12.09.2018 - 11:24 Uhr
PfreimdOberpfalz

Vorgeschichtliche Küchengeräte

Noch vor rund 50 Jahren herrschte unter Archäologen und Historikern die These vor, die nördliche Oberpfalz sei in der Zeit der Vorgeschichte (also vor Christi Geburt) dicht bewaldet und unbesiedelt gewesen.

Der zerbrochene granitene Klopfstein vom Gürnitzrangen.
von Externer BeitragProfil

Dass dort Menschen lebten, nahm man erst für das Hochmittelalter (also etwa ab dem 12. Jahrhundert n. Chr.) an, als es zu intensiven Rodungsmaßnahmen kam. Dass die erste Annahme falsch ist, hat ab den 1960er Jahren der frühere Kreisheimatpfleger für Archäologie, Ernst Thomann, durch seine Funde im nördlichen Landkreis Schwandorf dokumentiert. Seit 2010 sucht sein Nachfolger Kurt Engelhardt unter anderem im Raum Iffelsdorf nach weiteren Beweisen für vorgeschichtliche Besiedlung.

Unter seinen vielen Funden sind zwei "Klopfsteine" aus dem Norden von Iffelsdorf. Das sind vorgeschichtliche Küchengeräte, mit denen Knochen und Nüsse zerstoßen wurden, um an das Mark bzw. die Kerne zu gelangen. Der eine stammt aus dem südlichen Bereich des „Gürnitzrangen“. Er ist aus Granit und zerbrochen. "Die Bearbeitungsspuren an den Längsseiten sind bei genauer Betrachtung gut sichtbar, auch wenn sie auf Fotos nicht deutlich herauskommen", so Engelhardt. "Anders ist es bei dem zweiten Exemplar, das ich südlich des Autobahndreiecks Oberpfälzer Wald in der Nähe des „Heuhüppelholzes“- dort befinden sich zwei hallstattzeitliche Grabhügel - auf einem Acker fand", erzählt der Kreisheimatpfleger. Bei diesem etwa 14 mal 9 Zentimeter großen Klopfstein aus Quarzit, der mit drei Zentimetern gleichmäßig dick ist, sind an den beiden Stirnseiten die Arbeitsflächen, auch Vernarbungszonen genannt, deutlich sichtbar. Wer darüber mehr erfahren möchte: Ein Powerpointvortrag am 7. September um 19.30 Uhr im Bürgersaal der Stadt Pfreimd beleuchtet die archäologische und historische Situation im Iffelsdorfer Norden.

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