund der größeren Investitionsmaßnahmen, die rechtssichere Berechnungsgrundlage dar. Weiter können durch aktuelle Aufnahme der Grundstücks- und Geschossflächenaufmaße noch nicht gemeldete beitragspflichtige Geschossflächen im Nachgang beitragsrechtlich nacherhoben werden. Der Auftrag dazu geht an die Kommunalberatung Bieramperl und Mühlbauer aus Postau.

Weiterer Artikel aus einer Zweckverbandssitzung

Pfreimd

Da die VG Pfreimd seit 1979 mit der Geschäftsführung des Zweckverbandes beauftragt ist, legte Kämmerer Christian Hechtl die Jahresrechnung für das Jahr 2019 den Verbandsräten vor. Der Jahresabschluss weist eine Bilanzsumme von 891 131 Euro und die Gewinn- und Verlustrechnung 2019 ein Jahresergebnis von 43 557 Euro als Verlust aus. Der Verlust wird durch Vorjahresgewinne gedeckt und darüber hinaus auf neue Rechnung vorgetragen. Das Ergebnis der Wasserversorgung für das gemeindliche Buchführungssystem 2019 beträgt 1 855 Euro als Gewinn. Der Wasserverbrauch für den gesamten Zweckverband belief sich im Jahr 2019 auf 128 436 Kubikmeter.

Das Wasserwerk im Luhetal bei Meisthof ist in die Jahre gekommen. Eine umfangreiche Sanierung steht dringend an.

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