26.07.2020 - 10:34 Uhr
PfreimdOberpfalz

Weil es eben nicht "wurscht" ist

Politik trifft Metzgerhandwerk: Bei Weißwurstfrühstück hören sich Mandatsträger die Sorgen an, die den Alltag in der Branche bestimmen.

MdB Marianne Schieder (vorne links) und Landrat Thomas Ebeling (Dritter von rechts) sprachen mit Repräsentanten des Metzgerhandwerks aus dem Raum Schwandorf.
von Externer BeitragProfil

Aufgrund der aktuellen Diskussion um Fleisch- und Fleischerzeugnisse, deren Herstellung und Wertigkeit trafen sich Vertreter des Fleischerverbandes Bayern und der Metzgerinnung Schwandorf im Betrieb von Metzgermeister Josef Paulus in Pfreimd. Die Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder (SPD) und auch Landrat Thomas Ebeling (CSU) hatten sich viel Zeit genommen, um sich die Probleme und Sorgen des Metzgerhandwerks anzuhören. Im Zentrum der Diskussion standen die aktuellen Entwicklungen in der Fleischbranche aufgrund der Vorfälle beim Fleischindustrieunternehmen Tönnies.

"Die Politik versucht nun Verschärfungen für die Fleischindustrie festzulegen. Handwerksbetriebe sollen von Verschärfungen nicht betroffen sein. Den Ansatz unterstützen wir. Aber die aktuellen Planungen zur Differenzierung zwischen Handwerk und Industrie anhand von Mitarbeiterzahlen lehnen wir als Handwerksvertreter ab. Da muss dringend ein anderer Ansatz gefunden werden. Unser Verband hat einen entsprechenden Vorschlag bereits eingereicht", sagte Ernst Maler, Obermeister der örtlichen Metzgerinnung, laut Pressemitteilung. Auch die Belastung der Betriebe durch die Corona-Pandemie, eine dringend benötigte Fristverlängerung zur Nachrüstung von Kassensystemen und Möglichkeiten zum Erhalten kleiner regionaler Strukturen und Schlachtbetriebe wurde besprochen.

Hier hob Metzgermeister Josef Paulus besonders die Gebühren für die behördliche Fleischbeschau hervor "Meine Kunden wissen, wo das Fleisch herkommt. Aber die Beibehaltung der eigenen Schlachtung wurde uns in den letzten Jahren auch nicht immer einfach gemacht. Wir kämpfen nicht nur mit einer Zunahme an Regelungen und Verordnungen. Wir zahlen ganz nebenbei ein Vielfaches der Beschaugebühr pro Tier im Vergleich zu einem großen Industrieunternehmen." Hier forderten die Verbandsvertreter fairere Rahmenbedingungen, gerade für die kleinen Betriebe. Denn wenn Corona eines gezeigt hat, dann dass diese kleinen Strukturen, die in Bayern noch bestehen, dringend erhalten werden müssen.

Sowohl Marianne Schieder als auch Landrat Thomas Ebeling machten deutlich, dass die Anliegen des Metzgerhandwerks ihre Unterstützung finden und sie sich auf ihren politischen Ebenen für eine positive Entwicklung einsetzen werden.

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