22.05.2020 - 14:20 Uhr
PfreimdOberpfalz

Tierschützer fordern Taubenmarkt-Verbot

Die Tierschutzorganisation Peta sieht in Tiermärkten Herde für Viren wie Sars-CoV-2. In ländlichen Regionen sind Taubenmärkte etwas Alltägliches. In einem Schreiben appellieren die Tierschützer an den Pfreimder Bürgermeister.

Laut der Tierrechtsorganisation Peta sind Tiermärkte Brutstätten für Keime und Viren wie Sars-CoV-2. Sie fordern Bürgermeister Richard Tischler dazu auf, den Pfreimder Taubenmarkt dauerhaft zu schließen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Tiermärkte, auf denen gestresste Tiere auf engem Raum verkauft werden, würden optimale Bedingungen für die Verbreitung von Keimen bieten, heißt es in einer Pressemitteilung von Peta. Die Wahrscheinlichkeit von Mutationen würde dadurch steigen, antibiotikaresistente Keime und Zoonosen (Infektionskrankheiten, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragen werden) könnten sich leichter vermehren.

Auch Covid-19 wurde ursprünglich von Tieren auf den Menschen übertragen, ebenso die Vogelgrippe H5N1, die Sars-Pandemie, das Mers-CoV, das Ebolafieber und Aids, heißt es weiter. Peta ruft dazu auf, Tiermärkte abzuschaffen, um so Tierleid und Infektionsherde gleichzeitig einzudämmen. Nun wurde Peta auf den Taubenmarkt in Pfreimd aufmerksam und fordert, diesen "zum Schutz von Mensch und Tier" dauerhaft zu schließen.

"Die Coronakrise könnte nur ein erster Vorgeschmack auf das sein, was durch die Ausbeutung von Tieren immer öfter passieren könnte. Zwar gilt im Falle von Corona ein Lebendtiermarkt in Wuhan als Ausgangspunkt der Pandemie, aber auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz sind diese Märkte ein Gesundheitsrisiko. Deshalb müssen sie verboten werden - auch in Pfreimd", so Agrarwissenschaftlerin Lisa Kainz, Peta-Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie, in der Pressemitteilung.

Richard Tischler, Bürgermeister von Pfreimd, kann die Bedenken, die aus diesem Schreiben hervorgehen, nicht nachvollziehen. "Unsere Tauben- und Geflügelbörsen werden unter strengsten hygienischen Vorschriften und unter Aufsicht des Veterinäramts geplant", so der Bürgermeister auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Das Veterinäramt sei auch bei jedem Markt dabei, die übrigens nur in den Wintermonaten stattfinden. Tischler sei es wichtig, dass Tiere gut behandelt werden. Seine Meinung zu einer etwaigen Abschaffung der Märkte: "Wenn es nach mir geht, sollen die Börsen weiterhin wie in der Vergangenheit stattfinden."

Das Peta-Schreiben habe er an die Stadträte weitergeleitet, sicher wird darüber gesprochen werden. Einen offiziellen Tagesordnungspunkt in der nächsten Stadtratssitzung soll es zu dem Thema aber nicht geben. Warum das Schreiben explizit an die Stadt Pfreimd ging, weiß Tischler auch nicht. Taubenmärkte haben in vielen Gemeinden, gerade in der ländlichen Region, eine lange Tradition. Pfreimd ist bei weitem nicht der einzige Ort, der diese Märkte anbietet.

Aktuell sind ohnehin alle Veranstaltungen abgesagt. Wenn im Winter normalerweise wieder Tiermarkt in Pfreimd ist, muss ohnehin geschaut werden, wie sich die Coronalage entwickelt hat und ob das bayerische Staatsministerium derlei Veranstaltungen zulässt.

Der Taubenmarkt an Aschermittwoch ist ein beliebter Anlaufpunkt für viele Menschen

Auf der Homepage der Stadt Pfreimd sind die Auflagen für den Taubenmarkt hinterlegt

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